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BetrifftZivil-militärische Zusammenarbeit

"Wir müssen uns selbst vorbereiten"

Danke für den Artikel über den Besuch von Generalarzt Dr. Backus. Seit mehr als drei Jahren kann sich jeder Arzt ansehen, was Sanitätskräfte mittlerweile für einige Parteien geworden sind: Primäre oder sekundäre Ziele. Hatten wir mal gelernt, dass das Rote Kreuz auf weißem Grund uns einen gewissen Schutz bietet, so gibt es mittlerweile genügend Bilder, wo es eher das Ziel im Fadenkreuz dargestellt hat, wo Sanitätskräfte gezielt beschossen und getötet werden. Ich bin da dann doch sehr erstaunt, dass wir uns in Schleswig-Holstein über Militarismus und Instrumentalisierung der Ärzteschaft Sorgen machen. Wenn Prävention so wichtig ist, dann gehört dazu auch, dass Ärzte sich Gedanken machen, wie sie sich und die ihnen anvertrauten Verwundeten oder Erkrankten im Notfall schützen können. Deutschland bereitet sich auf die Verteidigung vor, der mögliche Angreifer scheint erkennbar, man scheint in der Ukraine nicht nur vergessen zu haben ein Visum zu beantragen! Vielleicht müssen wir mal anfangen in der Lage zu leben und danach zu handeln. Vielleicht sollte sich jeder mal Gedanken machen, wie wir dann unsere Patienten, seien es Soldaten oder Zivilisten versorgen können, anstatt Angst zu haben, dass man zu kurz kommt. Wichtiger wäre es zu überlegen, wie man die Dinge gemeinsam nutzen kann, denn Material und personal sind Mangelressourcen. Ja, Katastrophenschutz ist wichtig, man müsste sich nur dann auch mal dort engagieren. Und wenn mein Krankenhaus Ziel einer asymmetrischen Kriegsführung ist, dann wird das THW es nicht richten können, sondern dann sollte man gelernt haben, was es heißt: Sanitätstruppe schützt sich selbst. Unser größtes Problem ist, dass die Mehraufgaben, die auf uns zukommen, immer von Anderen gelöst werden sollen, die dann ihre Praxis verlassen, ihre Klinik verlassen, die helfen unser Land zu verteidigen. Wir bleiben einfach zuhause und vertrauen darauf, dass es klappt. Nein, wir müssen uns selbst vorbereiten und Dinge lernen, die wir nicht täglich brauchen, Damage Control Surgery, Einsatzmedizin, militärische Skills. Sonst werden wir nicht helfen können, sonst sind wir für die Truppe eine Last und keine Hilfe, auch hier zuhause. Denn da kommen die an, die für unsere Verteidigung schon einen persönlichen Preis gezahlt haben, die verwundet worden sind. Vielleicht denken wir auch mal an diese Menschen. Ja, dazu gehört nun auch, dass ich als Arzt meine Handwaffe bedienen kann. Oder wir können weiter nichts tun und hoffen, dass uns Andere schützen, so wie wir es immer schon getan haben. 
Dr. Jörg Sandmann

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