„Ich bleibe lieber analog"
Es ist Dienstag Abend 22:15. Ich trinke ein alkoholfreies Bier und greife nach dem Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt. Ich blättere es durch, sichte nach Wichtigkeit die Artikel, lese das eine oder andere. Und unterbreche diesen Vorgang, der mich immer zu den wichtigen Themen geführt hat, weil mir klar wird: Das gibt es so nicht wieder. Ich muss einen Leserbrief schreiben!
Eine Emailwird im Posteingang auf die nächste Ausgabe aufmerksam machen. 20 bis 100 Mails allen möglichen Inhaltes werden folgen und den Hinweis auf das Ärzteblatt in der Informationsflut versinken lassen. Abends um 22:15 mache ich sicherlich nicht den PC an, um das Ärzteblatt durchzublättern.
Ich habe die Redaktion des Nordlichts (Das "Ärzteblatt" der Kassenärztlichen Vereinigung) gefragt, ob es untersucht wurde, wie die Reichweite des nun digitalen Mediums im Vergleich zur Printausgabe ist, und bekam keine Antwort. Es interessiert keinen.
Mir kann keiner erzählen, dass er eine digitale Ausgabe der „Die Zeit" so zerfleddert, durcharbeitet, wie eine gedruckte Ausgabe. Meine Bildschirmzeit ist beruflich schon bei 7 Stunden. Nein, ich bliebe lieber analog, aber für Protest ist es wohl zu spät.
Hubertus Tesdorpf