"Treffende Beschreibung"
Den Artikel des Kollegen Herhahn im letzten SH-Ärzteblatt habe ich mit großem Interesse gelesen und freue mich über Ihren Mut, diesen auch zu publizieren.
Mit fortschreitendem Alter bleibt es nicht aus, dass man zunehmend aus der Rolle des Akteurs in die des ‚Opfers‘ wechselt; entweder als selbst von Leid Betroffener oder als Mitleidender mit Verwandten oder Freunden. Kollege Herhahn beschreibt das treffend.
Die Erfahrungen, die man dabei macht, geben leider allzu oft Anlass zu kritischer Betrachtung des eigenen Handelns und des eigenen Berufsstandes. Dabei sollte man nicht in der Kritik des ‚Systems‘ verharren, sondern offen sein für die Frage, wieviel man selbst beiträgt und was man – ggf. über die ärztlichen Standesorganisationen - zur Beseitigung von Defiziten beitragen kann. Es wäre sinnvoll, wenn die Ärztekammern ein hierfür geeignetes und permanentes Dialogforum einrichten, Forschungsansätze initiieren und deren Ergebnisse in die Gestaltung der ärztlichen Berufsausübung einbringen würden. Ich bin gespannt auf die Leserbriefdiskussion, die der Artikel auslösen dürfte.
Dr. Klaus Seidenstücker