Leserbriefe

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BetrifftDigitalisierung des Ärzteblattes

Wir leben in einer Zeit, in der eine kritische Haltung zur Digitalisierung und künstlicher Intelligenz entweder Kopfschütteln hervorrufen oder mangelnde Flexibilität durchs Alter ins Feld geführt werden. Ich erlebe beides.

Wenn ich aber ganz tief in mich hineinfrage und versuche, grundsätzliche Sorgen vor morgen und beginnenden Altersstarrsinn beiseite zu denken, dann bleibt folgende Frage: Werden nachfolgende Generationen uns fragen wollen, warum habt ihr nicht etwas gegen die Digitalisierung aller Lebensbereiche gemacht?

Warum analoge Fertigkeiten verlernt, Riesenkonzerne gepuscht und dabei unseren Heimatplaneten vergessen?

Klingt pathetisch, ist aber pragmatisch. 

Es ist äußerst schade, dass sowohl das Schleswig-Holsteinische Ärzteblatt als auch KV-Nordlicht nur noch digital erscheinen. Die digitale Lesequalität ist auch nur allenfalls befriedigend.

Dr. Thomas Thormann

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BetrifftDigitalisierung des Ärzteblattes

Die Propaganda-Maschine ist heiß gelaufen. Das Ärzteblatt aus Papier soll nun endlich beerdigt werden. Für mich ein Schlag gegen die Kultur des Lesens und ein Weg zu mehr Oberflächlichkeit der Kommunikation! Zu diesem Zweck treten mit ihren Wortreich-Trommeln an: Ein Präsident der Ärztekammer, ein leibhaftiger Minister Digital, eine Vorständin der Ärztekammer und ein ehemaliger Schriftleiter- er zumindest skeptisch. Die Bekundung äußersten Verständnisses für uns Papier-Leser (gemeint wohl: alte und senile) wird natürlich hervorgehoben. Flankiert wird die Beerdigung durch viele Nullen (da heißt es nicht 120Tsd. oder 120K, nein, “120000 Euro für den Versand”). Wobei, mit Nullen kennt man sich bei den Bilanzen von ÄK und KV ja aus, allerdings leider im Negativen! Der Vorschlag, wenigstens eine Einkaufsgemeinschaft für z.B. iPads zur besseren digitalen Lesbarkeit (Alte sehen meistens schlechter!) in Größe des bisherigen Ärzteblatts anzubieten, wird gar nicht erst erwogen! Hmmm. Na klar, wir können gar nicht früh genug schon der Jugend sagen: „Lest mehr Bücher und meidet das Internet“!
Dr. Hans-Joachim Zielinski

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BetrifftDigitalisierung des Ärzteblattes

Es ist Dienstag Abend 22:15. Ich trinke ein alkoholfreies Bier und greife nach dem Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt. Ich blättere es durch, sichte nach Wichtigkeit die Artikel, lese das eine oder andere. Und unterbreche diesen Vorgang, der mich immer zu den wichtigen Themen geführt hat, weil mir klar wird: Das gibt es so nicht wieder. Ich muss einen Leserbrief schreiben!

Eine Emailwird im Posteingang auf die nächste Ausgabe aufmerksam machen. 20 bis 100 Mails allen möglichen Inhaltes werden folgen und den Hinweis auf das Ärzteblatt in der Informationsflut versinken lassen. Abends um 22:15 mache ich sicherlich nicht den PC an, um das Ärzteblatt durchzublättern.

Ich habe die Redaktion des Nordlichts (Das "Ärzteblatt" der Kassenärztlichen Vereinigung) gefragt, ob es untersucht wurde, wie die Reichweite des nun digitalen Mediums im Vergleich zur Printausgabe ist, und bekam keine Antwort. Es interessiert keinen. 

Mir kann keiner erzählen, dass er eine digitale Ausgabe der „Die Zeit" so zerfleddert, durcharbeitet, wie eine gedruckte Ausgabe. Meine Bildschirmzeit ist beruflich schon bei 7 Stunden. Nein, ich bliebe lieber analog, aber für Protest ist es wohl zu spät.

Hubertus Tesdorpf

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BetrifftPlakatkampagne der Krebsgesellschaft zu HPV

Die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft hat mit dem Start der HPV-Kampagne an die schon bestehenden check-dich-selbst-Kampagnen betreffend Hodenkrebs und Brustkrebs angeknüpft. Durch bewusst provokative Slogans in diesen Kampagnen soll die Aufmerksamkeit der Rezipientinnen und Rezipienten geweckt werden, insbesondere bei der HPV-Kampagne mit dem Ziel, sich über die Impfung gegen HPV zu informieren und die Möglichkeit der Impfung zu erkennen.

Über diese provokativen Slogans kann man unterschiedlicher Meinung sein und die Interpretation kann unterschiedlich ausgelegt werden, aber es zielt darauf, die Auseinandersetzung mit dem Thema HPV zu erreichen. Korrigieren müssen wir die Angaben zur Inzidenz HPV-induzierter Karzinome, hier ist uns ein Fehler unterlaufen und wir danken Dr. Hunze für seinen Hinweis. Weltweit betrifft es 5% der Karzinomerkrankungen, nach den neuesten Zahlen des Zentrums für Krebsregisterdaten betrifft es in Deutschland 2-3 % (d.h. 10-12.000 Neuerkrankungen jährlich, davon entfallen 3000 Fälle auf Männer, Stand 26.6.25).
Diese Zahlen zeigen die Wichtigkeit einer Prävention durch eine Impfung gegen HPV, um damit HPV-induzierte Carcinomerkrankungen zu verhindern.
Barbara Dalmer, 1. Vorsitzende der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft e.V.

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BetrifftPlakatkampagne der Krebsgesellschaft zu HPV

Das Plakat mit der Aufschrift „Wusstest du, dass man durch Sex Krebs bekommen kann?“ als Teil einer Werbekampagne der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft, die junge Leute zur HPV-Impfung motivieren soll, finde ich missglückt. Die unreflektierte Wiedergabe dieses Slogans in einem Ärzteblatt umso mehr. Wir Ärzt:innen haben inzwischen gelernt, dass die „Angstkeule“ – also das Drohen mit schlimmen Konsequenzen, wenn man sich nicht gesundheitsbewusst verhält – nicht besonders gut funktioniert.
Erfolgversprechender und verbindlicher wäre doch ein Slogan, der die positiven Effekte der Impfung herausstellt: „Entspannt beim Sex – gut geschützt durch die HPV-Impfung“. Zudem sollten wir, das Wohlergehen unserer Patient:innen im Sinn, eine sex-positive Haltung verkörpern. Sex ist gesund für Körper und Seele – und Safer Sex ist lohnenswert. Das sollten unsere Botschaften sein. Zweifel habe ich außerdem an der Aussage, „acht von zehn Menschen infizieren sich ... mit HPV. Bei rund zehn Prozent der Betroffenen entwickelt sich daraus Krebs“. Das würde eine kumulative Inzidenz von 8 % für HPV-induzierte Tumoren bedeuten. Nach einer kursorischen Recherche dürfte die Zahl jedoch eher in der Größenordnung von 2 % liegen (Zervixkarzinom 0,8 %, Analkarzinom 0,14 %, Peniskarzinom 0,13 %, HNSCC 0,7 %). Eine gleichlautende Rückmeldung erhält natürlich die Krebsgesellschaft Schleswig-Holstein als Urheberin der Pressemitteilung. Gleichwohl sollte eine PM in einem ärztlichen Organ nicht ohne…

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BetrifftAnstieg der Arzneimittelpreise

Ich teile die Einschätzung, dass die Preise patentgeschützter Arzneimittel in Deutschland zu hoch sind und erhebliche Einsparungen möglich wären. Als Mukoviszidose-Patienten profitieren wir sehr von innovativen Medikamenten, insbesondere von den sogenannten CFTR-Modulatoren wie Kaftrio® und Kalydeco®. Mit Jahrestherapiekosten von über 200.000 Euro zählen sie jedoch zu den teuersten Arzneimitteln überhaupt.
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die gesetzlichen Krankenkassen selbst mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen jährlich Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe erzielen könnten. Dies möchte ich anhand von zwei konkreten Beispielen erläutern.

  • Beispiel 1:
    Kinder mit Mukoviszidose im Alter von zwei bis zwölf Jahren erhalten Kaftrio® in einer speziellen Kinderdosierung (zwei Tabletten mit den drei Wirkstoffen „ETI“ zu 37,5 mg / 25 mg / 50 mg). Der Apothekenverkaufspreis beträgt hierfür 10.132,01 Euro pro Monat. Medizinisch wäre es jedoch möglich, diesen Kindern stattdessen Erwachsenentabletten zu verordnen, die pro Tablette die doppelte Wirkstoffmenge enthalten (75 mg / 50 mg / 100 mg). Die Kinder müssten dann lediglich eine Erwachsenentablette statt zwei Kindertabletten einnehmen.
    Da die Erwachsenendosierung zum gleichen Preis angeboten wird wie die Kinderdosierung mit halb so viel Wirkstoff, ließen sich die Kosten auf diese Weise faktisch halbieren. Formal handelt es sich hierbei um einen sogenannten Off-Label-Use, da die Verordnung von der Zulassung abweicht. Die…

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