
World Café: Neues Format in der Kammerversammlung
Die Delegierten des jüngsten Deutschen Ärztetages lernten die Vorzüge des Formats zuletzt auf dem Dialogforum der Bundesärztekammer direkt vor dem Deutschen Ärztetag in Hannover kennen. Dort sammelte man gute Erfahrungen mit dieser Form des Austauschs. Aber: Ist ein World-Café auch für eine Kammerversammlung geeignet? Mit dem Versuch betrat die Ärztekammer Neuland. Seit dem 10. Juni steht fest: Das Format hat nicht nur funktioniert, sondern wurde rege genutzt, führte zu zahlreichen Ideen und erhielt viel Lob von den Abgeordneten.
Die Workshop-Themen
Jeweils 15 Minuten wurde in unterschiedlichen Gruppen über vier Themen in den Workshops gesprochen. Alle Themen waren eng am beruflichen Alltag der Ärztinnen und Ärzte ausgerichtet und werden auch in der Gesundheitspolitik diskutiert:
- Welche bisher von Ärztinnen und Ärzten ausgeführten Tätigkeiten können abgegeben werden?
- Welche digitalen Instrumente zur Patientensteuerung können genutzt oder eingesetzt werden?
- Wie kann die innerärztliche Kommunikation verbessert werden?
- Was ist bei der Konzeptionierung eines Primärversorgungszentrums zu beachten und aus welchen Akteuren sollte sich das Primärversorgungsteam idealerweise zusammensetzen?
Einigkeit in zentralen Fragen
Trotz zum Teil auch kontroverser Meinungen zu den Themen herrschte überwiegend Konsens zu den zentralen Fragen. Deutlich wurde: Die Ärzteschaft im Norden ist aufgeschlossen für Delegation und moderne Formen der Zusammenarbeit mit qualifizierten Gesundheitsberufen. Sie ist bereit für den Austausch von Daten, wenn es die Patientenversorgung verbessert und die Technik zuverlässig funktioniert. Sie wünscht sich eine bessere Zusammenarbeit über die Sektorengrenzen hinweg mit einer respektvollen und von Verständnis geprägten Kommunikation. Sie unterstützt ein Primärversorgungssystem, das eine sinnvolle Steuerung der Patientenströme ermöglicht – wenn die Trägerschaft stimmt und das Arzt-Patientenverhältnis nicht leidet.
Wie geht es weiter?
Von den Abgeordneten gab es anschließend ausschließlich Lob. Sie bewerteten positiv, dass sie untereinander in neuen Konstellationen in den Austausch kamen. Die leitenden Mitarbeitenden aus der Ärztekammer, die die Workshops begleiteten, trugen erste Ergebnisse anschließend der Versammlung vor. Die Geschäftsstelle wird die Ergebnisse nun auswerten, um daraus Aufträge oder Projekte abzuleiten.





