

Weiterbildung: Verbund schafft Austausch und Vertrauen
Weiterbildungsverbünde sind insbesondere aus der Allgemeinmedizin bekannt. Für das vom Landesgesundheitsministerium geförderte zweite Projekt zur Verbundweiterbildung in der Kinder- und Jugendmedizin hatten sieben Arztpraxen und zwei Kliniken zusammengearbeitet. Die Ergebnisse sollen am 26. August in einer Veranstaltung in der Akademie der Ärztekammer im Detail vorgestellt werden.
Die wichtigsten Ergebnisse
Initiator Dr. Christoph Weiß-Becker aus Husum und Sozialwissenschaftlerin Dr. Irene Somm aus Köln haben aus den Ergebnissen Erkenntnisse abgeleitet, die aus ihrer Sicht nicht nur für die Pädiatrie, sondern für alle Fächer hilfreich sein könnten. Im zweiten, dreijährigen Projektzeitraum ging es vor allem um die Frage, wie sich Veränderungen für eine Verbundweiterbildung im Klinikalltag implementieren lassen und wie sich dafür das Verhalten der Ärztinnen und Ärzte verändern müsste. Folgende Aspekte wurde dabei besonders deutlich:
- Weiterbildende sind der Meinung, dass in ihrer Einrichtung schon viel für die Weiterbildung getan werde. Deshalb und wegen fehlender Ressourcen fehlt es häufig an einem konkreten Konzept. Im Projekt wurde mit zusätzlichen Ressourcen ein ärztlicher Koordinator, der die Weiterbildung auf der Station im Blick hat, installiert. Dessen Arbeit deckte auf, dass zum Teil wichtige Schritte wie etwa das Feedback-Gespräch nicht geführt wurden, ohne dass der Einrichtung das Fehlen als Manko bewusst war.
- In der alltäglichen Zusammenarbeit von Weiterbildenden und Weiterzubildenden entstehen viele Situationen, wo Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung auf ein Feedback warten. Bleibt es aus, geht eine wichtige Lerngelegenheit verloren. Vielen Weiterbildenden fällt ein Feedback-Gespräch nur zu technischen Fertigkeiten leicht, nicht aber zu weiteren Inhalten der Weiterbildung. Einen Grund vermutet Somm darin, dass Weiterbildende solche Feedback-Gespräche selbst nicht aus ihrer eigenen Weiterbildung kennen.
- Qualität in der Weiterbildung benötigt Zeit und zusätzliche Mittel, z.B. für die Arbeit eines Koordinators. Für Weiß-Becker gilt dies aber auch vice versa: Zusätzliche Mittel sollten an Qualitätsvorgaben geknüpft sein.

„Theorie und Praxis haben voneinander profitiert.“
Differenzierte Rückmeldungen bauen Unsicherheiten ab
Eine generelle Empfehlung, die aus Sicht Somms aus dem Projekt abzuleiten ist, lautet zudem: „In der Weiterbildung geht es viel um Austausch und Vertrauen. Wenn Weiterzubildende erleben dürfen, dass differenzierte Rückmeldungen Unsicherheiten abbauen können, dann ist sehr viel gewonnen.“ Für Weiß-Becker waren die beiden rund dreijährigen Projektphasen zu dem Verbundprojekt wichtig, weil theoretische Konzepte direkt in der Praxis getestet und umgesetzt werden konnten: „Theorie und Praxis haben voneinander profitiert.“
Abschlussveranstaltung in der Akademie
Die Abschlussveranstaltung zum Projekt Weiterbildungsverbund Pädiatrie mit Ergebnissen und Erfahrungen findet am 26. August 2026 von 16.00 bis 19.00 Uhr in der Akademie der Ärztekammer Schleswig-Holstein (Esmarchstraße 2, 23795 Bad Segeberg) statt. Anmeldungen sind möglich unter: becker.weiss-becker(at)t-online.de





