Dr. Ilka Petersen-Vollmar spricht in ein Mikrofon
Dr. Ilka Petersen-Vollmar ©Astrid Schock
Dr. Ilka Petersen-Vollmar ©Astrid Schock

Weiterbildung: Im Verbund für die Allgemeinmedizin

Der Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin des Kreises Segeberg funktioniert. Ein Netzwerktreffen des Verbundes bot die Möglichkeit zum Austausch und betonte die Relevanz der Vernetzung. Die Beteiligten setzen auf ein Angebot, dass für angehende Hausärztinnen und Hausärzte attraktiv ist - und sie zum Bleiben motiviert.

Astrid Schock

Fehlende Ansprechpartner, eine unstrukturierte Klinikphase und mangelnde Verzahnung zwischen dem ambulanten und stationären Sektor – Probleme, mit denen viele Ärzte während ihrer Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin hadern. Ein enger Austausch zwischen Praxis und Klinik kann die Qualität der Weiterbildung verbessern, ebenso eine breit gefächerte Gestaltung des klinischen Ausbildungsteils. Ein Weiterbildungsverbund bringt alle Akteure an einen Tisch, um die Verzahnung der Bereiche zu intensivieren.
Als Lösungsansatz für einen guten klinischen Ausbildungspart arbeiten die Segeberger Kliniken mit einem Rotationsmodell. „Wir möchten den Kollegen die Möglichkeit geben, eine umfassende klinische Ausbildung in unserem Haus absolvieren zu können und sich auf akute internistische Situationen gut vorbereitet zu fühlen“, sagte Prof. Holger Nef, Chefarzt und Klinikdirektor Herz- und Gefäßzentrum der Segeberger Kliniken. „Ergänzt werden die einzelnen Stationen durch unser Mentoring-Programm: wir möchten gemeinsam wachsen und unsere Ziele erreichen“, sagte Nef. Auch Ute Ahlquist, niedergelassene Fachärztin für Allgemeinmedizin in Kaltenkirchen, Lehrbeauftragte der Kieler Christian-Albrechts-Universität und Organisatorin des Qualitätszirkels „Allgemeinmedizinerinnen in Niederlassung“, betonte die Wichtigkeit des Mentorings und Austausches untereinander. Lernten sich die Kollegen bereits in der Praxis kennen, sei der Weg zu einer gemeinsamen Selbstständigkeit meist kürzer. „Wenn jetzt auch die Ärztekammern ihre Anforderungen an die Weiterbildung einheitlich gestalten würden, stände den Kollegen der Weg in die Niederlassung in Schleswig-Holstein offen“, sagte Ahlquist mit Blick auf unterschiedliche Weiterbildungsordnungen der Bundesländer.  
 

Ute Ahlquist
Ute Ahlquist ©Astrid Schock

„Wenn jetzt auch die Ärztekammern ihre Anforderungen an die Weiterbildung einheitlich gestalten würden, stände den Kollegen der Weg in die Niederlassung in Schleswig-Holstein offen.“

Ute Ahlquist

Dr. Ilka Petersen-Vollmar, Allgemeinmedizinerin in Bad Segeberg, setzt zusätzlich auf eine rechtzeitige Kontaktaufnahme zu jungen Kollegen, um den Nachwuchs fördern und gewinnen zu können. „Wir sind schon seit vielen Jahren Lehrpraxis und es wurden bei uns bereits 114 Blockpraktika absolviert – eine tolle Möglichkeit, jungen Kollegen die Niederlassung schmackhaft zu machen“, sagte Petersen-Vollmar. 
Die Teilnehmenden des Treffens waren sich einig: Je breiter ein Arzt in Allgemeinmedizin ausgebildet wird und je besser die Vernetzung zwischen den ambulanten und stationären Bereichen ist, desto eher wird er sich trauen, auf dem Land eine Praxis zu eröffnen oder dort tätig zu werden. Inzwischen ist aus Studien bekannt, dass die allgemeinmedizinischen Praxen einen Großteil der Patientenanliegen abschließend klären und nicht in eine Klinik überweisen müssen - ein weiteres Zeichen für die Attraktivität des Berufs. Die könnte, so der Tenor beim Treffen, durch den Verbund weiter gesteigert werden. 

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