
Weiterbildung: aktuelle Ergebnisse der Evaluation
„Weiterbildung findet noch nicht so statt, wie wir uns das als Ärztekammer wünschen“, stellte Andresen fest. Neben einigen Defiziten zeigt die Evaluation aber auch, wo sich etwas verbessert hat. Dies betrifft zum Beispiel den Umgang mit Fehlern. Mehr als 70 Prozent der befragten Weiterzubildenden berichteten, dass an ihrer Weiterbildungsstätte offen mit Fehlern und Kritik umgegangen werde. Andresen sieht hier einen klaren Fortschritt im Vergleich zu früheren Zeiten. Fast zwei Drittel der Befragten wäre bereit, die eigene Weiterbildungsstätte überwiegend oder vollständig weiterzuempfehlen.
Weiterbildung steht nicht überall im Fokus
Mehr als die Hälfte der Befragten nimmt die Weiterbildung an der eigenen Einrichtung als wichtiges Thema wahr, das in Planung und Organisation berücksichtigt werde. Fast 40 Prozent geben aber auch an, dass dies selten oder nie passiere. Dass dies auch anders geht, zeigt das Beispiel Schweiz, wo die dafür erforderliche Zeit allerdings auch komplett bezahlt wird. In Deutschland dagegen weigern sich Weiterbildungsstätten zum Teil, Fortbildung und Weiterbildungskurse etwa durch Freistellung oder Kostenerstattung zu unterstützen.
Curriculum und Feedback-Gespräche noch nicht selbstverständlich
Rund 70 Prozent der Weiterzubildenden erhält weiterhin nicht ihr Weiterbildungscurriculum ausgehändigt. Das Curriculum ist aber sowohl erforderlich für die Beantragung einer Weiterbildungsbefugnis und Grundlage für das jährliche Feedback-Gespräch, das ebenfalls nicht im gewünschten Maße stattfindet – fast 30 Prozent gaben an, dass das jährliche Gespräch gar nicht stattfindet. „Es werden zu viele Gespräche zwischen Tür und Angel und nicht mit der Sorgfalt geführt, die erforderlich wäre“, sagte Andresen.
Weitere Ergebnisse der Befragung
- Die Dokumentation im e-Logbuch nehmen zwei Drittel der Ärzte und Ärztinnen in Weiterbildung vor, aber weniger als 30 Prozent der Weiterbildungsbefugten.
- 70 Prozent der Befragten absolvierte die Weiterbildung zu dem Zeitpunkt stationär, unter 20 Prozent ambulant – ähnlich wie in den Vorjahren.
- Rund 43 Prozent der Befragten sind zwei Jahre oder länger an der gleichen Weiterbildungsstätte tätig.
- Die meist gewählten Fachrichtungen für die erste Facharztqualifikation sind Allgemeinmedizin (15 Prozent) und Innere Medizin (14 Prozent). Bei der zweiten angestrebten Facharztqualifikation dominiert klar die Allgemeinmedizin mit über 30 Prozent.
Die Ärztekammer drängt auf weitere Verbesserungen
Andresen machte deutlich, dass der Ärztekammer die erzielten Fortschritte noch nicht ausreichen. Als Konsequenz soll mehr Wert auf die Schulung der Weiterbildungsbefugten gelegt werden. Ein entsprechendes Angebot mit e-Learning-Modulen und Präsenzangeboten ist im Aufbau.





