Mit Audio-beitrag
Mann im dunklen Jackett steht an einem Rednerpult und gestikuliert mit beiden Händen.
Bertram Bartel © Eike Lamberty
Bertram Bartel © Eike Lamberty

Versorgungswerk: Abschreibungen bereiten keine Sorgen

Das Versorgungswerk der Ärztekammer Schleswig-Holstein hat in den Jahren 2022 bis 2024 Kapitalanlagen in Höhe von 64 Millionen Euro abgeschrieben. Der Verwaltungsratsvorsitzende Bertram Bartel informierte die Kammerversammlung erneut über die Abschreibungen. Trotz der Verluste gelangen dem Versorgungswerk in diesen Jahren Nettorenditen von 4,01 % (2022), 3,38 % (2023) und 4,39 % (2024).

Die Abschreibungen betreffen 1,3 Prozent des Gesamtvermögens. Grund für die Abschreibungen bei Immobilienprojektfinanzierungen waren der 2022 verzeichnete Zinsanstieg und inflationsbedingt gestiegene Baukosten. Zugleich war die Nachfrage nach Büroflächen während der Pandemie zurück gegangen. Viele institutionelle Anleger, darunter auch Versorgungswerke, mussten deshalb Abschreibungen auf sogenannte Mezzanine-Investments vornehmen. Zuvor hatte eine längere Periode der Niedrigzinsphase bei diesen Investments dem Versorgungswerk Renditen beschert, die überproportional zur Ertragskraft der ärztlichen Vermögensanlagen beigetragen hatten. 

Auch in risikoreiche Anlagen wird investiert
Bartel verdeutlichte, dass nicht jedes Investment erfolgreich verläuft: „Selbstverständlich investieren wir auch in risikoreiche Anlagen, für vernünftige Renditen gab es in den letzten Jahren keine Alternative.“ Durch eine breite Streuung gelinge unter dem Strich ein gutes Ergebnis. Bei einem Gesamtwert von rund fünf Milliarden Euro bereiten die vorgenommenen Abschreibungen dem Versorgungswerk „keine Sorgen“, versicherte Bartel. Er verwies darauf, dass die Gewinnrücklage trotz der Abschreibung aufgestockt werden konnte und Renten erhöht wurden.

Er machte auch auf einen wesentlichen Unterschied zu den jüngst publik gemachten Abschreibungen der KV Schleswig-Holstein aufmerksam. Anders als bei der KV sei es Aufgabe des Versorgungswerkes, die von ihren Mitgliedern gezahlten Beiträge so anzulegen und zu vermehren, dass diese als hohe Renten wieder ausgeschüttet werden können. „Wir sind Kapitalanleger“, verdeutlichte Bartel. Für 2025 rechnet das Versorgungswerk nicht mit weiteren Abschreibungen. Allerdings könnten Kapitalanleger Verluste nie grundsätzlich ausschließen. Bartel sagte: „Es wird immer wieder einzelne Verluste geben. Wichtig ist aber, dass unter dem Strich eine gute Rendite erzielt wird.“ (RED)

Ist die Ärzte-Rente sicher, Herr Bartel?

Das Versorgungswerk der Ärztekammer Schleswig-Holstein hat Abschreibungen in Höhe von 64 Millionen Euro auf Kapitalanlagen vorgenommen. Was das für die Rente der Mitglieder bedeutet, was er zu Spekulationsvorwürfen sagt und was man tun kann, damit es nicht wieder zu Abschreibungen kommt, erklärt der Vorsitzende des Verwaltungsrates des Versorgungswerkes, Bertram Bartel.

00:00 / 00:00
Ähnliche Beiträge
Kopfportrait einer blonden, lächelnden Frau mit Brille und in dunkelblauem Blazer
Dr. Bettina Schultz ©KVSH
22.04.2026

Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein (KVSH) fordert das…

Brustportrait einer etwa 45-jährigen Frau mit Brille und kurzen braunen Haaren, die in die Kamera lächelt.
Sabine Grein ©Privat
21.04.2026

Die gezielte Vernetzung der unterschiedlichen Akteure in der Palliativ- und Hospizarbeit kann die…

placeholder
16.04.2026

An den Sozialgerichten in Schleswig-Holstein wurden im vergangenen Jahr 7.642 Klagen eingereicht.…

placeholder
15.04.2026

Der Medizinische Dienst Nord (MD Nord) berichtet von einer hohen Zufriedenheit der Versicherten mit…

Frau schnupft in ein Taschentuch
© AOK NordWest/Colourbox/hfr
14.04.2026

Der Krankenstand in Schleswig-Holstein ist 2025 den Angaben der AOK Nordwest zufolge leicht auf 6,7…

Ein Mann und eine Frau in blauer Klinikkleidung schauen freundlich neben dem Slogan "Perspektive Akutmedizin". Daneben sind ein QR-Code und ein paar Veranstaltungsdaten zu sehen.
© Ameos
08.04.2026

Viele niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bilden MFA aus, suchen händeringend mehr Personal und…