
Versorgungswerk: Abschreibungen bereiten keine Sorgen
Die Abschreibungen betreffen 1,3 Prozent des Gesamtvermögens. Grund für die Abschreibungen bei Immobilienprojektfinanzierungen waren der 2022 verzeichnete Zinsanstieg und inflationsbedingt gestiegene Baukosten. Zugleich war die Nachfrage nach Büroflächen während der Pandemie zurück gegangen. Viele institutionelle Anleger, darunter auch Versorgungswerke, mussten deshalb Abschreibungen auf sogenannte Mezzanine-Investments vornehmen. Zuvor hatte eine längere Periode der Niedrigzinsphase bei diesen Investments dem Versorgungswerk Renditen beschert, die überproportional zur Ertragskraft der ärztlichen Vermögensanlagen beigetragen hatten.
Auch in risikoreiche Anlagen wird investiert
Bartel verdeutlichte, dass nicht jedes Investment erfolgreich verläuft: „Selbstverständlich investieren wir auch in risikoreiche Anlagen, für vernünftige Renditen gab es in den letzten Jahren keine Alternative.“ Durch eine breite Streuung gelinge unter dem Strich ein gutes Ergebnis. Bei einem Gesamtwert von rund fünf Milliarden Euro bereiten die vorgenommenen Abschreibungen dem Versorgungswerk „keine Sorgen“, versicherte Bartel. Er verwies darauf, dass die Gewinnrücklage trotz der Abschreibung aufgestockt werden konnte und Renten erhöht wurden.
Er machte auch auf einen wesentlichen Unterschied zu den jüngst publik gemachten Abschreibungen der KV Schleswig-Holstein aufmerksam. Anders als bei der KV sei es Aufgabe des Versorgungswerkes, die von ihren Mitgliedern gezahlten Beiträge so anzulegen und zu vermehren, dass diese als hohe Renten wieder ausgeschüttet werden können. „Wir sind Kapitalanleger“, verdeutlichte Bartel. Für 2025 rechnet das Versorgungswerk nicht mit weiteren Abschreibungen. Allerdings könnten Kapitalanleger Verluste nie grundsätzlich ausschließen. Bartel sagte: „Es wird immer wieder einzelne Verluste geben. Wichtig ist aber, dass unter dem Strich eine gute Rendite erzielt wird.“ (RED)
Das Versorgungswerk der Ärztekammer Schleswig-Holstein hat Abschreibungen in Höhe von 64 Millionen Euro auf Kapitalanlagen vorgenommen. Was das für die Rente der Mitglieder bedeutet, was er zu Spekulationsvorwürfen sagt und was man tun kann, damit es nicht wieder zu Abschreibungen kommt, erklärt der Vorsitzende des Verwaltungsrates des Versorgungswerkes, Bertram Bartel.



