
Umfrage zeigt: So verändern sich die MFA
Cornelia Mozr, Leiterin der Akademie der Ärztekammer, stellte die Ergebnisse der Umfrage in der jüngsten Kammerversammlung vor. 364 Auszubildende haben an der Umfrage teilgenommen. Wenig überraschend: 71 Prozent der befragten MFA wurde in einer Arztpraxis ausgebildet, weitere zehn Prozent in einem MVZ. 16 Prozent der Befragten hatten ihre Ausbildung in einem Krankenhaus absolviert. Bundeswehr und Bundespolizei (zusammen zwei Prozent), Labore und Sonstige (jeweils ein Prozent) trugen geringe Ausbildungsanteile bei.
Praxen verlieren ausgebildete MFA
Was von vielen Praxisinhabern schon schmerzlich wahrgenommen wurde, bestätigte sich in der Umfrage: Die Hauptausbilder verlieren viele MFA an andere Arbeitgeber. Denn in den Einzel- oder Gemeinschaftspraxen – für 71 Prozent der ausgebildeten MFA zuständig – arbeiteten nur noch 50 Prozent. Auch die MVZ bilden mehr MFA aus (zehn Prozent), als sie später beschäftigen (sieben Prozent). Nutznießer sind die Krankenhäuser, die 22 Prozent der befragten MFA beschäftigen. Hinzu kommt: Viele ausgebildete MFA waren ohne Beschäftigung: zum Zeitpunkt der Befragung neun Prozent. Die dafür genannten Gründe sind vielfältig, sie reichen von Elternzeit über Arbeitsunfähigkeit bis zu einer Weiterbildung oder beruflichen Umorientierung.

Fehlende Perspektiven, mangelnde Wertschätzung
Dieser Punkt sollte Praxisinhaber als Arbeitgeber aufhorchen lassen: Für einen anderen Berufsweg entschieden sich die MFA u.a. wegen fehlender Perspektiven, zu niedrigem Gehalt, zu wenig Arbeit am Patienten, monotoner Praxisarbeit und mangelnder Wertschätzung.
Weitere Ergebnisse:
83 Prozent der MFA arbeiten nach wie vor in Vollzeit. 13 Prozent der MFA entscheiden sich für Teilzeit mit mehr mehr als 50 Prozent der vollen Wochenarbeitszeit, nur vier Prozent für noch weniger.
72 Prozent der befragten MFA gab an, nach Tarif bezahlt zu werden. Von den 28 Prozent, die anders bezahlt werden, erhält etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) übertariflichen Lohn, 46 Prozent verdient untertariflich. Auffällig ist, dass es im Vergleich zum Jahr zuvor eine deutliche Verschiebung hin zur untertariflichen Bezahlung gegeben hat.
Viele MFA haben nach der Prüfung einen weiteren Abschluss gemacht oder streben ihn an (23 Prozent der Befragten/84 von 364 Teilnehmenden). Davon gehen 17 Prozent in eine weitere Berufsausbildung, sechs Prozent in ein Medizinstudium und ebenfalls 6 Prozent beginnen eine Aufstiegsfortbildung zur Fachwirtin oder zum Fachwirt.
“Die Daten zeigen, dass eine hohe Anzahl von Auszubildenden die Abschlussprüfung erfolgreich absolviert. Gleichzeitig zeigt sich, dass die langfristige Bindung der Fachkräfte nach der Ausbildung nicht immer gelingt”, sagte Mozr zu den Ergebnissen. An der allgemeinen Entwicklung am Arbeitsmarkt lasse sich aber auch ablesen, dass es sich dabei nicht um ein MFA-spezifisches Phänomen handele.




