
UKSH: minimalinvasives System zum Ersatz der Mitralklappe
Bei der seit Kurzem zugelassenen Technologie wird die Prothese ohne große Operation minimalinvasiv implantiert. Über einen Zugang in der Leiste wird sie per Katheter bis ins Herz geführt. Bisher konnte man nur drei der vier Herzklappen mit einem Katheter gestützten Verfahren von der Leiste aus ersetzen. “Mit dem neuen System ist dieses Vorgehen für die Mitralklappe erstmals möglich. Damit gibt es eine Behandlungsmöglichkeit für Patientinnen und Patienten, für die aufgrund ihres Gesundheitszustands und der Anatomie ihrer Mitralklappe keine der bislang verfügbaren Therapien in Frage kam”, teilte das UKSH mit.
Kiel und Lübeck fast zeitgleich
Der erste Patient in Kiel wurde in der Klinik für Innere Medizin III von Klinikdirektor Prof. Derk Frank und Oberarzt Dr. Tim Kujat behandelt. In der Medizinischen Klinik II am Campus Lübeck wurde die Prozedur fast zeitgleich von Klinikdirektor Prof. Ingo Eitel und PD Dr. Christian Frerker, Leiter des Bereichs strukturelle Herzerkrankung, durchgeführt. „Beide Patienten haben den Eingriff gut überstanden. Wir erwarten, dass sie ein hohes Maß an Lebensqualität zurückgewinnen“, sagte Frank. „Es ist eine tolle Leistung unserer klinischen Teams, dass diese innovative Methode nun am UKSH verfügbar ist“, wurde Eitel in der Mitteilung zitiert.
Erweitertes Therapiespektrum
Das neue Verfahren erweitert das Therapiespektrum an den Standorten: An den Universitären Herzzentren in Kiel und Lübeck kann die Erkrankung zwar chirurgisch behandelt werden, der offene Eingriff kommt jedoch für Patientinnen und Patienten mit schweren Vorerkrankungen oft nicht in Betracht. Alternativ stehen minimalinvasive Clip-Verfahren zur Reparatur der defekten Klappe zur Verfügung. Diese sind jedoch ebenfalls in bestimmten schweren Fällen nicht möglich. (PM/RED)








