Mann mit Bart und Brille steht im Freien vor einem Gebäude. Er trägt Hemd und Jackett und schaut ernst in die Kamera.
Prof. Cornelius Borck © Hans-Jürgen Wege
Prof. Cornelius Borck © Hans-Jürgen Wege

Studium Generale zur Freiheit der Wissenschaft

Globale Gesundheitsrisiken und andere Herausforderungen unserer Zeit sind ohne wissenschaftliche Erkenntnisse nicht zu bewältigen. Dennoch gerät Wissenschaft zunehmend unter Druck. Das Studium Generale der Lübecker Universität widmet sich deshalb im Sommersemester 2026 dieser Entwicklung mit einer achtteiligen Vorlesungsreihe.

Medizinern ist klar, dass gute Wissenschaft von kritischem Denken und offenem Austausch lebt. Selbstverständlich ist das jedoch nicht: Wissenschaft insgesamt wird politisch bisweilen als irrelevant oder einseitig dargestellt und ideologisch bekämpft. Als Beispiele für solche Entwicklungen nennt die Lübecker Universität Belarus, Ungarn und die Vereinigten Staaten. Sie verweist in einer Pressemitteilung darauf, dass auch in Deutschland solche Stimmen lauter werden. 

„Wissenschaftsfreiheit ist mehr als Meinungsfreiheit"
„Es ist doch längst klar: Alle Zukunftsfragen, die wir heute diskutieren, lassen sich nur mit Wissenschaft bewältigen“, wurde Prof. Cornelius Borck, der das Studium Generale gemeinsam mit Dr. Birgit Stammberger organisiert, in der Mitteilung zitiert. Der Wissenschaftshistoriker und Medizinphilosoph aus Lübeck gab zu bedenken: „Sonst regieren pure Macht und vermeintliche Sachzwänge – und damit ist schon gesagt, dass Wissenschaft frei sein muss: Wissenschaftsfreiheit ist nicht einfach nur Meinungsfreiheit, sondern sie braucht die argumentative Auseinandersetzung im kritischen Dialog.“

Aktuelle Gefahren für Wissenschaft stehen im Fokus
Vor diesem Hintergrund nimmt die Vorlesungsreihe „Wissenschaft unter Druck“ im Studium Generale der Universität zu Lübeck aktuelle Gefahren für Wissenschaft in den Blick. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Bereichen Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie und Kulturwissenschaften diskutieren Fragen wie: Was bedeutet Freiheit der Wissenschaft? Welche Rolle spielt Wissenschaft für demokratische Prozesse? Welchen Gefahren sind Wissenschaften heute in Deutschland ausgesetzt? Und wie können sie widerstandsfähig bleiben, um zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beizutragen? Die Vorträge beleuchten aus verschiedenen Perspektiven, wie politischer und gesellschaftlicher Druck wissenschaftliche Arbeit prägt. Zugleich geben sie Einblicke in konkrete Erfahrungen aus unterschiedlichen Ländern wie etwa aus Belarus und den USA.

Acht Termine von April bis Juli
Die Vorlesungsreihe beginnt am 15. April und richtet sich an alle Interessierten. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung laut Universität nicht erforderlich. Dies sind die Vortragstermine: 

  • Mittwoch, 15. April I Uwe Schimank (Bremen):
    „Gefährdungen der Wissenschaftsfreiheit – offene und heimliche“
  • Mittwoch, 29. April I Jan Groos (Berlin):
    „Demokratischer Wandel und Wissen“ 
  • Mittwoch, 13. Mai I Frieder Vogelmann (Freiburg):
    „Politik und Wissenschaften: (K)eine Liebesbeziehung?“ 
  • Donnerstag, 21. Mai I Paula Irene Villa (München):
    „Nützlich, relevant, ihr Geld wert? Wissenschaft zwischen (populistischen) Verführungen und Zumutungen“
  • Mittwoch, 3. Juni I Silke Beck (München):
    „Im Auge des Sturms: Zu den politischen Angriffen und den Verletzlichkeiten der Klimaforschung“ 
  • Mittwoch, 17. Juni I Olga Shparaga (Hagen):
    „Wissenschaft unter Repression und im Exil: Der Fall Belarus“ 
  • Mittwoch, 1. Juli I Amrei Bahr (Stuttgart):
    „Haltung zeigen! Zur Demokratieverantwortung der Wissenschaft“
  • Mittwoch, 8. Juli I Andreas Killen (New York) & Karin Harrasser (Wien):
    „Wissenschaft unter Druck: Erfahrungen aus den USA“

Die Vorträge beginnen jeweils um 18.30 Uhr im Hörsaal des IMGWF/ZKFL (Königstr. 42, 23552 Lübeck).  (PM/RED)

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