
Sonografie bei Gelenkschmerzen von Kindern und Säuglingen
Bei einer Vielzahl kinderorthopädischer Erkrankungen ist die sonographische Abklärung von Gelenkbeschwerden Standard. Die Hüftsonographie nach Graf zum Screening der Hüftdysplasie sowie die Therapieverlaufkontrolle haben sich erfolgreich etabliert. Mittlerweile wird auch die Frakturidentifikation sonographisch eingesetzt. Bei schmerzhaften Gelenken werden im Rahmen der Erstuntersuchung häufig krankhafte Gelenkergüsse z.B. im Rahmen von Infekten, Knorpel- und Knochenveränderungen (Coxitis fugax, M. Perthes, Epiphyseolysis capitis femoris) sowie eine Synovialitis (Juvenile rheumatoide Arthritis) schnell und sicher detektiert.
Inzwischen gelang es in aktuellen Studien aus der Auenlandklinik Bad Bramstedt bei Hüftgelenksbeschwerden die Sonografiediagnostik zur Bestimmung der Kongruenz des Hüftgelenkes einzusetzen und nachfolgend morphologische Strukturstörungen nachzuweisen. Hierbei erfolgte erstmals die sonographische Diagnostik der Kongruenz und der Protrusion des Hüftkopfes im Vergleich zur Röntgendiagnostik und der MRT. Als Resultat konnten nach Angaben der Klinik, mit Einsatz neuer altersunabhängiger Messparameter und Referenzwerte, kinderorthopädische Hüftgelenkserkrankungen wie die Hüftdysplasie, Coxitis fugax, M. Perthes und Epiphyseolysis capitis femoris mit dieser Screeninguntersuchung näher eingegrenzt werden.
Die Morphologie und Protrusion des Hüftkopfes über den lateralen Acetabulum-Erker konnte laut Auenlandklinik standardisiert als ein sicherer diagnostischer Parameter identifiziert werden, der stark mit denen des Röntgenbildes und der MRT korrelierte. Die schnell verfügbare, kostengünstige und nebenwirkungsfreie Sonographie könne insbesondere zum engmaschigen Screening des Krankheitsverlaufes eingesetzt werden.
Zusammenfassend sei die Hüftsonographie in Verbindung mit der klinischen Untersuchung spezifisch anwendbar, um einerseits bei rezidivierenden Hüftschmerzen einen Erguss und eine morphologische Auffälligkeit auszuschließen. Andererseits sei bei pathologisch auffälligem Hüftsonogramm, mit oder ohne klinischer Symptomatik, die Diagnose dringend weiter zu sichern.
Ein Department für Kinder- und Neuroorthopädie gibt es in Bad Bramstedt seit 2012. Ambulante Therapien finden dort über das MVZ im Klinikum statt. Stationär erfolgt die Behandlung entweder operativ oder konservativ im Rahmen einer multimodalen Komplextherapie. Als Schwerpunkt in der Diagnostik wird die Säuglingssonographie und Kindersonographie angeboten, DEGUM III zertifiziert. (PM/RED)





