Fünf ältere Menschen beim Sport im Fitnessstudio
© AdobeStock Pixel-Shot
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So bringen Ärzte ihre Patienten in Bewegung

Bewegung ist eine der Kernbotschaften, wenn es um Prävention geht. An Hinweisen und Möglichkeiten mangelt es nicht – dennoch bewegen sich viele Menschen im Alltag deutlich zu wenig. In Ostholstein hat sich im vergangenen Jahr eine Arbeitsgruppe „Bewegungsförderung/Erhalt der Mobilität älterer Menschen“ gebildet, die diesem Problem entgegenwirken möchte.

Dirk Schnack

Als wertvolles Instrument, um dem Ziel „Mehr Bewegung“ näher zu kommen, hat die Arbeitsgruppe das „Rezept für Bewegung“ ausgemacht. „Es gefällt mir so gut, weil es einfach auszustellen, motivierend, individuell und alltagsnah ist. Es lädt zu mehr Bewegung im Alltag ein“, sagt Dr. Christine Schwill aus dem Ärztenetz Eutin/Malente. Sie hatte es im Rahmen einer Fortbildung kennengelernt, daraufhin in der Praxis eingesetzt und stellte es auch auf der Mitgliederversammlung des Praxisnetzes vor. „Obwohl es gut ankommt, braucht es immer mal wieder eine Erinnerung“, sagt die Fachärztin für Allgemeinmedizin und für Innere Medizin.

Ziel: das Rezept für Bewegung in der Region bekannter machen
Das „Rezept für Bewegung“ ist eine Initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes, der Bundesärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention. Es wird von ärztlichen Berufsverbänden und von den Landessportbünden unterstützt und umgesetzt. Die Arbeitsgruppe in Ostholstein versucht nun, das „Rezept für Bewegung“ in der Region bekannter zu machen. Es kann gezielt als präventive Maßnahme bei Patientinnen und Patienten mit Bewegungsmangel ohne spezifische Indikation eingesetzt werden, auch wenn keine akuten Erkrankungen oder besondere gesundheitliche Vorbelastungen vorliegen. Zugleich wird durch die Teilnahme an Bewegungsangeboten die soziale Teilhabe gefördert. Es eignet sich also besonders für Patientinnen und Patienten, die sich einsam fühlen.

Die Vorteile auf einen Blick
Als Vorteile des „Rezepts für Bewegung“ für Ärztinnen und Ärzte nennen die Initiatoren: 

  • Begleitung der Patienten zu einem aktiveren, gesünderen Lebensstil
  • Unterstützung bei der Bewegungsberatung über den Nutzen von Bewegung und dem gemeinsamen Sport für körperliche und mentale Gesundheit
  • Empfehlung einer passgenauen Bewegung als präventive Maßnahme zur Gesundheitsförderung
  • Informationen zu Bewegungsangeboten in Sportvereinen vermitteln
  • kostenfreies Angebot ohne Budgetbelastung
  • eventuell Entlastung des Arzneimittelbudgets, wenn regelmäßige Bewegung die Medikation oder die Dosis verordneter Medikamente reduzieren hilft 

Vier Schwerpunkte sind möglich
Für das „Rezept auf Bewegung“ füllen Ärztinnen und Ärzte ein Formular aus, das den Patienten ein Training zu vier möglichen Schwerpunkten ermöglicht: Herz-Kreislauf-System, Haltungs- und Bewegungssystem, Stressbewältigung und Entspannung oder Allgemeines Gesundheitstraining. 
Die Arbeitsgruppe in Ostholstein ist im Zuge der neuen inhaltlichen Ausrichtung des Kreises auf das Themenfeld „Gesund älter werden“ entstanden. Als „Bündnis für Gesundheit“ ist die kommunale Gesundheitskonferenz ein Steuerungs- und Koordinierungsgremium, in dem die relevanten Akteure, Entscheidungs- und Kostenträger im Kreis Strategien, Ziele, Empfehlungen und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung erarbeiten, die über das „Prinzip Selbstverpflichtung“ umgesetzt werden sollen. Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe werden in die politischen Gremien des Kreises eingebracht. Mit der Leitung der Arbeitsgruppe beauftragte der Kreis die Landesvereinigung für Gesundheitsförderung Schleswig-Holstein e.V. Mehr Informationen zum Rezept auf Bewegung unter diesem Link

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