Prof. Henrik Herrmann
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Schlüsseljahr 2026: zukunftssicher oder symptomorientiert?

Ein neues Jahr hat begonnen und es sieht so aus, als ob 2026 ein Schlüsseljahr wird, einen Scheidepunkt darstellt. In der Weltpolitik erscheint mittlerweile alles möglich, was zuvor fast undenkbar war, und auch im Gesundheitswesen wird sich zeigen, ob es wirklich zukunftssicher wird oder ob lediglich rein symptomorientierte Maßnahmen getroffen werden. 
Auf Bundesebene sind bereits sieben Gesetze auf dem Weg, weitere acht sollen 2026 folgen, darunter große Themen wie die Notfall- und Rettungsdienstreform, Primärversorgungssystem, GKV-Finanzreform, Gesundheitssicherstellungsgesetz sowie das Pflege- und Gesundheitsexperten-Einführungsgesetz. Hiermit könnten wichtige Weichen für die nächsten Jahre gestellt werden, die echte Veränderungen bewirken. Genauso besteht die Gefahr, dass nur eingespart werden soll, die Komplexität zunehmen und mehr Bürokratie und Reglementierungen aufgebaut werden. Damit das nicht geschieht, gehören Klarheit, Praxistauglichkeit und politischer Mut dazu, um neue Wege in der Versorgung zu ermöglichen.
Auch in Schleswig-Holstein wird es gesundheitspolitisch dynamisch. Der Kabinettsentwurf zum Rettungsdienstgesetz ist zu begrüßen, es erhöht die Patientensicherheit und Flexibilität, ermöglicht einen gezielteren Ressourceneinsatz und einen stärkeren Einsatz von Telemedizin und führt neue sinnvolle Einsatz- und Fortbildungsstrukturen ein. Daneben wird es ein neues Landeskrankenhausgesetz geben vor dem Hintergrund der Krankenhausreformen, verbunden mit einer überarbeiteten Landeskrankenhausplanung wegen der neuen Leistungsgruppen. Hoffentlich besteht auch bei uns Klarheit in den Zielen und Mut zu notwendigen Veränderungen. Es wird bestimmt Gegenwind geben, doch mit Wind kennen wir uns aus und ohne Wind bewegt sich nichts. Wichtig ist nur, seinen Hafen zu kennen, das angestrebte Ziel: eine zukunftsfeste, sichere und qualitativ hochwertige gesundheitliche Versorgung für unser Bundesland im Rahmen einer werteorientierten Medizin. Das gilt für die stationäre Behandlung genauso wie für die ambulante Versorgung, ob angestellt oder selbstständig in der Niederlassung - letzteres ist das Schwerpunktthema dieses Ärzteblatts. Unsere Ärztekammer wird sich aktiv und engagiert darin einbringen, es verspricht ein interessantes und spannendes Jahr zu werden.

„Um neue Wege in der Versorgung zu ermöglichen, gehören Klarheit, Praxistauglichkeit und politischer Mut dazu."

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