
Risikofaktoren für bakterielle Hauterkrankungen
Ein Forschungsteam um Sören Dräger, Katja Bieber und Ralf Ludwig aus dem Exzellenzcluster hat die Frage mithilfe einer groß angelegten TriNetX-Analyse untersucht. Die Auswertung von Gesundheitsdaten aus mehr als elf Millionen Patientinnen und Patienten ermöglicht laut Mitteilung des Clusters erstmals eine systematische Bewertung zahlreicher Risikofaktoren gleichzeitig und das deutlich robuster als frühere, kleinere Studien.
Die Ergebnisse zeigen laut Exzellenzcluster ein klares Muster: Besonders erhöht ist das Risiko bei Erkrankungen und Zuständen, die Hautbarriere, Lymphabfluss oder Durchblutung beeinträchtigen. Dazu zählen etwa chronische Beingeschwüre, Lymphödeme und venöse Insuffizienz ebenso wie Herzinsuffizienz, Diabetes und Adipositas. Auch Pilzinfektionen der Haut, Nikotin- und Alkoholkonsum sowie ein niedriger sozialer Status standen mit einem erhöhten Risiko in Zusammenhang.
Die Infektionen entstehen selten zufällig
Die Studie macht deutlich, dass die Infektionen selten zufällig entstehen. Sie entwickeln sich in aller Regel dort, wo Gefäßfunktion, Gewebestruktur, Stoffwechsel und Lebensstil zusammenwirken. „Weil sowohl die Erkrankung als auch ihre Risikofaktoren häufig sind, ergibt sich eine erhebliche sozioökonomisch Bedeutung – und zugleich mehrere Ansätze zur Prävention", heißt es in der PMI-Mitteilung.
Im Exzellenzcluster „Präzisionsmedizin für chronische Entzündungserkrankungen“ (PMI) arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Fachrichtungen aus Medizin und Grundlagenwissenschaft interdisziplinär zusammen, um Diagnose, Behandlung und Prävention dieser Erkrankungen deutlich zu verbessern. Hier geht es zur Originalpublikation: Identifying common risk factors for primary cellulitis in a large-scale retrospective cohort study - ScienceDirect (PM/RED)





