Bei der Versorgung eines schwerverletzten Polizisten im Kampfanzug kümmern sich mehrere Einsatzkräfte von beiden Seiten um den Patienten.  Im Vordergrund ist die Jacke eines Rettungssanitäters zu erkennen, im Hintergrund mehrere Klinikangestellte mit Masken.
Den Notfall trainiert: Mitarbeiter von Rettungsdienst, des Klinikums Nordfriesland und der Polizei übten in der Klinik Husum die Versorgung eines im Einsatz schwerverletzten Polizisten. © Landespolizei Schleswig-Holstein
Den Notfall trainiert: Mitarbeiter von Rettungsdienst, des Klinikums Nordfriesland und der Polizei übten in der Klinik Husum die Versorgung eines im Einsatz schwerverletzten Polizisten. © Landespolizei Schleswig-Holstein

Rettungskette für schwerverletzten Polizisten

Bei der Versorgung von verletzten Sicherheitskräften müssen Kliniken, Rettungsdienste und Polizei Hand in Hand arbeiten. Damit das gelingt, sind Übungen unerlässlich. In Husum wurde das gerade erfolgreich geprobt.

Landeplatz der Klinik Husum: Ein Helikopter nähert sich, ein Rettungswagen des Landkreises wartet. Das Team der Zentralen Notfallaufnahme der Klinik Husum steht bereit – der Schockraum ist vorbereitet.
Was nach Routine klingt, ist es in mehrfacher Hinsicht nicht. Es kommt ein Helikopter der Bundespolizei. An Bord ist ein schwerverletzter Polizist einer Spezialeinheit – er hat eine Schussverletzung, ein „Combat-Sanitäter“-Team stabilisiert sein Herz-Kreislaufsystem und hat Maßnahmen ergriffen, den Blutverlust gering zu halten. Im Krankenhaus steht derweil das sogenannte „Polytrauma-Team“ – ein interdisziplinäres Ärzteteam und Fachpflegepersonal – bereit, den Patienten zu versorgen.

Reibungslose Übergabe
Dann geht alles ganz schnell: Auf dem Hubschrauber-Landeplatz erfolgt eine Übergabe an den Rettungswagen, neben dem Patienten fahren die „Combat-Sanitäter“ mit ins Krankenhaus. In der ZNA Husum wird der verletzte Polizist an das „Polytrauma-Team“ der Klinik übergeben, das unter Leitung eines erfahrenen Facharztes der Intensivmedizin steht. Im Schockraum erfolgt dann bei absoluter Stille - nur unterbrochen durch kurze und präzise Anweisungen des ärztlichen „Team Leaders“ und den schnellen Bewegungen der ausführenden Ärzte und Pflegekräfte die Stabilisierung des schwerverletzten Polizisten und die Vorbereitung für die anstehende Not-OP. Nach knapp 20 Minuten wird der Patient im Eilschritt in den inzwischen vorbereiteten OP-Saal gefahren.

GETEX-Vorbereitungsübung 
Neben den Kommandos des „Team-Leaders“ kamen im Schockraum von einem uniformierten „Instructor“ weitere Anweisungen, z.B. „Herzstillstand“, worauf das Team reagieren muss. Damit entpuppt sich die Situation als Übung – allerdings, und das ist besonders, mit einem perfekt geschminkten Polizisten als „Opfer“. Der Rettungsdienst Nordfriesland und das „Polytrauma Team“ der Klinik Husum waren in eine sogenannte GETEX Vorbereitungsübung eingebunden. Bei der GETEX handelt es sich um ein bundesweites Übungsformat, das in diesem Jahr von der Landespolizei SchleswigHolstein geplant und ausgerichtet wird. Innerhalb dieser Serie an Übungen zur Terrorismusabwehr arbeiten Polizeikräfte der Länder, die Bundespolizei, die Bundeswehr und weitere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben eng zusammen. Ziel ist es, Verfahren zur Terrorabwehr abzustimmen und das Zusammenspiel der spezialisierten Einheiten zu trainieren.

Übergaben verliefen reibungslos
In die Übungen ist auch die Firma OffTEC Base in Enge-Sande eingebunden. Da auch das Klinikum Nordfriesland mit der  Firma rund um die Sicherheit an Land und auf See zusammenarbeitet, entwickelte sich die Einbindung der Klinik Husum in das Übungsgeschehen der Sicherheitskräfte. Im anschließenden Briefing wurde laut einer Pressemitteilung des Klinikums Nordfriesland festgestellt, dass es bei der Übergabe des Verletzten von der Polizei an den Rettungsdienst und weiter an das Klinikum keinerlei Probleme oder Missverständnisse gegeben habe - alle „sprachen die gleiche Sprache. “ (PM/RED)

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