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Foto: AOK NordWest/Colourbox/hfr.
Foto: AOK NordWest/Colourbox/hfr.

QuaMaDi bekommt KI-Unterstützung

Künstliche Intelligenz (KI) hält an vielen Stellen Einzug in der Medizin. Dies gilt auch für das seit 2005 flächendeckend in Schleswig-Holstein eingeführte Brustkrebs-Früherkennungsprogramm QuaMaDi. Das Land unterstützt die KI-Einführung mit einer halben Million Euro aus dem Versorgungssicherungsfonds.

Das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm QuaMaDi (Qualitätsgesicherte Mamma-Diagnostik) setzt ab 1. Juli KI zur Erhöhung der Diagnosesicherheit ein. Die KI soll die radiologische Diagnostik unterstützen und die ärztliche Expertise dort konzentrieren, wo sie am dringendsten gebraucht wird. Dies teilten Ende Juni die KV Schleswig-Holstein, das Landesgesundheitsministerium und die AOK Nordwest mit. 

Die eingesetzte KI-Software analysiert digitale Mammographien, erkennt auffällige Strukturen, markiert sie farblich und berechnet Wahrscheinlichkeiten für eine mögliche bösartige Veränderung. Die finale Entscheidung über den Befund bleibt bei der Radiologin oder dem Radiologen. Die Vertragspartner betonten in einer gemeinsamen Mitteilung: "Die KI ersetzt nicht die ärztliche Diagnostik, sondern unterstützt sie."

Wo kommt die KI zum Einsatz?

Die  zertifizierten KI-Software wird in radiologischen QuaMaDi-Praxen in Schleswig-Holstein, die sich freiwillig an dem Projekt beteiligen, eingesetzt. Die Praxen können die für sie passende Softwarelösung selbst auswählen. Unterstützt werden sie dabei von der KVSH. Begleitet wird das Projekt durch das Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie an Lübecker Universität, das die wissenschaftliche Evaluation übernimmt.

Der Nutzen für die Versorgung

Die Kombination aus ärztlicher Befundung und KI-Unterstützung verspricht mehrere Vorteile: Auffälligkeiten können früher erkannt, Unsicherheiten in der Beurteilung reduziert und falsch-negative oder falsch-positive Ergebnisse minimiert werden. Zudem ermöglicht die KI eine gezieltere Steuerung der Fälle: In bestimmten Konstellationen, wenn sowohl KI als auch die  Radiologen einen Fall als unauffällig einstufen, kann die zweite ärztliche Befundung entfallen. “So bleibt mehr Zeit für das, was wirklich zählt: die sorgfältige Beurteilung schwieriger, auffälliger oder grenzwertiger Befunde”, so die Vertragspartner.

So funktioniert QuaMaDi

QuaMaDi gibt es in Schleswig-Holstein flächendeckend seit 2005. Es ist ein bundesweit einmaliges Untersuchungsprogramm für Frauen mit erhöhtem Risiko oder einem Verdacht auf Brustkrebs. Zentrales Instrument ist eine strukturierte Zusammenarbeit aller beteiligten Arztgruppen (niedergelassene Gynäkologen, Radiologen, Pathologen und Ärzte in spezialisierten Brustzentren in Kliniken). Das Besondere an QuaMaDi: Jede Mammographie-Aufnahme wird durch einen zweiten, unabhängigen Radiologen beurteilt. Bei einem verdächtigen oder nicht eindeutigen Ergebnis begutachtet außerdem ein dritter Arzt in einem Brustzentrum die Befunde und Bilder. Der gesamte Prozess ist digitalisiert. Alle Bilder und Befunde werden in einer elektronischen Fallakte gebündelt. Auf diese Unterlagen haben die beteiligten Ärzte einen sofortigen Zugriff.

Zahlen zu QuaMadi

An dem Programm nehmen aktuell knapp 460 Ärztinnen und Ärzte teil: Gynäkologen (357), Radiologen (74), Pathologen (17), Ärzte in vier Brustzentren (10).Das Gesundheitsministerium stellt für das Modellprojekt eine Förderung in Höhe von 500.000 Euro bereit. Die Mittel fließen unter anderem in die Installation der KI in den Praxen und in die Finanzierung der Lizenzgebühren für den KI-Einsatz. In Schleswig-Holstein werden jährlich zwischen 65.000 und 70.000 Frauen mit erhöhtem Risiko oder einem Verdacht auf Brustkrebs im Rahmen von QuaMaDi untersucht. 2023 wurden dabei rund 1.000 Fälle von Brustkrebs neu entdeckt. Der überwiegende Anteil dieser Krebsfälle wird in einem frühen Stadium erkannt. (PM/RED)

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