Ein Arzt und eine Ärztin in weißen Kitteln halten lächelnd ein weißes, schlauchartiges Kunststoffimplantat in die Kamera.
Prof. Olav Jansen und Dr. Mariya Pravdivtseva mit einem Implantatmodell © UKSH
Prof. Olav Jansen und Dr. Mariya Pravdivtseva mit einem Implantatmodell © UKSH

Aneurysmatherapie: UKSH und CAU entwickeln personalisierte Implantate

Für die Entwicklung maßgefertigter Implantate bei Gefäßerkrankungen erhalten das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) und die Medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gemeinsam 2,3 Millionen Euro Fördergelder. Bislang ist die Passform standardisiert. Von der individuellen Maßanfertigung versprechen die Forscher sich eine verbesserte Wirkung und weniger Komplikationen für die Betroffenen.

Den Angaben des UKSH zufolge soll das Projekt STRIVE (Simulation-based Trials for Vascular Treatment) die schnellere Entwicklung personalisierter, gezielt platzierter Implantate zur Behandlung von Aneurysmen ermöglichen. Mithilfe der Erstellung digitaler Zwillinge von Patientinnen und Patienten sowie von Implantaten könnten Behandlungsergebnisse vorhergesagt werden, ohne invasive Eingriffe oder großangelegte Studien, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Das Forschungsteam nutzt auch künstliche Intelligenz, um aus den Simulationen neue Gefäßimplantate zu entwerfen, anschließend zu fertigen und real zu prüfen.

„Auf diese Weise entsteht ein durchgängiger Prozess, der von digitalen Modellen zu greifbaren medizinischen Lösungen führt – mit direktem Nutzen für Patientinnen und Patienten“, wurde Prof. Olav Jansen, Direktor der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie und Ärztlicher Direktor des campusübergreifenden Radiologiezentrums, in der Mitteilung zitiert. „Unser Ansatz ermöglicht die Entwicklung personalisierter Therapien, senkt Kosten und Entwicklungszeiten für die Herstellung neuer Implantate und reduziert den Bedarf an klinischen Studien“, ergänzte Projektleiterin Dr. Mariya Pravdivtseva, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik.

STRIVE ist inhaltlich eng mit der Initiative für Digitale Implantatforschung (IDIR) des UKSH, der CAU und des Helmholtz-Zentrums HEREON verbunden. Ziel dieser interdisziplinären Zusammenarbeit ist es, Implantatforschung und -entwicklung durch modernste Technologien auf ein neues Niveau zu heben. (PM/RED)

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