Mann mit hellem Sakko steht in einem lichtdurchfluteten Flur und schaut in die Kamera.
Dr. Ralf van Heek © Dirk Schnack
Dr. Ralf van Heek © Dirk Schnack

Passivrauchen im Auto: Ärztetag will Kinder schützen

Rauchen im Auto, wenn Kinder im Fahrzeug sitzen: Das war früher selbstverständlich und ist bis heute nicht verboten. Der Deutsche Ärztetag hat sich auf Initiative schleswig-holsteinischer Delegierter dafür ausgesprochen, den Bundesrat bei dessen Gesetzentwurf für ein Verbot zu unterstützen.

Dirk Schnack

„Der 130. Deutsche Ärztetag 2026 unterstützt den Gesetzentwurf des Bundesrates zum Verbot der Passivrauchexposition von Kindern und Jugendlichen in Pkw." Dieser Antrag wurde am 13. Mai mit großer Mehrheit von den Delegierten des Ärztetages in Hannover angenommen. Eingebracht hatte den Antrag eine Gruppe schleswig-holsteinischer Delegierter um den Kieler Pädiater Dr. Ralf van Heek.
„Gesundheitsschäden durch Tabakrauch auch bei indirekter Inhalation sind allgemein bekannt und wissenschaftlich gut belegt. Die sich entwickelnden Atemwege und Lungen von jungen Menschen sind besonders gefährdet, ihr Schutz ist darum besonders wichtig. Der Gesetzgeber wird dabei auch die Einbeziehung von Passivdampfinhalation (Vapen) prüfen", heißt es zur Begründung des Antrags, der auf breite Zustimmung stieß.

Das planen die Länder
Bislang gibt es in in Deutschland kein Gesetz, das das Rauchen im Auto verbietet, auch nicht in Anwesenheit von Kindern oder Schwangeren. Die Länder versuchen derzeit über den Bundesrat, eine entsprechende Änderung des Bundesnichtraucherschutzgesetzes (BNichtrSchG) zu erreichen. Sie beschlossen am 26. September 2025, einen entsprechenden Gesetzentwurf beim Bundestag einzubringen. Sie wiederholen dabei Anträge, die sie bereits in den Jahren 2019 und 2022 in den Bundestag eingebracht hatten. Nun schlagen die Länder erneut eine Änderung im Bundesnichtraucherschutzgesetz vor, die das Rauchen in geschlossenen Fahrzeugen in solchen Fällen ausdrücklich untersagt. Im Falle eines Verstoßes soll ein Bußgeld von 500 bis 3000 Euro drohen.

Jährlich sterben 166.000 Kinder an den Folgen des Passivrauchens
Zur Begründung ihrer Initiative verwies die Länderkammer auf die massiven Folgen des Passivrauchens: Weltweit würden jährlich 166.000 Kinder an den Folgen des Passivrauchens sterben, heißt es in dem Gesetzentwurf. Gerade in Fahrzeugkabinen seien Minderjährige und ungeborene Kinder den Gefahren einer gesundheitlichen Schädigung besonders ausgesetzt: Nirgends sei die Passivrauchkonzentration so hoch wie im Auto als Mitfahrer. Einer Schätzung des Deutschen Krebsforschungszentrums zufolge sei derzeit in Deutschland rund eine Million Minderjähriger Tabakrauch im Auto ausgesetzt. Der Erfolg der Initiative ist noch nicht ausgemacht: Der Gesetzentwurf wird dem Bundestag über die Bundesregierung zugeleitet. Dieser entscheidet, ob er den Vorschlag des Bundesrates aufgreifen will. Feste Fristen gibt es hierfür nicht.

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