
PAAM: Studie untersucht Effizienz für hausärztliche Versorgung
Unter dem Titel „Physician Assistants in der Allgemeinmedizin“ (PAAM) untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, ob die hausärztliche Versorgung insbesondere auf dem Land durch den neuen Assistenzberuf verbessert und langfristig sichergestellt werden kann. Das neue Berufsbild des PA könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen. „Internationale Studienergebnisse zeigen, dass der Einsatz von PAs gerade auf dem Land sehr effektiv sein kann“, sagt Projektleiterin Alessia Dehnen vom Institut für Allgemeinmedizin (ifam) der Universitätsklinik Essen. „Mit unserer Forschung möchten wir herausfinden, wie Physician Assistants optimal in die hausärztliche Regelversorgung integriert und dort etabliert werden können, auch unter ökonomischen Gesichtspunkten.“
Kooperationspartner des auf 45 Monate angelegten Forschungsvorhabens sind unter anderem die Kassenärztlichen Vereinigungen Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe, das Institut für Ärztliche Qualitätssicherung Schleswig-Holstein (IÄQSH), die Universitäten Bochum, Düsseldorf und Witten sowie die Barmer Ersatzkasse. Der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) bezuschusst das Projekt mit rund 6,7 Millionen Euro.
Drei Clusterpaare in Schleswig-Holstein
In der randomisierten, kontrollierten Studie vergleichen die Forschenden regionale Cluster von jeweils einer Hausarztpraxis mit PA mit einer oder zwei Praxen ohne PA in ländlichen Räumen. Drei dieser Cluster gibt es in Schleswig-Holstein: in Reinfeld und Wahlstedt, Elmshorn und Hohenwestedt sowie Heide und Hennstedt. Diese bekommen aus dem Projektfördertopf einen Zuschuss zum Gehalt der angestellten PAs.
Hausärztinnen und -ärzte im Norden stehen dem Projekt noch skeptisch gegenüber: Anders als in Westfalen-Lippe sei es in Schleswig-Holstein mühsam gewesen, überhaupt Praxen für die Teilnahme am Projekt zu gewinnen, sagte Dehnen am Rande einer Veranstaltung des IÄQSH. Begründet wurde das Zögern vor allem mit mangelnden räumlichen Kapazitäten – eine PA arbeitet idealerweise in ihrem eigenen Sprechzimmer – und der Budgetierung.




