
Orden aus der Ukraine für das Kleeblattkonzept
Das bundesweit etablierte Kleeblattkonzept wurde im Institut für Rettungs- und Notfallmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) mit dem Orden des Heiligen Panteleimon ausgezeichnet. Der Orden gehört zu den höchsten Ehrungen in der Ukraine im Bereich des Gesundheitswesens und honoriert humanistische Aktivitäten, die auf die Erhaltung und Stärkung der Gesundheit der ukrainischen Bürgerinnen und Bürger zielen.
In Kiel kamen viele hochrangige Teilnehmende zur feierlichen Veranstaltung zusammen. Grußworte sprachen u.a. Dr. Georg Kippels, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Prof. Kerstin von der Decken, Ministerin für Justiz und Gesundes des Landes Schleswig-Holstein, und Generalarzt Dr. Thomas Harbaum, Kommandeur und Ärztlicher Direktor des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg. Den Orden des Heiligen Panteleimon nahm stellvertretend für die Mitglieder des Kleeblatt-Steuerungsgremiums Prof. Dr. André Gottschalk, ärztlicher Fachberater im Kleeblatt Nord, entgegen.
Auszeichnung drückt Dankbarkeit des ukrainischen Volkes aus
„Wir wollen mit der Ordensverleihung die große Dankbarkeit des ukrainischen Volkes ausdrücken. Schwerverletzte Patientinnen und Patienten, die in der Ukraine ihren Verwundungen erlegen wären, haben durch die unglaubliche Organisationsleistung des Kleeblattgremiums eine sehr gute Behandlung in Deutschland erhalten und die Chance, weiterzuleben. Es gibt nichts Wertvolleres – sowohl für die Menschen selbst als auch für ihre Angehörigen“, sagte Mariya Maksymtsiv, Vorsitzende des Auslandsrats des Ordens, die die Zeremonie offiziell eröffnete und den Orden überreichte. Der hohe Rat des Ordens in der Ukraine hatte sich zuvor einstimmig für die Ehrung des Kleeblattkonzepts ausgesprochen.
Das Kleeblattkonzept wurde während der Corona-Pandemie maßgeblich von den Bundesländern und unter Beteiligung von Bundesministerien als Strategie zur Verlegung von intensivpflichtig erkrankten COVID-19-Patientinnen und -Patienten entwickelt, um unter anderem regionale Überlastungen abzufedern. Dabei haben sich mehrere Bundesländer zu jeweils einem „Kleeblatt“ zusammengeschlossen und aus ihrem Kreis eine zentrale Anlaufstelle bestimmt (Single Point of Contact). Seit März 2022, dem Beginn des Kriegs, wurden diese etablierten Strukturen weiterentwickelt und mit ihrer Hilfe ukrainische Patientinnen und Patienten nach Deutschland evakuiert, die dringend medizinische Behandlung benötigen. Dabei sind die Schnittstellen so optimiert, dass das Vorgehen nahtlos an die ukrainische Rettungskette heranreicht und bis ins deutsche Krankenhaus und sogar bis hin zum medizinischen Krankenrücktransport organisiert ist.
Strategische Verlegung von Patienten
Das Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) des UKSH unter der Leitung von Prof. Jan-Thorsten Gräsner war an der Entwicklung des Kleeblattkonzepts beteiligt. Gräsner vertritt den Bereich Notfallmedizin in der Fachgruppe COVRIIN, die am Robert Koch-Institut koordiniert wird. Die Fachgruppe berät die Bundesländer und Krankenhäuser unter anderem bei Fragen zur strategischen Verlegung von Patientinnen und Patienten in und nach Deutschland. Das IRuN ist zudem Teil des operativen und strategischen Steuerungsgremiums des Kleeblattkonzepts und koordiniert die Fachgutachten der Patientinnen und Patienten, bevor sie nach Deutschland kommen. Die UKSH-Expertinnen und -Experten sprechen in jedem dieser Fälle eine Empfehlung für die aufnehmenden Kleeblätter hinsichtlich des Kliniklevels, der Transportmittel und der benötigten Fachdisziplinen aus.
Der Heilige Panteleimon gilt als Patron der Ärztinnen, Ärzte und Hebammen. UKSH-Chef Prof. Jens Scholz erhielt diese Auszeichnung bereits im August 2024 für die Aktion „UKSH hilft Ukraine“. (PM/RED)





