AOK_2025_forsa-Ergebnisse-Notfallversorgung-2025-SH.jpg
Viele Patienten erscheinen ohne Ersteinschätzung in der Notaufnahme. ©AOK Nordwest
Viele Patienten erscheinen ohne Ersteinschätzung in der Notaufnahme. ©AOK Nordwest

Notaufnahme: Viele erscheinen ohne Ersteinschätzung

Ersteinschätzung vor der Notaufnahme? Das ist nicht für jeden selbstverständlich. Eine forsa-Umfrage im Auftrag der AOK Nordwest unter 500 Schleswig-Holsteinern zeigt: 36 Prozent der Menschen, die in den vergangenen fünf Jahren die Notaufnahme einer Klinik aufgesucht haben, entschieden dies selbst - ohne vorherige Ersteinschätzung durch eine kompetente Stelle.

Warum suchen Patienten eine Notaufnahme auf? In der Umfrage gaben 37 Prozent der Befragten an, sie hätten sich akut zu schlecht gefühlt, um abwarten zu können. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst gelangten deutlich weniger Befragte in die Notaufnahme: Zwölf Prozent gaben an, nach der Ersteinschätzung unter der Telefonnummer 116 117 in die Notaufnahme gegangen zu sein. Knapp ein Viertel der Befragten (24 Prozent) waren laut eigenen Angaben von einer Arztpraxis in die Notaufnahme geschickt worden. Sieben Prozent erklärten, plötzlich Angst vor einem Schlaganfall oder Herzinfarkt bekommen zu haben. Acht Prozent der Befragten gaben an, keinen Facharzttermin bekommen zu haben, bevor sich ihr gesundheitliches Problem akut verschlimmert habe und sie deshalb den Eindruck gehabt hätten, die Notaufnahme aufsuchen zu müssen. 

Bereitschaftsnummer 116 117 in weiten Teilen der Bevölkerung bekannt

Gefragt wurde auch nach der Bekanntheit der Telefonnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst. 85 Prozent der Befragten in Schleswig-Holstein gaben an, dass ihnen die zentrale bundesweite Nummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigungen zur Vermittlung von Arztterminen und für den ärztlichen Bereitschaftsdienst bekannt sei. Etwa zwei Fünftel der Befragten (41 Prozent), die die Nummer kannten, hatten die 116 117 bereits angerufen, um sich bei akuten gesundheitlichen Beschwerden beraten zu lassen

Schnelligkeit des Rettungsdienstes überwiegend positiv eingeschätzt

Ein weiteres Thema war die Nutzung der Notrufnummer 112. 49 Prozent der Befragten in Schleswig-Holstein gaben an, dass sie diese Nummer schon einmal anrufen mussten, weil jemand tatsächlich oder vermutlich lebensbedrohlich erkrankt oder schwer verletzt war. Die Fristen bis zur Entgegennahme des Anrufes und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes werden von den Menschen überwiegend positiv bewertet: 93 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Anruf rasch entgegengenommen wurde und dass der Rettungsdienst schnell vor Ort war.

Das wünscht sich die AOK Nordwest

Für Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest, unterstreichen die Ergebnisse der Umfrage den Handlungsbedarf. „Patientinnen und Patienten brauchen rasch eine Einschätzung ihrer Beschwerden, um auf den richtigen Behandlungspfad gelenkt zu werden. So können wir eine Überlastung der Notfallversorgung und eine nicht sachgerechte Inanspruchnahme von fachärztlichen Leistungen verhindern“, sagte Ackermann. Die Zahlen spiegeln aus seiner Sicht auch die Unsicherheit der Menschen wider, was bei einem vermuteten Notfall für sie die beste Behandlungsoption ist.Er wünscht sich, dass die Bundesregierung die Reform von Notfallversorgung und Rettungsdienst zügig angeht und dass außerdem die 116 117 bekannter wird: „Die Nummer bietet die Voraussetzungen eine zentrale Schnittstelle sowohl für akute Notfälle als auch für die geplante Primärversorgung zu werden.“ (PM/RED)

Ähnliche Beiträge
Mann in Sakko und Krawatte mit Vollbart schaut freundlich in die Kamera.
Timo Gaarz © Kreis Ostholstein
11.05.2026

Der Kreis Ostholstein und Klinikträger Ameos haben sich auf ein „Ameos Kommunikationsforum"…

Junger Mann mit Bart und Brille im weißen Kittel schaut lächelnd in die Kamera.
PD Dr. Christoph Ehlken © UKSH
10.05.2026

PD Dr. Christoph Ehlken leitet seit kurzem die Klinik für Ophthalmologie des UKSH am Campus Kiel…

Vier Menschen in Klinikkleidung, davon ein Mann, unterhalten sich nebeneinander gehend und sich anschauend. Im Hintergrund sind ein Klinikgebäude und ein Rettungswagen zu sehen.
Chefarzt Jan Christian Klinkenstein mit Mitarbeitenden der ZNA am Ameos Klinikum Oldenburg. © Ameos
09.05.2026

Die Umstrukturierungen von Ameos in Ostholstein haben in der Region Verunsicherung über das künftige…

Gruppenfoto mit zwei Frauen links im Bild und zwei Männern auf der rechten Seite. Alle stehen eng beieinander und schauen direkt in die Kamera. Der Mann ganz rechts trägt blaue Klinikkleidung.
Bernadette Rolla, Klinikgeschäftsführerin, Dr. Fabienne Jacob, Stellvertretende Ärztliche Leiterin ZNA, Johannes Jubitz, Ärztlichen Leiter ZNA, Dr. Tim Rausche, Ärztlicher Direktor in Henstedt-Ulzburg (von links). © Paracelsus Kliniken
07.05.2026

Johannes Jubitz ist neuer Ärztlicher Leiter der ZNA in der Paracelsus Klinik Henstedt-Ulzburg.…

Ein Mann im blauen Arztkittel und ein Mann im schwarzen Pulli mit weißem DFKI-Logo stehen nebeneinander in einem weißen Raum voller medizintechnischer Geräte hinter einer schwarzen Liege und lächeln in die Kamera.
Dr. Sebastian Wolfrum (links), Ärztliche Leitung der Interdisziplinären Notaufnahme des UKSH Campus Lübeck, und Dr. Robert Simon Schiff, Wissenschaftler am DFKI Lübeck ©Jimmy Dao S
06.05.2026

Am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) am Standort Lübeck werden in…

Mann mit grauen Haaren und mit Brille  im weißen Arztkittel schaut frontal in die Kamera.
PD Dr. Grischa Hoffmann © UKSH
06.05.2026

PD Dr. Grischa Hoffmann hat kommissarisch die Leitung der Kieler UKSH-Klinik für Gefäßchirurgie und…