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Viele Patienten erscheinen ohne Ersteinschätzung in der Notaufnahme. ©AOK Nordwest
Viele Patienten erscheinen ohne Ersteinschätzung in der Notaufnahme. ©AOK Nordwest

Notaufnahme: Viele erscheinen ohne Ersteinschätzung

Ersteinschätzung vor der Notaufnahme? Das ist nicht für jeden selbstverständlich. Eine forsa-Umfrage im Auftrag der AOK Nordwest unter 500 Schleswig-Holsteinern zeigt: 36 Prozent der Menschen, die in den vergangenen fünf Jahren die Notaufnahme einer Klinik aufgesucht haben, entschieden dies selbst - ohne vorherige Ersteinschätzung durch eine kompetente Stelle.

Warum suchen Patienten eine Notaufnahme auf? In der Umfrage gaben 37 Prozent der Befragten an, sie hätten sich akut zu schlecht gefühlt, um abwarten zu können. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst gelangten deutlich weniger Befragte in die Notaufnahme: Zwölf Prozent gaben an, nach der Ersteinschätzung unter der Telefonnummer 116 117 in die Notaufnahme gegangen zu sein. Knapp ein Viertel der Befragten (24 Prozent) waren laut eigenen Angaben von einer Arztpraxis in die Notaufnahme geschickt worden. Sieben Prozent erklärten, plötzlich Angst vor einem Schlaganfall oder Herzinfarkt bekommen zu haben. Acht Prozent der Befragten gaben an, keinen Facharzttermin bekommen zu haben, bevor sich ihr gesundheitliches Problem akut verschlimmert habe und sie deshalb den Eindruck gehabt hätten, die Notaufnahme aufsuchen zu müssen. 

Bereitschaftsnummer 116 117 in weiten Teilen der Bevölkerung bekannt

Gefragt wurde auch nach der Bekanntheit der Telefonnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst. 85 Prozent der Befragten in Schleswig-Holstein gaben an, dass ihnen die zentrale bundesweite Nummer 116 117 der Kassenärztlichen Vereinigungen zur Vermittlung von Arztterminen und für den ärztlichen Bereitschaftsdienst bekannt sei. Etwa zwei Fünftel der Befragten (41 Prozent), die die Nummer kannten, hatten die 116 117 bereits angerufen, um sich bei akuten gesundheitlichen Beschwerden beraten zu lassen

Schnelligkeit des Rettungsdienstes überwiegend positiv eingeschätzt

Ein weiteres Thema war die Nutzung der Notrufnummer 112. 49 Prozent der Befragten in Schleswig-Holstein gaben an, dass sie diese Nummer schon einmal anrufen mussten, weil jemand tatsächlich oder vermutlich lebensbedrohlich erkrankt oder schwer verletzt war. Die Fristen bis zur Entgegennahme des Anrufes und bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes werden von den Menschen überwiegend positiv bewertet: 93 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Anruf rasch entgegengenommen wurde und dass der Rettungsdienst schnell vor Ort war.

Das wünscht sich die AOK Nordwest

Für Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest, unterstreichen die Ergebnisse der Umfrage den Handlungsbedarf. „Patientinnen und Patienten brauchen rasch eine Einschätzung ihrer Beschwerden, um auf den richtigen Behandlungspfad gelenkt zu werden. So können wir eine Überlastung der Notfallversorgung und eine nicht sachgerechte Inanspruchnahme von fachärztlichen Leistungen verhindern“, sagte Ackermann. Die Zahlen spiegeln aus seiner Sicht auch die Unsicherheit der Menschen wider, was bei einem vermuteten Notfall für sie die beste Behandlungsoption ist.Er wünscht sich, dass die Bundesregierung die Reform von Notfallversorgung und Rettungsdienst zügig angeht und dass außerdem die 116 117 bekannter wird: „Die Nummer bietet die Voraussetzungen eine zentrale Schnittstelle sowohl für akute Notfälle als auch für die geplante Primärversorgung zu werden.“ (PM/RED)

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