Mann im dunklen Sacko mit Brille und Bart steht vor dunklem Hintergrund und schaut in die Kamera.
Dr. Florian Reifferscheid © UKSH
Dr. Florian Reifferscheid © UKSH

NOSTRA lockt Notfallmediziner nach Travemünde

Travemünde wird für drei Tage Mittelpunkt der notfallmedizinischen Community in Norddeutschland. Mehr als 750 Notärztinnen, Notärzte, Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter sowie Notfallpflegende haben sich zum Notfallsymposium der Arbeitsgemeinschaft in Norddeutschland tätiger Notärztinnen und Notärzte e.V. (AGNN), dem „NOSTRA“, angemeldet.

Die AGNN bietet die notfallmedizinische Veranstaltung zum 15. Mal an. Vom 23. bis 25. April werden Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet. Eröffnet wird die Tagung durch die Ministerin für Justiz und Gesundheit des Landes Schleswig-Holstein, Prof. Kerstin von der Decken (CDU). Vorsitzender der AGNN ist der Kieler Notfallmediziner Dr. Florian Reifferscheid

Ziel: einheitliche Standards
Nach Einschätzung der AGNN sind in den vergangenen Jahren insbesondere in der Fortbildung regional viele erfolgreiche Modelle umgesetzt worden. Unterschiedliche Lehr- und Lernstandards können aber auch die Zusammenarbeit der Rettungsteams erschweren. „Ob ,Buchstaben-Kurse' oder ,Standard-Arbeits-Anweisungen' (SAA), immer geht es um das gleiche Ziel: die richtige Maßnahme zum richtigen Zeitpunkt richtig durchgeführt. Und das am liebsten nicht in jedem Rettungsdienst-Kreis nach eigenen Regeln“, schrieb die AGNN im Vorfeld. Eine geeinigte und gemeinsame Fortbildungskultur solle allen Berufsgruppen helfen, in der Zusammenarbeit die gleichen Standards und Erwartungen im Rettungsdienst interprofessionell erfolgreich umzusetzen und zu einer flächendeckend hochwertigen Patientenversorgung führen. In den „Travemünder Gesprächen“ wird dieses Thema in einer Podiumsdiskussion am 23. April aufgegriffen und mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

Raum für kollegialen Austausch
Die Themen Fortbildung, Lösungsansätze, qualitativ hochwertige Versorgung und effiziente interprofessionelle Zusammenarbeit prägen die übrigen drei Tage der Veranstaltung. Sie werden in Vorträgen und praktischen Workshops aufgegriffen und bieten Raum für den kollegialen Austausch und die gemeinsame Arbeit hin zu einer Verbesserung der notfallmedizinischen Versorgung im Rettungsdienst. Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit notfallmedizinischen Themen ist Gegenstand der Postersitzung, zu der Forschungsgruppen 18 Arbeiten eingereicht haben. Diese werden sie dem Publikum und einer Jury vorstellen. Unter diesen Arbeiten wird am Donnerstag, 24. April, zum siebten Mal der mit 500 Euro dotierte AGNN-Preis für Notfallmedizin verliehen. 

Auch die Reformen werden diskutiert
In unterschiedlichen Gremiensitzungen am Rande der Tagung beschäftigen sich die Notfallmedizinerinnen und Notfallmediziner auch mit den erwarteten Auswirkungen der Gesundheitsreform. Sowohl die anstehende Krankenhausreform, als auch das Gesetz zur Reform der Notfallversorgung, zu der die Bundesregierung bereits einen Entwurf vorgelegt hat, wird nach AGNN-Überzeugung die Herausforderungen im Rettungsdienst verändern. (PM/RED)

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