
Mit Spenderzellen gegen gegen fehlgeleitetes Immunsystem
Die 55-jährige UKSH-Patientin leidet an Myositis, einer Krankheit, bei der das Immunsystem Muskel- und Lungenstrukturen bekämpft und chronische Entzündungen auslöst. Fachleute der Rheumatologie und Onkologie arbeiten bei der Behandlung eng zusammen. „Der Transfer der Spenderzellen war erfolgreich. Die Patientin erhält derzeit keine weiteren Behandlungen, ihr Zustand ist stabil“, wurde. Dr. Sorwe Mojtahed Poor, stellvertretende Leiterin der Sektion Rheumatologie der Klinik für Innere Medizin I, in einer Mitteilung des UKSH zitiert. Zuvor hatte die Erkrankung der Patientin auf keine Therapie ausreichend angesprochen.
Neuer Einsatz von CAR-T-Zellen
CAR-T-Zellen werden bisher vor allem bei Blut- und Lymphkrebserkrankungen angewandt. Dabei handelt es sich in der Regel um patienteneigene Abwehrzellen, die im Labor so verändert werden, dass sie gezielt Krebszellen angehen. Seit Kurzem wird der Einsatz von CAR-T-Zellen auch bei schweren Autoimmunerkrankungen erforscht. Ziel ist es, das fehlgeleitete Immunsystem, das fälschlicherweise Körpergewebe angreift, zu beeinflussen und neu zu organisieren.
Weltweit bislang kaum Erfahrungen
Weltweit wurden bislang nur sehr wenige Menschen mit schweren Autoimmunerkrankungen mit allogenen CAR-T-Zellen behandelt. Der neue Ansatz wird als vielversprechend bewertet. Die Zellen können standarisiert hergestellt, gelagert und bei Bedarf schneller eingesetzt werden. Dadurch könnte die Therapie künftig breiter verfügbar werden. Dabei werden körpereigene Abwehrzellen (T-Zellen) eines gesunden Spenders im Labor verändert. Sie erhalten künstlich erstellte Rezeptoren (Chimeric Antigen Receptor, CAR), die wie Suchsensoren funktionieren. So sollen sie krankheitsrelevante Zellen im Körper der Patientin gezielt erkennen und zerstören. Die Spenderzellen werden außerdem so angepasst, dass sie vom Immunsystem der Patientin möglichst nicht als fremd erkannt und abgestoßen werden.
Teil einer internationalen Phase-I-Studie
„Die Therapie mit patienteneigenen Zellen ist aufwendig und zeitintensiv. Zudem sind die T-Zellen durch die Erkrankung und vorherige Behandlungen möglicherweise beeinträchtigt. Durch den Einsatz gesunder Spenderzellen lassen sich diese Probleme potentiell umgehen“, sagte Dr. Catrin Meyer, Oberärztin der Sektion für Stammzelltransplantation und zelluläre Immuntherapie der Klinik für Innere Medizin II mit den Schwerpunkten Hämatologie und Onkologie laut Mitteilung. Die Behandlung am Campus Kiel ist Teil einer internationalen Phase-I-Studie. In dieser frühen klinischen Prüfung stehen Sicherheit, Verträglichkeit, optimale Dosierung und erste Hinweise auf eine Wirkung des neuen Therapieansatzes im Fokus. (PM/RED)





