Frau mit brunetten Harren im weißen Kittel schaut frontal in die Kamera.
Prof. Janka Held-Feindt © UKSH
Prof. Janka Held-Feindt © UKSH

Mit Schallenergie gegen Hirntumoren

Fokussierter Ultraschall ist ein vielversprechendes Verfahren zur Behandlung bösartiger Hirntumoren. Ein Forschungsprojekt von Prof. Janka Held-Feindt aus der Kieler UKSH-Klinik für Neurochirurgie zielt darauf ab, die Wirkung des Verfahrens auf Tumorzellen besser zu verstehen.

Von einem aktuellen Forschungsprojekt von Prof. Janka Held-Feindt aus der Kieler UKSH-Klinik für Neurochirurgie erhofft man sich ein besseres Verständnis über die Wirkung des Verfahrens auf Tumorzellen und eine Grundlage für die effiziente Umsetzung in die klinische Anwendung zu schaffen. Das Projekt wird von der Deutschen Krebshilfe gefördert.

Ultraschallenergie, die präzise auf einen bestimmten Bereich konzentriert wird, kann krankes Gewebe im Körper durch Hitze oder mechanische Kräfte gezielt und ohne Operation zerstören. Beim Verfahren des mechanischen fokussierten Ultraschalls (mFUS) löst Schallenergie das Wachstum, die Schwingung und das plötzliche Zerplatzen von Mikrobläschen aus, was zur Zerstörung des Gewebes führt. mFUS gilt als eine künftige Therapieoption zur Behandlung bösartiger Hirntumoren. Da diese Technologie noch vergleichsweise neu ist, ist die Wirkung von mFUS auf überlebende oder am Rand des behandelten Bereiches gelegene Tumorzellen nach Angaben des UKSH bisher nahezu unbekannt.

Forschung erstreckt sich auch auf Glioblastome
Dies gilt auch für das Glioblastom, einer der aggressivsten Hirntumoren mit schnellem Wachstum und großer Anpassungsfähigkeit an Umgebungsbedingungen und Therapien. Diese Eigenschaften erschweren die Behandlung und führen zu einer schlechten Prognose der betroffenen Patientinnen und Patienten. Das Wiederauftreten dieser Tumoren wird in den meisten Fällen durch überlebende Krebszellen ausgelöst. Diese befinden sich zum Beispiel in einer Art „Schlafzustand“ und können so Therapien entgehen.

„Wir haben ein ausgeklügeltes mFUS-System entwickelt, das es uns ermöglicht, an Glioblastom-Materialien die Auswirkungen von mFUS auf Tumorzellen mithilfe zell- und molekularbiologischer sowie proteinbiochemischer Methoden zu untersuchen“, wurde Held-Feindt in einer Mittteilung des UKSH zitiert. Held-Feindt leitet das molekularbiologische Labor der Klinik und ist APL-Professorin an der Medizinischen Fakultät der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU). Die Klinik für Neurochirurgie (Direktor: Prof. Michael Synowitz) kooperiert im Rahmen des Projektes mit dem Universitären Cancer Center Schleswig-Holstein (UCCSH), einem Zusammenschluss aller onkologisch tätigen Einrichtungen des UKSH und der Universitäten in Kiel und Lübeck. (PM/RED)

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