
Klinikstandort Flensburg: Diako zieht sich zurück
Die am 13. Januar bekanntgegebene Entscheidung zur Neuordnung der Verantwortlichkeiten kam für viele überraschend. Bislang waren der evangelische und der katholische Träger als gleichberechtigte Partner für das neue Krankenhaus vorgesehen. Das geplante Fördeklinikum an neuem Standort in Flensburg wäre das bundesweit erste ökumenische Krankenhaus geworden.
Zu den Gründen der Anteilsübertragung teilten die Partner nur mit, dass man „Kräfte bündeln” wolle. Diako-Vorstand Pastor Dirk Outzen nahm in einer Pressemitteilung Bezug auf die Krankenhausreform. „Nach eingehender Prüfung und im besten Sinne der Krankenhausstrukturreform ist dieser Schritt notwendig geworden, um die wirtschaftlichen und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen für die Zukunft des Fördeklinikums zu erhalten", wurde Outzen zitiert.
Fahrplan für das Fördeklinikum steht
Die Übertragung der Klinikanteile soll zum ersten März 2026 erfolgen, wenn rechtliche Prüfungen dies erlauben. Beide Träger kündigten an, dass sie im Interesse der medizinischen Versorgung für Flensburg an ihren bisherigen Standorten weiterhin eng zusammenarbeiten werden, bis der Umzug in den Neubau des Fördeklinikums erfolgt. Dessen medizinisches Konzept bleibe durch die Neuordnung der Trägerschaft unverändert.
Auch am Fahrplan zur Realisierung und Ausgestaltung des Fördeklinikums soll die Anteilsverschiebung laut Pressemitteilung der beiden Träger nichts ändern: Das neue Klinikum soll bis 2030 fertiggestellt werden. Weiterhin planen beide Partner einen ökumenischen Gesundheitscampus. Neben dem neuen Krankenhaus soll dort eine Erwachsenen- und Kinderpsychiatrie der Diako Nordfriesland, eine Tagespflege, eine Kindertagesstätte sowie – auch künftig in gemeinsamer Trägerschaft von Diako und Maltesern – das Ökumenische Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen (ÖBiZ) entstehen.
Dank an die Diako-Beschäftigten für Loyalität
Outzen bedankte sich für „sehr gute Arbeit und langjährige Loyalität sowie die weitgehend erfolgreiche Loyalität" bei den Beschäftigten des Krankenhauses. Welche Folgen die Anteilsübertragung für die Mitarbeitenden haben wird, wurde nicht angesprochen.
Die Diako werde sich künftig auf die Bereiche ambulante und stationäre Altenpflege, Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie, Bildung und Ausbildung, Servicegesellschaften, Suchtberatungsstellen, Werkstätten, betreutes Wohnen und weitere Aufgabenbereiche an ihren 19 Standorten im Norden konzentrieren.
Hauke Hansen: Übertragung gibt Planungssicherheit
Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Hauke Hansen, begrüßte die „Planungssicherheit", die aus seiner Sicht mit der Übertragung der Anteile einher geht. „Angesichts der enormen Herausforderungen in der Krankenhauslandschaft und den Veränderungen, die durch die Krankenhausstrukturreformen noch zu erwarten sind, ist es gut, dass in Flensburg ein moderner und zukunftsfähiger Gesundheitscampus mit klar verteilten Verantwortlichkeiten entsteht“, wurde Hansen in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit der örtlichen Wahlkreisabgeordnete Uta Wenzel zitiert.




