
Kliniken und Praxen sollten sich auf steigende Temperaturen einstellen
Viele Ärztinnen und Ärzte auch in Schleswig-Holstein sehen im Klimawandel eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen des 21. Jahrhundert. Für sie ist die Klimakrise auch eine Gesundheitskrise. Eine der wichtigsten Folgen des Klimawandels: Die zunehmende Erderwärmung. Das bedeutet auch für Norddeutschland, dass es immer früher im Jahr heiß wird - die Temperaturen steigen auf 30° und die Hitzeperioden dauern länger. Die Zahl der Menschen, die gesundheitlich darunter leiden, nimmt ebenfalls zu, mit entsprechenden Folgen für die medizinische Versorgung. Deshalb hat u.a. die Akademie der Ärztekammer hierzu eine Veranstaltung geplant.
Deutschland muss sich besser auf Hitzeperioden einstellen
„Es ist eine urärztliche Aufgabe , sich für die Erhaltung der für die Gesundheit der Menschen bedeutenden natürlichen Lebensgrundlagen einzusetzen. Daraus folgt, dass wir uns stark machen müssen, den Co2-Verbrauch auf allen Ebenen einzudämmen“, sagt Anne Schluck, die in ihrer Hausarztpraxis in Eutin u.a. eine Zunahme von Hitzeerkrankungen beobachtet. „Wir sind in Deutschland aber noch nicht gut auf Hitzeperioden eingestellt. Hitzeschutzpläne gibt es vielerorts noch nicht“, mahnt Schluck, die auch Mitglied des Vorstands der Ärztekammer Schleswig-Holstein ist.
Diese Handlungsoptionen gibt es
Zu den möglichen Handlungsoptionen zählen:
- Stärkung des Bewusstseins für das gesundheitliche Risiko bei Hitze
- Aufstellung von Hitzeaktionsplänen
- Einrichtung von Frühwarnsystemen
- Städtebauliche Maßnahmen zur Schaffung klimatisch optimierter Quartiere (z. B. Dach- und Fassadenbegrünung, grün-blaue Infrastrukturen, schattenspendende Strukturen)
Gesundheitliche Auswirkungen
Zu den Auswirkungen extremer Hitze auf den menschlichen Körper zählen neben Funktionsstörungen des Herz-Kreislaufsystems auch Dehydrierung, eine reduzierte Blutviskosität und damit verbunden das Risiko für Thrombosen. Bei eingeschränkter Thermoregulation können Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt auftreten, die im weiteren Verlauf lebensbedrohliche kardiovaskuläre Komplikationen nach sich ziehen können. Bestehende Erkrankungen, etwa der Atemwege, können durch die Hitze zusätzlich verschärft werden.
Der Anteil vulnerabler Gruppen steigt
In schweren Fällen, meist im Zusammenwirken von Hitzeexposition und bereits bestehenden Gesundheitsproblemen, kann extreme Hitze zum Tod führen. Mit der fortschreitenden Klimaerwärmung ist damit zu rechnen, dass es in Schleswig-Holstein insbesondere in den Sommermonaten künftig immer wieder zu extremer Hitze und zu länger andauernden Hitzeperioden kommen wird. Das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen ist vor allem bei älteren Menschen, bei Personen mit chronischen Vorerkrankungen und bei Kindern erhöht. Infolge des demografischen Wandels wächst der Anteil vulnerabler Gruppen an der Gesamtbevölkerung. Dadurch steigt das Risiko für hitzebedingte Sterbefälle zusätzlich. (Red)





