
Klinik in Kappeln stellt sich neu auf
Die Margarethen-Klinik soll als sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung künftig ambulante und stationäre Angebote enger verzahnen. Die Innere Medizin soll mit drei ärztlichen Vollzeitstellen aufgebaut werden. Zum Konzept zählen außerdem eine kardiologische Basisversorgung, eine nicht näher konkretisierte „altersmedizinische Entwicklungsperspektive", verstärkte Ambulantisierung und Hybridversorgung und die Beibehaltung des chirurgischen MVZ.
„Bessere Voraussetzungen für wohnortnahe Versorgung"
„Für unsere Patientinnen und Patienten zählt neben der fachlichen Expertise am Ende vor allem eines: dass sie die passende Versorgung möglichst nah an ihrem Wohnort erhalten. Genau dafür schaffen wir jetzt noch bessere Voraussetzungen“, wurde der ärztliche Leiter des MVZ, Dr. Martin Pilot, in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert. Die Rekrutierung des neuen internistischen Ärzteteams für den Standort an der Schlei sei bereits „in Arbeit".
Die Diako war lange Zeit Träger
Die im schweizerischen Lausanne ansässige Stingray Healthcare hatte das Belegkrankenhaus 2021 von der Flensburger Diako übernommen, allerdings noch unter dem früheren Namen MedEuropa. Die Diako wiederum hatte die Margarethen-Klinik im Jahr 2008 von der Gründerfamilie Franke übernommen. Stingray hat nach eigener Aussage seit 2021 kontinuierlich am Standort investiert, u.a. in moderne Technik. Außerdem seien zusätzliche vertragsärztliche Sitze integriert worden. Derzeit gehören zwei anästhesiologische Sitze, ein chirurgischer sowie ein orthopädischer Sitz zum MVZ, außerdem ist das Haus Anlaufstelle für das D-Arzt-Verfahren. Im MVZ sind derzeit sieben Ärztinnen und Ärzte angestellt. Die Belegklinik bedient die Fachrichtungen Allgemeinchirurgie, Unfallchirurgie, Orthopädie, Urologie sowie Innere Medizin.
Wie passt Kappeln zu Stingray?
Stingray Healthcare betreibt europaweit onkologische und strahlentherapeutische Zentren. In Norddeutschland hat das Unternehmen aktuell keine weiteren Standorte. Auf die Frage, wie der Standort in Kappeln zum Unternehmen passt, sagte Raffael Kabir von Stingray Healthcare dem Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt: „Gute Gesundheitsversorgung braucht sowohl spezialisierte Zentren als auch starke regionale Angebote. Die Margarethen-Klinik soll deshalb ihren eigenen Charakter behalten und gleichzeitig von den Erfahrungen und dem medizinischen Netzwerk der Gruppe profitieren.“
Auch die Rahmenbedingungen müssen stimmen
Das Unternehmen machte auch deutlich, das die Zukunft des Standortes nicht allein vom Engagement des Eigentümers und des Personals abhängt. Entscheidend seien auch verlässliche gesetzliche und finanzielle Rahmenbedingungen, „damit sektorenübergreifende Versorgung dauerhaft ihre Wirkung entfalten kann."
„Medizinische Versorgung in ländlichen Regionen ist bundesweit eine Herausforderung. Dieser wollen wir uns in Kappeln aktiv stellen“, so Geschäftsführer Karsten Wanger.





