
Klima bleibt auf der Agenda
Gemeinsam mit „Health for Future“ und anderen Gruppen machte „Ärztinnen und Ärzte in sozialer Verantwortung“ auf die zunehmende gesundheitliche Gefährdung durch die Folgen des Klimawandels aufmerksam. Vor der Eröffnungsveranstaltung in der Nikolaikirche – hier war das Medieninteresse wegen des Besuchs von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken groß – bekamen sie Unterstützung u.a. durch die Radiologin und Grünen-Bundestagsabgeordnete Paula Piechotta und durch Sachsens Gesundheitsministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Petra Köpping (SPD).
Erhaltung gesunder Lebensgrundlagen ist „urärztliche Aufgabe”
Die Gruppe, die auch durch die schleswig-holsteinischen Delegierten Dr. Christine Schwill und Anne Schluck unterstützt wird, argumentiert mit Fakten: Das Jahr 2024 sei das wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen, es gebe vermehrt Extremwetterereignisse und längere, in dieser Ausprägung früher unbekannte Dürreperioden. Um 10,9 Grad liege die Temperatur bei uns über dem langjährigen Mittel.
„Wichtig ist, dass wir uns nicht nur um Anpassungen an den Klimawandel kümmern, sondern immer wieder klarmachen, dass es eine urärztliche Aufgabe ist, sich für die Erhaltung der für die Gesundheit der Menschen bedeutenden natürlichen Lebensgrundlagen einzusetzen. Daraus folgt, dass wir uns stark machen müssen, den Co2 Verbrauch auf allen Ebenen einzudämmen“, sagte Schluck, die in ihrer Hausarztpraxis u.a. eine Zunahme von Hitzeerkrankungen beobachtet. „Wir sind in Deutschland aber noch nicht gut auf Hitzeperioden eingestellt. Hitzeschutzpläne gibt es vielerorts noch nicht.“

„Wichtig ist, dass wir uns nicht nur um Anpassungen an den Klimawandel kümmern, sondern immer wieder klarmachen, dass es eine urärztliche Aufgabe ist, sich für die Erhaltung der für die Gesundheit der Menschen bedeutenden natürlichen Lebensgrundlagen einzusetzen.“
„Klimakrise ist eine Gesundheitskrise”
Eine Rednerin der Gruppe sprach von „der größten gesundheitlichen Herausforderung des 21. Jahrhundert“, die man in den Köpfen der Ärztetagsdelegierten verankern möchte. Sie stellte klar: „Die Klimakrise ist eine Gesundheitskrise.“ Wegen der zunehmenden Veränderungen wird die Medizin nach Überzeugung der Gruppe keine andere Wahl haben, als sich mit dem Klimawandel zu beschäftigen. Positiv aus ihrer Sicht: Für den Deutschen Ärztetag bleibt das Thema auf der Agenda; in Leipzig u.a. durch einen Vorstandsantrag zur umweltgerechten Verordnung von Medikamenten und zur Verankerung des Themas Nachhaltigkeit im Sozialgesetzbuch V.
Auch andere Gruppen nutzten die Aufmerksamkeit vor der Nikolaikirche, u.a. mit dem Slogan „Menschen über Profite, oder unter dem Motto „Krankenhaus statt Kaserne“. Die Vielfalt der Themen erschwerte Außenstehenden die Abgrenzung, wer wofür steht – und die Frage, ob alle Gruppen auch die Ziele der anderen mittragen. Auch Christine Schwill beschäftigte diese Abgrenzung. „Ich trete für Klimaschutz ein, deshalb bin ich hier. Ich würde aber nicht jede Aussage unterschreiben, die hier von anderen Gruppen geäußert wird“, stellte sie klar. Sie nahm die fehlende Abgrenzung in Kauf, um „den Diskurs aus unserer Blase herauszutragen“.





