Zwei Männer in dunklen Anzügen mit Krawatte stehen vor einem Auditorium und blicken in die Kamera
Uni-Präsident Prof. Helge Braun (rechts) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther auf dem Jahresempfang der Uni Lübeck © Guido Kollmeier/Universität zu Lübeck
Uni-Präsident Prof. Helge Braun (rechts) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsidenten Daniel Günther auf dem Jahresempfang der Uni Lübeck © Guido Kollmeier/Universität zu Lübeck

Jahresempfang der Uni Lübeck

Auf dem Jahresempfang der Lübecker Universität stand die Bedeutung von Wissenschaftskommunikation im Mittelpunkt. Für die Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bot die Veranstaltung einen festlichen Rahmen, um zentrale Entwicklungen der Universität und neue strategische Schwerpunkte vorzustellen.

Zu den Gästen gehörte auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU), der die Bedeutung der Hochschule für das Land hervorhob. „Die Universität zu Lübeck zeigt eindrucksvoll, wie exzellente Forschung und der gesellschaftliche Dialog zusammengehören. Für Schleswig-Holstein ist das ist ein echter Standortvorteil. Sie denken Wissenschaft nicht nur im Hörsaal oder im Labor, sondern auch im Austausch mit der Gesellschaft“, wurde Günther in einer Mitteilung der Universität zitiert. „Gerade in einer Zeit, in der es immer schwieriger wird, Wahrheit von Falschinformation zu unterscheiden, ist starke Wissenschaftskommunikation von zentraler Bedeutung für unsere Demokratie. Die großen Herausforderungen unserer Zeit werden wir nur gemeinsam bewältigen – wenn Wissenschaft, Politik und Gesellschaft im Gespräch bleiben und einander zuhören“, sagte Günther laut Mitteilung. 

Zentrale Orientierungsfunktion der Wissenschaft
Im Mittelpunkt des Abends stand der Jahresbericht des Präsidenten der Universität, Prof. Helge Braun. Der frühere Kanzleramtsminister hob die strategische Weiterentwicklung der Wissenschaftskommunikation hervor. Vor dem Hintergrund globaler Umbrüche komme der Wissenschaft eine zentrale Orientierungsfunktion für Gesellschaft und Politik zu. „Ich bin überzeugt, dass es unsere Verantwortung als Universität ist, Wissenschaft nicht nur exzellent zu betreiben, sondern sie auch aktiv in die Mitte der Gesellschaft zu tragen“, sagte Braun laut Mitteilung. „Indem wir neue Formen des Dialogs entwickeln und gezielt den Austausch mit unterschiedlichen Zielgruppen suchen, leisten wir einen Beitrag dazu, dass Wissen Orientierung gibt und unsere Gesellschaft befähigt, die großen Zukunftsfragen gemeinsam zu gestalten.“ Ziel sei es, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich, zugänglich und anschlussfähig zu vermitteln und so das Vertrauen nachhaltig zu stärken.

„Wissen schafft Freiheit“
Mit der Kampagne „Wissen schafft Freiheit“ will die Lübecker Universität die Bedeutung der Wissenschaftsfreiheit in einer Zeit zunehmender globaler Spannungen und wachsender Skepsis gegenüber wissenschaftlicher Arbeit hervorheben und zugleich die mediale Sichtbarkeit des Themas stärken. Im Rahmen des Jahresempfangs wurde erstmals der „Preis der Universität zu Lübeck für herausragende Wissenschaftskommunikation 2026“ verliehen. 

Uni entwickelt sich weiter
Die Entwicklung der Universität wurde anhand einiger Beispiele demonstriert. Als Meilenstein nannte die Hochschule die Einwerbung von rund 29 Millionen Euro für den Aufbau eines KI-Rechenzentrums. Die neue Infrastruktur stärke den Standort für datengetriebene Forschung und ermögliche KI-Forschung sowie die Verarbeitung hochsensibler medizinischer Daten. Ein weiterer Punkt: Mit der Gründung einer neuen Weiterbildungsakademie sollen lebenslanges Lernen und  Wissenstransfer in Wirtschaft und Gesellschaft gefördert werden. In der Forschung wurden mehrere Verbundprojekte  herausgestellt: 

  • Die weitere Förderung des Exzellenzclusters „Precision Medicine in Chronic Inflammation“, an dem die Universitäten in Kiel und Lübeck als Mitantragstellerinnen beteiligt sind und in dem an der Verbesserung von Diagnose, Behandlung und Prävention chronisch-entzündlicher Erkrankungen gearbeitet wird. 
  • Im Sonderforschungsbereich „Fundamente der Zirkadianen Medizin“ ist Lübeck Ko-Sprecherhochschule und erforscht den Einfluss biologischer Tagesrhythmen auf Gesundheit und Krankheit. 
  • Mit dem Graduiertenkolleg „Protektive und pathogene Antikörperantworten an Barriereorganen“ stärkt sie die Nachwuchsförderung in der Immunologie und Data Science. Ergänzt wird dies durch eine neue von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Forschungsgruppe zu Entzündungen in Blutgefäßen und deren Rolle bei Gefäßerkrankungen. (PM/RED)
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