
Reformpläne: „Ärztliche Weiterbildung stärker berücksichtigen“
„Es ist zu begrüßen, dass die Gesundheitsministerin einen Zwischenstand zur Umsetzung der bundesweiten Krankenhausreform für das Land Schleswig-Holstein gibt", sagte Herrmann. „Für die Ärztekammer ist es der richtige Weg, eine flächendeckende Grundversorgung erreichen sowie hochspezialisierte Leistungen bündeln zu wollen.“ Dadurch komme es zu einer hochkomplexen und überaus sensiblen Veränderung unserer Versorgungsinfrastruktur in Schleswig-Holstein. „Bei diesen Veränderungen befürchten wir allerdings, dass durch die Zuweisung von Leistungsgruppen die ärztliche Weiterbildung erschwert wird“., so Herrmann weiter.
„Fachkräftemangel wird sich verschärfen“
Ärztinnen und Ärzte würden weniger Weiterbildungsstätten vorfinden. Die engeren finanziellen Rahmenbedingungen für Krankenhäuser erhöhten zudem das Risiko, dass Personal abgebaut und Bildung – insbesondere die ärztliche Weiterbildung – aus wirtschaftlichen Gründen vernachlässigt werde. „Ohne eine strukturierte Weiterbildung wird sich der Fachkräftemangel jedoch verschärfen. Und diese negativen Auswirkungen werden wir nicht heute, aber in wenigen Jahren umso deutlicher spüren. Insbesondere im ambulanten Bereich, wo eine Niederlassung an den Facharztstatus gebunden ist. Daher plädieren wir sehr stark dafür, das Thema der Weiterbildung in den Reformplänen explizit zu berücksichtigen, um negative Auswirkungen auf die künftige Patientenversorgung zu verhindern.“
Timon Gripp, Geschäftsführer der Paracelsus-Klinik Henstedt-Ulzburg, und Andreas Mönnig, Geschäftsführer der Segeberger Kliniken, äußerten sich erfreut darüber, dass das Ministerium für Justiz und Gesundheit die Kooperationspläne der Paracelsus-Klinik mit dem Standort Norderstedt der Segeberger Kliniken unterstütze. „Für die Patientinnen und Patienten in unserer Region bedeutet dieses Konzept, dass die kardiologische Notfallversorgung wohnortnah gesichert bleibt und gleichzeitig der Zugang zu hochspezialisierter Kardiologie in Bad Segeberg gewährleistet ist“, wurde Gripp in einer Mitteilung der Paracelsus-Klinik zitiert. Dass aus dem Planungsverfahren heraus eine echte trägerübergreifende Zusammenarbeit entstanden sei, zeige, dass Reform und gute Versorgung kein Widerspruch sein müssten.
Ohne Weiterbildung keine Fachärzte. Ausgerechnet die Weiterbildung wird durch die aktuelle Gesundheitsgesetzgebung massiv geschwächt. Ärztekammer-Präsident Prof. Henrik Herrmann verdeutlicht die Folgen u.a. am Beispiel der Krankenhausreform und fordert eine Gegenfinanzierung für die Weiterbildung im ambulanten Bereich. Warum er die Ziele der Reform dennoch für richtig hält und was er sich von der Krankenhausplanung in Schleswig-Holstein erhofft, berichtet er im Podcast.





