Frau mit brunetten, langen Haaren und im schwarzen Blazer steht vor weißem Hintergrund und lächelt in die Kamera.
Prof. Jennifer Hundt © Klahn Fotografie
Prof. Jennifer Hundt © Klahn Fotografie

Forschung in Lübeck zu Autoimmunerkrankungen geht weiter

Das Graduiertenkolleg „Autoimmune Pre-Disease“ (GRK 2633) an der Lübecker Universität kann seine strukturierte Nachwuchsausbildung und seine Forschung zur frühzeitigen Erkennung und Prävention von Autoimmunerkrankungen fortsetzen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat einer zweiten Förderperiode ab April 2026 zugestimmt.

Gefördert wird das Projekt mit insgesamt 6,5 Millionen Euro. Autoimmunerkrankungen betreffen weltweit Millionen Menschen. Nach Angaben der Uni Lübeck steigt ihre Zahl stetig. Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer. Viele Patientinnen und Patienten sprechen zudem nicht ausreichend auf bestehende Therapien an, eine ursächliche Behandlung steht weiterhin aus. Da sich Autoimmunerkrankungen oft über Jahre hinweg entwickeln, eröffnen sich jedoch Chancen für eine frühzeitige Erkennung und Prävention. Das Graduiertenkolleg untersucht daher verlässliche Biomarker, die den Übergang von Gesundheit zu einer sich entwickelnden Autoimmunerkrankung anzeigen, und richtet seinen Fokus in der zweiten Förderperiode verstärkt auf präventive Interventionsstrategien. Inhaltlich konzentriert sich das Kolleg dabei auf Pemphigus- und Pemphigoid-Erkrankungen sowie auf systemische rheumatische Erkrankungen.

Highlights der ersten Förderperiode
Zu den Besonderheiten der ersten Förderphase zählte unter anderem der „International Congress on Autoimmune Pre-Disease“, der im September 2024 Expertinnen und Experten aus aller Welt nach Lübeck brachte und Raum für fachlichen Austausch und internationale Vernetzung sowie wissenschaftliche Retreats bot, darunter ein gemeinsames Frühlingsretreat mit dem Sonderforschungsbereich 1526 „Pathomechanisms of Antibody-mediated Autoimmunity“ (PANTAU). Auch innovative Kommunikationsformate prägten das Profil des Kollegs: So wurden mit ausgewählten Promovierenden professionelle Videoporträts ihrer Dissertationsthemen produziert und über den eigenen YouTube-Kanal veröffentlicht. Zudem erhielt das Graduiertenkolleg durch DAAD RISE-Stipendiatinnen und -Stipendiaten aus Kanada, den USA und England mehrfach internationale Verstärkung. Mit dem Start der zweiten Promovierendengeneration wurden insgesamt 24 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im GRK ausgebildet. Das zeigt die kontinuierliche Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich Autoimmunität.

Neue Akzente
Mit der zweiten Förderperiode setzt das GRK laut einer Mitteilung der Lübecker Universität inhaltlich und strukturell neue Akzente. Durch die Aufnahme in das DAAD Graduate School Scholarship Programme (GSSP) werden künftig mehrere vollständig durch den DAAD finanzierte internationale Promotionsstellen das Forschungsprogramm stärken. Gleichzeitig führt das Kolleg ein strukturiertes Vertrauenspersonen-Programm ein, in dem qualifizierte Ansprechpersonen die Promovierenden bei Herausforderungen unterstützen werden, um so ein gesundes Arbeitsumfeld zu fördern. Ergänzt wird das Qualifikationsprogramm durch den Ausbau der Wissenschaftskommunikation, in dem Doktorandinnen und Doktoranden lernen, ihre Forschung verständlich und gesellschaftlich wirksam zu vermitteln. Insgesamt umfasst die zweite Förderperiode 18 beteiligte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, zwölf DFG-finanzierte Promovierende sowie Stipendien für Medizinstudierende.

Neue Sprecherin
Neue Sprecherin des Graduiertenkollegs wird Prof. Jennifer Hundt vom Institut für experimentelle Dermatologie, die das GRK bereits in der ersten Förderperiode als Co-Sprecherin mit geleitet hat. „Für mich ist die Übernahme der Sprecherrolle ein wichtiger Meilenstein in meiner Karriere. Als erste weibliche Sprecherin eines GRK an unserer Universität freue ich mich darauf, das Kolleg in der nächsten Förderphase weiter zu prägen und zu stärken“, wurde Hundt in einer Mitteilung der Universität anlässlich der Förderzusage zitiert. Hundt ist auch im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Forschung (ADF) engagiert.  

Hintergrund
Das Graduiertenkolleg 2633 wurde 2021 an der Universität zu Lübeck eingerichtet. Es ist im Forschungsschwerpunkt „Infektion und Entzündung“ verankert und arbeitet eng mit dem Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“  sowie dem Sonderforschungsbereich 1526 zusammen. Ziel der Graduiertenkollegs der DFG ist es, den wissenschaftlichen Nachwuchs durch strukturierte Programme und interdisziplinäre Forschungsumgebungen nachhaltig zu fördern. (PM/RED)

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