Drei Frauen und ein Mann im dunklen Anzug stehen lächelnd nebeneinander vor der Fassade der Ärztekammer Schleswig-Holstein .
Alessia Dehnen (v. l. n. r.), Prof. Marina Weckend, Dr. Gisa Andresen, Prof. Hartmut Göbel © Eike Lamberty
Alessia Dehnen (v. l. n. r.), Prof. Marina Weckend, Dr. Gisa Andresen, Prof. Hartmut Göbel © Eike Lamberty

FKQS zeichnet innovative Forschungsprojekte aus

Die Verbesserung der hausärztlichen Versorgung auf dem Land, multimodale Schmerztherapie bei Migräne und ein innovativer Ansatz, um Hebammen für Schwangere leichter verfügbar zu machen: Diese Forschungsprojekte zeichnete der Förderkreis Qualitätssicherung in Schleswig-Holstein (FKQS) jetzt mit Preisen aus.

Eike Ina Lamberty

Kann die Integration von Physician Assistants in die hausärztliche Praxis die Versorgung insbesondere in ländlichen Regionen verbessern und langfristig sichern? Und wie kann die Integration dieses neuen Berufsfelds, das im klinischen Alltag bereits etabliert ist, in den ambulanten Bereich gelingen? Das ist – etwas verkürzt ausgedrückt – Gegenstand des Forschungsprojekts Physician Assistant meets Allgemeinmedizin (PAAM) der Universität Essen. Diesen Ansatz, der neben dem ländlichen Westfalen insbesondere Praxen in Schleswig-Holstein einbezieht, würdigte der Förderkreis Qualitätssicherung im Gesundheitswesen (FKQS) in Schleswig-Holstein jetzt mit dem mit 2.500 Euro dotierten Hauptförderpreis. 

„Das Projekt vereint das höchste Innovationspotenzial“, hieß es in der Begründung der Jury. Mit ihm werde ein Sprung über die Sektorengrenzen gewagt. „Ich freue mich, dass wir als Projekt hier in Schleswig-Holstein sichtbar gemacht werden“, sagte Projektleiterin Alessia Dehnen bei der Preisverleihung in der Ärztekammer in Bad Segeberg. Denn im Norden Praxen für die Teilnahme zu gewinnen, erwies sich als schwierig. Bislang sind in Schleswig-Holstein nur vier von ihnen aktiv dabei, vier weitere starten demnächst. „Wir bekommen sehr viel Zuspruch von Ärzten, das Interesse ist hoch“, sagte Dehnen. Doch die Teilnahme scheitere vielfach an mangelnden Räumlichkeiten für die PA und an finanziellen Bedenken seitens der Praxis.

Im Fokus: PAAM, Migränetherapie, Hebammenversorgung
Der zweite Preis ging an das Projekt „Multimodale Schmerztherapie bei chronischer Migräne“ der Schmerzklinik Kiel in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse. Das Projekt biete durch ein erweitertes interdisziplinäres Diagnostiksetting und ein digital gestütztes individuelles Therapiemanagement eine Innovation der Versorgung, hieß es in der Begründung der Jury. „Die Auszeichnung würdigt das Engagement, Qualität neu zu denken – konsequent, messbar und am Bedarf des schwer erkrankten Menschen orientiert“, sagte Projektleiter Prof. Hartmut Göbel, Chefarzt der Schmerzklinik bei der Übergabe. Im Fokus des multimodalen Ansatzes stehe nicht zuletzt die Förderung von Gesundheitskompetenz und Selbstwirksamkeit des Patienten.

Mit dem dritten Preis zeichnete der FKQS das Projekt „Koordination der Hebammenversorgung in Schleswig-Holstein“ der Universität zu Lübeck aus. Über eine zentrale Koordinationstelle für Hebammenleistungen sollen Hebammen für Schwangere besser verfügbar und damit die aktuell unbefriedigende Versorgungslage einerseits und die Arbeitszufriedenheit von Hebammen andererseits verbessert werden. 
 

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