
Erkrankungsrisiko für Krebs bleibt unverändert
Die Auswertungen des Krebsregisters zeigen, dass Krebs nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Schleswig-Holstein bleibt. Das individuelle Erkrankungsrisiko für viele Krebsarten ist weitgehend stabil. Die Zahl der Neuerkrankungen wird jedoch durch den demografischen Wandel beeinflusst.
Die erwarteten rund 21.400 neuen Krebserkrankungen - ohne weißen Hautkrebs - würden einen Anstieg um 5 Prozent oder um 1.000 Fälle gegenüber dem jüngsten Vergleichszeitraum 2022/2023 bedeuten. Laut Krebsregister ist dieser Anstieg vor allem bedingt durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung. Rund 9.000 Menschen in Schleswig-Holstein sterben jedes Jahr an den Folgen einer Krebserkrankung. Diese Zahl ist in den vergangenen Jahren konstant geblieben.
Altersstandardisierte Raten betrachten
Um das Erkrankungsrisiko für Krebs realistisch einschätzen zu können, sei die Betrachtung altersstandardisierter Raten wichtig. Dabei werde berücksichtigt, dass es heute mehr ältere Menschen gibt als früher, die häufiger an Krebs erkranken. So lässt sich besser erkennen, wie sich das tatsächliche Erkrankungsrisiko unabhängig vom Alter entwickelt.
„Dieses Risiko ist in den vergangenen zehn Jahren um 5 Prozent gesunken", teilte das Landesgesundheitsministerium mit. „Die Prognose zeigt vor allem, welche Auswirkungen der demografische Wandel auf das Krebsgeschehen hat“, sagte Prof. Alexander Katalinic, Leiter der Registerstelle des Krebsregisters Schleswig-Holstein. „Für die Versorgung bedeutet das, dass wir uns weiterhin auf eine steigende Zahl älterer Krebspatientinnen und -patienten einstellen müssen.“
Zu den häufigsten Krebsarten in Schleswig-Holstein zählen seit Jahren Prostatakrebs bei Männern, Brustkrebs bei Frauen, Lungenkrebs, Darmkrebs sowie das maligne Melanom der Haut. Diese Krebsarten machen rund die Hälfte aller Neuerkrankungen aus und prägen die zeitliche Entwicklung der Gesamtzahlen.
Das Krebsregister Schleswig-Holstein besteht seit 1997 und erfasst alle Krebserkrankungen von Einwohnerinnen und Einwohnern des Landes flächendeckend und gesetzlich geregelt. Es dient der Erhebung, Speicherung, Verarbeitung, Analyse, Interpretation und Veröffentlichung von Daten über Krebsneuerkrankungen in Schleswig-Holstein und enthält auch Informationen zu Behandlungs- und Krankheitsverläufen. Die Daten bilden die Daten die Grundlage für
- die Beschreibung zeitlicher und regionaler Entwicklungen,
- die Bewertung von Früherkennungsprogrammen,
- die Qualitätssicherung der onkologischen Versorgung,
- die Qualitätskonferenzen des Krebsregisters sowie
- die Versorgungs- und Ursachenforschung.
„Das Krebsregister ist sehr wichtig, weil mit der Auswertung der erfassten Daten belastbare Aussagen zur Entwicklung von Krebserkrankungen getroffen werden können. Dies trägt letztlich dazu bei, die Versorgung zum Wohle der Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln und auch Präventionsangebote zu stärken“, wurde Landesgesundheitsministerin Prof. Kerstin von der Decken (CDU) in einer Mitteilung des Krebsregister zitiert. Detaillierte Zahlen zum Krebsgeschehen in Schleswig-Holstein stellt das Krebsregister über seinen interaktiven Bericht zur Verfügung. Dort können Interessierte Entwicklungen nach Krebsart, Geschlecht, Alter und Region nachvollziehen. https://www.krebsregister-sh.de/krebs-in-sh/interaktive-berichte-2
Kliniken zum Weltkrebstag
Zum Weltkrebstag unter dem Motto „Gemeinsam einzigartig!“ machen zahlreiche Verbände und Einrichtungen auf die Bedeutung von Prävention, moderner Medizin und Nachsorge aufmerksam. Das UKSH rückt dazu die die personalisierte Krebsmedizin in den Fokus. Das Universitäre Cancer Center Schleswig-Holstein (UCCSH) und die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft bieten am Weltkrebstag kreative Workshops für Betroffene an.
Die Ameos-Krankenhäuser in Eutin und Oldenburg verwiesen zum Weltkrebstag auf die Bedeutung einer individuell ausgerichteten und zugleich vernetzten Krebsversorgung. Dr. Gerdt Hübner, Chefarzt der Onkologie an den Ameos Klinika Eutin und Oldenburg, ist seit 20 Jahren in der onkologischen Versorgung in Ostholstein tätig. Er sprach sich für eine patientenzentrierte Weiterentwicklung der Krebsmedizin in der Region aus und mahnte, den medizinischen Fortschritt mit individueller Zuwendung zu verbinden. Therapien müssten sich am Alltag und den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten orientieren. (PM/RED)





