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Demenzkarte Schleswig-Holstein 2024
©Kompetenzzentrum-Demenz
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Demenz: Zahl der Betroffenen hat sich verdoppelt

Das Kompetenzzentrum Demenz zeigt mit aktuellen Zahlen, wie präsent das Thema Demenz in der Gesellschaft ist: Mehr als 70.000 Menschen sind in Schleswig-Holstein inzwischen betroffen – das sind mehr als doppelt so viele wie vor zwanzig Jahren. Es gibt aber auch gute Nachrichten.

Laut Kompetenzzentrum Demenz leben aktuell rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland mit Demenz. Jährlich kommen rund 445.000 Neuerkrankungen im Alter ab 65 Jahren hinzu. In Schleswig-Holstein sind derzeit rund 70.000 Menschen und damit mehr als doppelt so viele wie vor 20 Jahren betroffen. Das Kompetenzzentrum stellte unmissverständlich fest: „Der demografische Wandel lässt die Zahl der Betroffenen auch künftig steigen.” Es bleibe wichtig, die Versorgung und Unterstützung weiter auszubauen. 

Ziel: lange Eigenständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe
Das Zentrum verwies zugleich darauf, dass erste Entwicklungen Hoffnung geben. Es habe sich gezeigt, dass Prävention und ein bewusster Umgang mit Risikofaktoren positive Effekte hätten. Damit Betroffene möglichst lange selbstständig bleiben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben könnten, brauche es Engagement von vielen Seiten, hieß es in einer Mitteilung des Kompetenzzentrums. Handlungshilfe bietet laut Zentrum der Demenzplan Schleswig-Holstein. 

Regionale Verteilung im Norden
In einer Übersicht zur regionalen Verteilung in Schleswig-Holstein zeigt sich, dass die meisten Betroffenen in den großen Flächenkreisen Pinneberg (7.483) und Rendsburg-Eckernförde (6.630) leben. Die in absoluten Zahlen wenigsten Betroffenen leben in den kreisfreien Städten Neumünster (1.849) und Flensburg (1.836). Kenntnisse zur regionalen Verteilung sind laut Kompetenzzentrum wichtig, damit gezielter gehandelt werden kann, u.a. in der Versorgungsplanung mit ambulanter ärztlicher und stationärer Versorgung. 
Neben den absoluten Zahlen hat das Zentrum auch die prozentualen Anteile veröffentlicht. Danach leben im Kreis Ostholstein (2,8 Prozent) und im Kreis Plön (2,72 Prozent) verhältnismäßig viele Betroffene. In Kiel sind es 1,95 Prozent und in Flensburg nur 1,91 Prozent. 
Deutlich wird auch, dass der Anteil der Betroffenen unter den Frauen deutlich größer ist als unter Männern. Beispiel Ostholstein: Hier sind 5,15 Prozent der Frauen und 3,28 Prozent der Männer betroffen. 

Niedrigschwellige Hilfe gefordert
Das Kompetenzzentrum forderte bei der Präsentation der Zahlen, dass Präventions- und Beratungsangebote überall niedrigschwellig verfügbar sein und gezielt auf kommunaler Ebene gefördert werden müssten. Die Verteilung von Ressourcen müsse im Zusammenhang betrachtet werden, etwa bei Fördergeldern für spezialisierte Angebote und der Unterstützung von Initiativen und regionalen Verbänden und Gruppen. Das Kompetenzzentrum Demenz ist ein Projekt der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein e.V. / Selbsthilfe Demenz. Es berät, betreibt Öffentlichkeits- sowie Netzwerkarbeit und bietet Fortbildungen an. 

Antje Holst und Dr. Klaus Weil: Mutmacher in Sachen Demenz

Demenz ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen – weil es zahlreiche Betroffene und Angehörige gibt und weil fast jeder Menschen mit Demenz kennt. Welche Herausforderungen sind damit verbunden? Darüber sprechen Antje Holst vom Kompetenzzentrum Demenz Schleswig-Holstein und Dr. Klaus Weil, Chefarzt der Geriatrie im Flensburger Malteser St. Franziskus Hospital.

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Aktionstag Demenz im Lubinus Clinicum
Dass das Thema in vielen Kliniken in Schleswig-Holstein eine große Rolle spielt, zeigt ein Aktionstag im Lubinus Clinicum am 9. September. Der Aktionstag bietet die Möglichkeit, Neues zu lernen, die eigene Perspektive zu erweitern und den Umgang mit Demenz bewusster zu gestalten. 
Unter dem Motto „Demenz – Mensch sein und bleiben“ rückt die Veranstaltung die Lebenswirklichkeit von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in den Mittelpunkt. Ziel des Aktionstages ist es, Berührungsängste abzubauen, Verständnis zu fördern und die Sichtweise der Betroffenen stärker in die Öffentlichkeit zu rücken. „Menschen mit Demenz sind weit mehr als ihre Diagnose. Mit Wissen, Empathie und Unterstützung können sie ihren Platz in der Gesellschaft selbstbewusst einnehmen“, werden Demenzbeauftragte aus Kliniken in einer Mitteilung von Lubinus zum Thema zitiert. Zum Programm zählen u.a. 
Gesprächsrunden: Unter dem Titel „Sie fragen, wir antworten“ haben Besucherinnen und Besucher von 11:00 bis 12:00 Uhr sowie von 14:00 bis 15:00 Uhr Gelegenheit, Fragen zu stellen und Erfahrungen auszutauschen.
Demenznetzwerk Kiel: Am Informationsstand stehen Expertinnen und Experten als persönliche Ansprechpartner bereit.
Demenzparcours: Wer ihn durchläuft, erlebt eindrücklich, wie sich Alltagssituationen für Menschen mit Demenz anfühlen.
Zu dem Aktionstag lädt das Lubinus Clinicum alle Interessierten ein, die beruflich oder privat mit dem Thema verbunden sind. (PM/RED)

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