
Curriculum setzt Zeichen gegen Fachkräftemangel
Ziel ist nach Angaben des ZIP die Förderung fachlicher und persönlicher Kompetenzen. Die Initiatoren reagieren damit auf die wachsenden Herausforderungen im Versorgungsalltag. „Das knappe personelle Angebot steht in einem deutlichen Missverhältnis zu den individuellen und gesellschaftlichen Erfordernissen rechtzeitiger und suffizienter Diagnostik und Behandlung. So zeigen die Hälfte aller chronischen psychischen Erkrankungen mit ihren umfangreichen direkten und indirekten Auswirkungen auf die Lebensführung, familiäre Belastungen und nicht zuletzt die Erwerbstätigkeit ihren Beginn vor dem 15. Lebensjahr“, sagte Dr. Manuel Munz, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters.
Personalsituation wird sich verschärfen
Um der zunehmend schwierigen personellen Situation zu begegnen - die sich nach Inkrafttreten des Bundespsychotherapeutengesetzes weiter verschärfen wird - bieten Expertinnen und Experten aus ambulanten Praxen, Institutsambulanzen, Tageskliniken und Kliniken vieler Standorte ein Weiterbildungsformat, das der Vielgestaltigkeit des Fachgebiets und dem persönlichen Wissens- und Erfahrungsstand der teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung sowie perspektivisch auch der Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen in Weiterbildung entspricht.
Das beinhaltet das Curriculum
Das Curriculum beinhaltet laut ZIP moderne psychiatrische und psychotherapeutische Ansätze, praxisnahe Schulungen und spezifische Module, die von erfahrenen Expertinnen und Experten geleitet werden. Dazu gehören ansprechend gestaltete Module, etwa zur systemischen Therapie, zur Früherkennung psychischer Auffälligkeiten sowie zum Umgang mit schwierigen Situationen im Klinik- oder Praxisalltag. Auch auf strukturierte Einarbeitung, medial gestützte Vermittlung von Grundwissen und Präsenzangebote soll Wert gelegt werden. Ausgewählte Bausteine des Curriculums werden gezielt weiteren an der Versorgung psychisch erkrankter Kinder und Jugendlicher beteiligter Fachpersonen zugänglich gemacht.
Finanzierung bleibt offen
Ein wichtiger Schritt war, dass Dr. Ina Tschernjajew, leitende Psychologin Klinik, die Anerkennung als Weiterbildungsstätte für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie bei der Psychotherapeutenkammer erreichen konnte und damit Studienabsolventinnen des neuen Masterstudiums Psychotherapie eine anfängliche Weiterbildung ermöglicht. Offen bleibt die Frage, wie die Finanzierung des Projektes gesichert werden kann. Derzeit leisten die Dozentinnen und Dozenten die Arbeit auf freiwilliger Basis und die für die Weiterbildung eingesetzte Arbeitszeit der Teilnehmenden ist nicht berücksichtigt. Um das Curriculum langfristig sichern zu können, brauche es verlässliche Ressourcen für Lehrende und Teilnehmende, so Munz. Gespräche hierzu würden bereits geführt.
Vorbild für andere Bundesländer?
Munz bezeichnete die konzertierte Ausbildungsinitiative als „wichtigen Schritt für die Zukunft der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Schleswig-Holstein“, das als Vorbild für andere Bundesländer dienen könnte. Die Initiative ziele darauf ab, jungen Fachkräften fundiertes Wissen zu vermitteln und die Versorgung psychisch erkrankter Kinder und Jugendlicher zu stabilisieren und zu verbessern. Nähere Informationen zum Curriculum werden über die Homepage des ZIP veröffentlicht. (PM/RED)





