Ein Stethoskop liegt auf Geldscheinen.
© AOK Colourbox hfr
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AOK Nordwest erhöht den Beitrag und stellt Forderungen an die Politik

Schnelle, tiefgreifende Reformen und ein sofortiges Ende der GKV-Finanzkrise: Diese Forderungen an die Bundesregierung stellte der Verwaltungsrat der AOK Nordwest. Zugleich gab die Kasse bekannt, dass sie ihren allgemeinen Gesamtbeitragssatz ab 2026 von derzeit 17,39 Prozent auf 17,59 Prozent erhöht.

Die AOK Nordwest begründete die Beitragssatzanhebung mit den „von der Politik verursachten erheblichen Kostensteigerungen im Gesundheitswesen und die weiterhin ausbleibenden tiefgreifenden Reformen". Der künftige Beitragssatz setzt sich aus dem bundesweit für alle gesetzlichen Krankenkassen gültigen allgemeinen Beitragssatz in Höhe von 14,6 Prozent und dem kassenindividuellen Zusatzbeitragssatz in Höhe von 2,99 Prozent zusammen.

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) braucht nach AOK-Auffassung „eine klare Perspektive für dauerhaft stabile Finanzen". Die Kasse verwies in diesem Zusammenhang auf Ausgaben, die seit Jahren stärker steigen als die Einnahmen.  „Die verfehlte Gesundheitspolitik der vergangenen Jahre mit ständig steigenden Krankenkassenbeiträgen muss endlich ein Ende haben. Wir brauchen eine einnahmeorientierte Ausgabenpolitik, nachhaltige Strukturreformen und ein Ende der Verschiebebahnhöfe zu Lasten der beitragszahlenden Versicherten und Arbeitgeber in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)“, wurde der alternierende AOK-Verwaltungsratsvorsitzende und Arbeitgebervertreter Johannes Heß in einer Mitteilung seiner Kasse zitiert.  Um die Versorgung effizienter zu gestalten und Mittel zielgenauer einzusetzen, seien Strukturreformen überfällig. 

Auch die Pharmaindustrie soll ihren Beitrag leisten
Um stabile Kassenfinanzen zu erreichen, sprach sich die AOK u.a. für eine kurzfristige Anhebung des Herstellerrabatts für die Pharmaindustrie von heute sieben auf 16 Prozent sowie für eine Absenkung auf den verminderten Mehrwertsteuersatz bei Arzneimitteln aus. Die eingeleitete Krankenhausreform dürfe „nicht weiter aufgeweicht werden". Von der angekündigten Notfall- und Rettungsdienstreform verspricht sich die Kasse weniger Fehlversorgung von Akut- und Notfallpatienten. 

Die AOK Nordwest hat ihren Sitz in Dortmund und zählt nach eigenen Angaben zu den zehn größten gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland. Sie beschäftigt rund 6.200 Mitarbeitende und hat über 2,9 Millionen Versicherte, davon über 600.000 in Schleswig-Holstein. Das Haushaltsvolumen beläuft sich im Jahr 2026 auf 15,2 Milliarden Euro. Über 96 Prozent der geplanten Ausgaben werden laut AOK in die Gesundheit der Versicherten investiert. (PM/RED)

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