Grauhaariger Herr im Anzug mit roter Krawatte

Aktive Kammer

Schluss mit Gewalt: Diese Forderung haben Mitglieder in unserem Ärzteblatt zu Jahresbeginn aufgestellt. Gewalt im Gesundheitswesen gehörte und gehört leider weiterhin zum Tagesgeschäft der dort Beschäftigten. Seit der Veröffentlichung mehren sich die Berichte über das Thema. Bis zu 90% der angestellten Ärztinnen und Ärzte geben an, bereits Gewalt in ihrem Arbeitsalltag erlebt zu haben. Umfragen haben auch ergeben, dass nur 28% der Kliniken verbale Übergriffe auf Mitarbeitende standardmäßig erfassen.

Neben unserer Berufsgruppe sind auch die Pflege und weitere Berufe im Gesundheitswesen betroffen. Dabei geht es nicht nur um verbale, psychische und sogar physische Gewalt in unterschiedlichsten Facetten, ausgehend von Patientinnen und Patienten sowie deren An- und Zugehörigen, sondern auch zwischen Kolleginnen  und Kollegen sowie Vorgesetzten und Mitarbeitenden. Es gibt also noch von allen Seiten viel für die Betroffenen zu tun. Wichtig ist vor allem: Alle Akteure müssen sich der Thematik bewusst werden und zur Sensibilisierung beitragen. Wir müssen erreichen, dass wir ein umfassendes Problembewusstsein und einen berufsgruppenübergreifenden, multifaktoriellen Präventionsansatz unter Einschluss von technischen, organisatorischen und personenbezogenen Maßnahmen entwickeln.

Es ist aber nicht so, dass sich seit Jahresbeginn nichts getan hätte. Ein runder Tisch mit Teilnehmenden aus unterschiedlichen Berufsgruppen und von verschiedenen Institutionen in der Ärztekammer hat erste Vorschläge dazu erarbeitet und wird sich weiter treffen. Die Ärztekammer begleitet diese Thematik und wirkt bei Lösungsansätzen aktiv mit.

Ein weiteres aktives Thema halten Sie in Ihrer Hand. Unser Schleswig-Holsteinisches Ärzteblatt erscheint in einem neuen Layout und seit Monatsbeginn in verschiedenen Formaten als Trio: als gedruckte Version, als ePaper und als Webmagazin. Damit ist die erste große Umstellung von der rein gedruckten auf eine digitale Version abgeschlossen - damit Sie schneller und mehr Informationen über unser Ärzteblatt erhalten können. Viele Ideen und viel Arbeit stecken dahinter. Mein Dank dafür gilt insbesondere dem Redaktionsteam und allen weiteren Beteiligten an diesem Transformationsprozess.

Ein Jahr wird dieses Trio bestehen bleiben, um eventuell weitere Anpassungen vornehmen zu können. Dann wird es nach dem Beschluss unserer Kammerversammlung keine gedruckte Version des Ärzteblatts mehr geben. Wir werden alles daran setzen, dass sich die Qualität und der Informationsgehalt für Sie als Leserin und Leser weiter verbessern. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.
 

„Wir müssen erreichen, dass wir ein umfassendes Problembewusstsein und einen berufsgruppenübergreifenden, multifaktoriellen Präventionsansatz entwickeln.”

Prof. Henrik Herrmann
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