Die Impfung gegen Gelbfieber ist bei Reisen in Risikogebiete dringend angeraten und in einigen Ländern gesetzlich vorgeschrieben.

Das Gelbfieberrisiko ist in einzelnen endemischen Ländern lokal unterschiedlich und Ausbrüche können auftreten. Daher ist vor Reisen ins Ausland grundsätzlich eine reisemedizinische Beratung zu empfehlen.

Die Gelbfieberimpfung muss nach den Internationalen Gesundheitsvorschriften von einer durch die Landesbehörde autorisierten Gelbfieberimpfstelle vorgenommen werden. Seit Mai 2015 ist die Ärztekammer Schleswig-Holstein für die Zulassung von Gelbfieberimpfstellen in Schleswig-Holstein zuständig.

Die Voraussetzungen für die Zulassung als Gelbfieberimpfstelle sind von Land zu Land unterschiedlich geregelt.

In Schleswig-Holstein gelten folgende Voraussetzungen für die Zulassung:

Gesetzliche Zulassungsvoraussetzungen

Die zulassende Behörde kann nach §7 des „Gesetzes zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (2005)“ (IGV – Durchführungsgesetz – IGV – DG) vom 21. März 2013 die Zulassung erteilen, wenn

  1. die impfende Ärztin oder der impfende Arzt die erforderliche Qualifikation besitzt und
  2. geeignete Räumlichkeiten und Einrichtungen für die Lagerung des Impfstoffes sowie für die Durchführung der Impfung vorhanden sind.

Die Ärztekammer Schleswig-Holstein ist verpflichtet, eine bedarfsgerechte Versorgung mit Gelbfieberimpfstellen sicherzustellen. Die Zulassung wird grundsätzlich unter dem Vorbehalt eines Widerrufes erteilt.

Voraussetzungen für die Zulassung in Schleswig-Holstein

Sächliche Voraussetzungen:

  • Vorrichtung, die eine ordnungsgemäße Lagerung des Impfstoffes gewährleistet
  • Vorhaltung geeigneter Räumlichkeiten unter Beachtung hygienischer Anforderungen

Persönliche Voraussetzungen:

  • Approbation als Arzt/Ärztin (Approbationsurkunde in beglaubigter Kopie) mit mindestens 2-jähriger Berufserfahrung
  • Unterlagen mit denen die Qualifikation nachgewiesen wird. Der Nachweis wird in jedem Fall erbracht durch die Erlaubnis, die Zusatzbezeichnung „Tropenmedizin“ führen zu dürfen.

Ärztinnen und Ärzte, die diese Zusatzbezeichnung nicht führen dürfen, können den Nachweis auch auf andere Weise erbringen. Dies ist unter Umständen möglich durch Bescheinigungen und Zeugnisse über die erforderliche Teilnahme an anerkannten oder zertifizierten Fortbildungskursen in Reise- und Tropenmedizin, einschlägige Berufserfahrung (z.B. 1-jährige Tätigkeit in einem Tropeninstitut oder einer medizinischen Einrichtung in den Tropen oder spezielle Tätigkeit in einer Impfberatungsstelle), Kenntnisse über die Beherrschung von anaphylaktischen Reaktionen und über lebensrettende ärztliche Sofortmaßnahmen. In diesen Fällen erfolgt immer eine individuelle Einzelfallprüfung.

Auflagen für die Zulassung und Gebühren

Persönliche Auflagen:

  • mindestens eine eintägige Fortbildung alle 2 Jahre im Bereich der Tropen- und Reisemedizin,
    nach 6 Jahren: alle 4 Jahre
  • Beachtung der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)
  • Beachtung der Informationsdienste des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der WHO
  • Verpflichtung zur Anzeige jeder Änderung der Zulassungsvoraussetzungen

 

Organisatorische Auflagen:

  • Vorhaltung eines von der Ärztekammer Schleswig-Holstein zugelassenen Impfstempels und Sicherung vor Unbefugten
  • Vertretungsregelung im Urlaubs- und Krankheitsfall
  • Vorrichtungen für die vorschriftsmäßige Lagerung des Impfstoffes
  • Registrierung des Impfstoffes mit Chargen-Nummer (Wareneingang und -ausgang)
  • Vorschriftsmäßige Vernichtung des Impfstoffes
  • Aufbewahrung der Impfunterlagen mindestens 10 Jahre
  • Vernichtung des Impfstempels nach Aufgabe der Praxis oder der Impftätigkeit

Verfahrenstechnische Auflagen:

  • Sachkundige reise- und tropenmedizinische Beratung vor jeder Impfung
  • Verwendung eines vom Paul-Ehrlich-Institut zugelassenen und von der WHO anerkannten Impfstoffes
  • Dokumentation der Impfung nach § 22 Abs. 2 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) in einem international anerkannten Impfausweis gemäß Anlage 6 zu den Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV)
  • Führung eines Impfregisters mit folgenden Angaben: Name der/des Geimpften, Datum und lfd. Nummer der Impfung, Name der/des Impfenden, Bezeichnung und Chargen-Nummer des Impfstoffes
  • Verwendung des zugelassenen Impfstempels
    • Rundstempel 2 – 2,5 cm Durchmesser
    • Umschrift: Name der Impfstelle mit dem Zusatz „Vaccinating Centre Gemany“
  • Berichtspflicht über besondere Impfvorkommnisse einschließlich Impfschäden

 

Gebühren:

  • Zulassung als Gelbfieberimpfstelle einschließlich der Ablehnung von Anträgen: 150,00 € bis 400,00 €
  • Entzug der Zulassung als Gelbfieberimpfstelle: 50,00 € bis 150,00 €

 

Einzureichende Unterlagen: