Informationen zur elektronischen Gesundheitskarte befinden sich in diesem Abschnitt. Außerdem werden konkrete Anwendungen aufgezeigt und detailliert beschrieben.

Elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Mit der Gesundheitsreform 2004 wurde der Grundstein im SGB V (Sozialgesetzbuch, fünftes Buch) für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) gelegt. Seit 2015 gilt diese ausschließlich als Versicherungsnachweis, um medizinische Leistungen auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen zu können.
Die eGK wird im Vergleich zur „alten“ Gesundheitskarte wie gehabt in Praxen oder Krankenhäusern eingelesen, jedoch mit moderneren Kartenlesegeräten. Sie wird weiterhin für die Abrechnung benötigt.
Äußerlich hat sich die eGK bis auf ein zusätzliches Bild des Versicherten kaum verändert. Mit der Einführung der Telematikinfrastruktur, kurz TI, dient die eGK zukünftig als patientenindividueller Schlüssel für verschiedene Anwendungen, die schrittweise eingeführt werden. Damit ist trotz des auch sehr unwahrscheinlichen erfolgreichen Hackerangriffs auf das Gesamtsystem, ein auslesen einzelner Patientendaten nicht möglich. Die TI beschreibt dabei die digitale Datenautobahn im deutschen Gesundheitswesen für eine vernetzte und sichere Kommunikation.


Konkrete Anwendungen

Als Grundlage der im Anschluss vorgestellten Anwendungen dient das eHealth-Gesetz, welches zum 01.01.2015 in Kraft getreten ist. Diese Anwendungen werden untergliedert in freiwillige und verpflichtende Anwendungen für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Zunächst ist das Versichertenstammdatenmanagement die erste und auch die einzige verpflichtende Anwendung. Das Notfalldatenmanagement, der elektronische Medikationsplan, die elektronische Patientenakte und das elektronische Patientenfach sind dagegen freiwillige Anwendungen. Hier ist es dem Mitglied freigestellt, ob diese Anwendung in Anspruch genommen werden möchte oder nicht. Diese Wahlmöglichkeit trägt aktiv zur Stärkung der Patientenrechte bei.

Im Weiteren werden diese Anwendungen vorgestellt. Klicken Sie dafür bitte auf die jeweiligen Überschriften.

Versichertenstammdatenmanagement (VSDM)

Beim VSDM werden die Stammdaten auf der eGK online überprüft und bei Bedarf aktualisiert. Zu den Stammdaten gehören unter anderem Name, Anschrift, Geburtsdatum und der Versichertenstatus sowie die Versichertennummer des Patienten. Weiterhin wird geprüft, ob ein gültiges Versicherungsverhältnis besteht. Hierfür wird die eGK im eHealth-Kartenterminal eingelesen. Über den Konnektor wird eine sichere Verbindung zur TI aufgebaut. Diese fragt dann beim Versichertenstammdienst der Krankenkasse an, ob die Daten aktuell sind oder Aktualisierungen vorliegen. Liegen diese vor, werden die Änderungen automatisch auf der eGK übernommen und direkt ins Praxisverwaltungssystem (PVS) eingespeist. Somit brauchen händisch keine Stammdaten im PVS geändert werden und die eGK ist damit immer auf einem aktuellen Stand.
Der Gesetzgeber hat für das VSDM eine Frist festgelegt, wird diese nicht eingehalten, drohen Vertragsärzten und -psychotherapeuten Honorarkürzungen von einem Prozent. Die Frist wurde bereits um ein halbes Jahr verschoben und endet am 31.12.2018. Diese erste Anwendung ist eine Pflichtanwendung, das heißt sie ist für  Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung verbindlich.

Notfalldatenmanagement (NFDM)

Versicherte können sich zukünftig auf freiwilliger Basis notfallrelevante Daten von Ihrem Arzt direkt auf die eGK speichern lassen. Im sogenannten Notfalldatensatz werden Informationen zu Diagnosen, Medikamenten oder Allergien hinterlegt. Der Arzt kann im Falle eines Notfalls, beispielsweise bei einer Bewusstlosigkeit, auf den Notfalldatensatz zugreifen.

Die folgende Abbildung zeigt die möglichen Inhalte des Notfalldatensatzes, die direkt auf der eGK gespeichert werden können.

Bildquelle: gematik GmbH


Weiterhin können auf Wunsch des Patienten zusätzliche Informationen zu persönlichen Erklärungen hinterlegt werden. Darunter werden Hinweise zum Ablageort einer Patientenverfügung, Organspendenerklärung oder Vorsorgevollmacht verstanden.
Die nachstehende Abbildung zeigt die zwei beschriebenen Datenblöcke, welche zusammen das Notfalldatenmanagement bilden. Das NFDM ist zudem eine freiwillige Anwendung und wird nur mit Einwilligung des Versicherten angelegt und angewendet.