Was steht im eHealth-Gesetz? Diese Frage wird im Folgenden erläutert. Hierzu werden Anwendungen und Fristen tabellarisch dargestellt.

eHealth-Gesetz

Zum ersten Januar 2016 ist das „Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen“, das sogenannte eHealth-Gesetz, in Kraft getreten, womit ein Fahrplan für eine digitale Infrastruktur im Gesundheitswesen geschaffen wurde. Durch das eHealth-Gesetz wurden diverse Änderungen im SGB V (Sozialgesetzbuch, fünftes Buch) veranlasst, die den digitalen Wandel im Gesundheitswesen vorantreiben werden. Dies bedeutet, dass sich sowohl Ärzte als auch Patienten dabei auf Veränderungen einstellen können und müssen.
Die elektronische Gesundheitskarte (eGK), die ein wesentliches Element für diesen digitalen Fahrplan darstellt, ist  für gesetzlich Versicherte als Versicherungsnachweis flächendeckend in Betrieb. Konkrete Anwendungen sind vorgesehen und sollen dem nun folgen.
 

Ziel des eHealth-Gesetzes ist es, einen sicheren, strukturierten und möglichst medienbruchfreien Datenaustausch der Akteure im Gesundheitswesen, wie z. B. Ärzten, Apotheken sowie Krankenhäusern zu ermöglichen. Hierbei stehen der Patientennutzen und der Datenschutz im Vordergrund.
 

Konkrete Anwendungen & Fristen

Für die erste konkrete Anwendung des Versichertenstammdatenmanagements (VSDM) ist ein Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) notwendig. Die TI beschreibt die digitale Datenautobahn für das deutsche Gesundheitswesen. Vertragsärzte sowie -psychotherapeuten sind verpflichtet, das VSDM ab dem 1. Januar 2019 durchzuführen. Ansonsten drohen Honorarkürzungen von einem Prozent. Weitere Anwendungen werden schrittweise folgen. Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick der vorgesehenen Anwendungen wie sie ursprünglich im eHealth-Gesetz vorgesehen waren:

Anwendung geplante Einführung Hinweis
Versichertenstamm-
datenmanagement
(VSDM)
spätestens zum 01.01.2019 Diese Frist wurde bereits
um ein halbes Jahr
verlängert.
Notfalldaten-
management
(NFDM)

01.01.2018

Zurzeit steht diese Anwendung
noch nicht zur Verfügung.

Die Anlage und Pflege
kann seit dem 01.01.2018
vergütet werden.
elektronischer Medikationsplan
(eMP)

01.01.2018
(spätestens zum 01.01.2019
müssen Ärzte in der Lage sein,
diesen zu aktualisieren.)

Zurzeit steht diese Anwendung
noch nicht zur Verfügung.

Seit dem 01.10.2016
besteht Anspruch auf
einen Medikationsplan
in Papierform.
elektronischer Arztbrief
(eArztbrief)
  Seit dem 01.01.2017
wird der Versand/
Empfang vergütet.
Telemedizinische Anwendungen (Videosprechstunden,
Telekonsile)
01.07.2017

Seit dem 01.04.2017
werden Röntgen-
konsile vergütet.
Auch für die
Videosprechstunden
liegen aktuelle
Vergütungsregelungen
vor (drei Monate früher
als im Gesetz vorgegeben).

elektronisches Patientenfach
(ePF)

ab 2019

 
elektronische Patientenakte
(ePA)
ab 2019  

Diese Anwendungen werden unter der Rubrik elektronische Gesundheitskarte (eGK) & Anwendungen detaillierter beschrieben.
 

Vergütung im Rahmen des eHealth-Gesetzes

Der einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) wurde teilweise angepasst, um konkrete Anwendungen zu vergüten. Diese beinhalten aktuell:

  • Videosprechstunden
  • Notfalldatensatz - Anlegen, Bearbeiten und Löschen
  • Elektronischer Arztbrief – Versenden/Empfangen
  • Medikationsplan
  • Telekonsiliarische Leistungen

Detaillierte Informationen zur Abrechnung können dem Online-EBM-Katalog der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) entnommen werden.


Den Gesetzestext zum Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen sowie zur Änderung weiterer Gesetze (Stand: 21. Dezember 2015) finden Sie hier.


Quelle:
Bundesärztekammer
Bundesministerium für Gesundheit
Bundesanzeiger Verlag
gematik
Kassenärztliche Bundesvereinigung