Die Zahl der Flüchtlinge in Schleswig-Holstein steigt weiter an. Bis zum Juni 2015 wurde damit bereits annähernd die Anzahl von Flüchtlingen in Neumünster aufgenommen, die der Gesamtzahl für Jahr 2014 entspricht. Zum 31. Juli waren bereits 9.315 Flüchtlinge in Schleswig-Holstein angekommen.

Sie finden auf dieser Seite Informationen rund um das Thema "Flüchtlinge", die Sie in Ihrem täglichen Arbeitsalltag benötigen könnten.

Sofern Sie sich ehrenamtlich engagieren möchten und eine Berufshaftpflicht-Versicherung bei der Deutschen Ärzteversicherung abgeschlossen haben, ist die ambulante Behandlung von Flüchtlingen abgesichert. Unter welchen Umständen dies gilt und weitere Informationen finden Sie hier.

Zuständigkeiten

Die Zuständigkeit für die Versorgung von Flüchtlingen in Schleswig-Holstein obliegt dem Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten sowie dem Landesamt für Ausländerangelegenheiten. Beide Behörden haben vielfältige Informationen zum Thema Flüchtlinge auf ihren Internetseiten zur Verfügung gestellt.
Über Asylanträge einschließlich der Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft entscheidet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Gesetzliche Grundlagen/Arzthaftung/Unfallversicherung/Gesundheitskarte

Gesetzliche Grundlagen

Nachstehende Gesetze regeln die grundsätzlichen Zusammenhänge der Versorgung von Flüchtlingen:

Unfallversicherung

Seitens der Unfallkasse Nord erhielten wir vorläufige Mitteilung:

  • Niedergelassene Ärzte, die über den Rahmenvertrag mit der KVSH jeweils basismedizinische Leistungen in der EAE erbringen: Diese sind als selbstständig tätige Ärzte regelmäßig freiwillig unfallversichert. Die unfallversicherungsrechtliche Zuständigkeit liegt hier bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege  (BGW). Grundsätzlich fällt die Tätigkeit auch unter den Unfallversicherungsschutz. Ansprechpartner bei der BGW ist Herr Hartwich (Telefon 040-20707-1163), michael.hartwich@bgw-online.de.
  • „Abordnung“ von Krankenhausärzten: Diese sind regelmäßig als Angestellte regelmäßig über die Unfallkasse des Arbeitgebers abgesichert („aus der Beschäftigung heraus). Bei kommunalen Krankenhäusern ist das beispielsweise die Unfallkasse Nord.
  • Vom Land direkt beauftragte Ärztinnen und Ärzte (bspw. jenseits des Rahmenvertrages mit der KVSH): Diese sind „wie ein Versicherter“ nach § 2 Abs. 2 SGB VII über die Unfallkasse Nord versichert. Sie werden hier als „Beauftragte des Landes“ betrachtet (Voraussetzung: dokumentierte Beauftragung bzw. Vertrag; Mindestens: Dokumentation durch Leitung der EAE, dass in EAE tätig – Datum/Uhrzeit…).
  • Freiwillige („spontane“) Hilfeleistung einer Ärztin/eines Arztes: Diese müssen in der EAE „registriert“ worden sein (also Dokumentation, dass in EAE tätig …). Es gilt hier, dass Personen, die „spontan“ aus privater Initiative vor Ort tätig wurden, nicht unfallversichert sind. Hier kann auch analog zu den Regelungen bei Hilfeleistung in den Kommunen auch auf die Informationsseite der Unfallkasse Nord verwiesen werden.

Arzthaftung


Elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge

Ab Anfang 2016 wird die elektronische Gesundheitskarte für Flüchtlinge in den Kommunen starten.
Nähere Informationen finden Sie hier:

Von der Erstaufnahme bis zum genehmigten Asylantrag

  • Nachdem ein Asylsuchender seinen Wunsch auf Asyl in Deutschland geäußert hat (z.B. an der Grenze oder bereits im Innenland) wird er mittels des s.g. Easy-Verfahrens mit den Daten Name (ggf. Übersetzung aus dem Arabischen ins Deutsche), Geburtsdatum und Herkunftsland registriert.
  • Nach der Registrierung wird anhand des Easy-Verfahresn ermittelt, welchem Bundesland bzw. welcher Erstaufnahme-Einrichtung der Asylsuchende zuzurechnen ist.
  • Asylsuchende, die in Schleswig-Holstein ankommen, werden zunächst in der Erstaufnahme-Einrichtung in Neumünster untergebracht, weitere sind geplant. Eine genaue Übersicht über Einrichtungen, Plätze, usw. finden Sie hier.
  • Ein Asylantrag wird bei dem Landesamt für Ausländerangelegenheiten, welches der Erstaufnahme-Einrichtung direkt örtlich angegliedert ist, gestellt. Wie genau ein Verfahren zu einem Asylantrag verläuft, finden Sie auf der Seite des Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.
  • Als nächster Schritt findet bei Volljährigen eine Erstuntersuchung statt, zu der jeder Asylsuchende nach § 4 des Asylverfahrensgesetzes verpflichtet ist. Welche Untersuchungen in dieser enthalten sind, können Sie dem Leitfaden des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung entnehmen. Unbegleitete Minderjährige werden nicht erstuntersucht und bedürfen somit einer besonderen Aufmerksamtkeit bei einem ersten ärztlichen Kontakt.
  • Der Aufenthalt in einer Erstaufnahmestelle wird zu 100 % über das Land Schleswig-Holstein finanziert.
  • Nach einem bis zu dreimonatigem Aufenthalt werden die Asylsuchenden in die Kreise verteilt. Die Verteilung erfolgt nach dem Königsteiner Schlüssel.
  • Sobald der Asylsuchende die Erstaufnahme-Einrichtung verlassen hat, gilt das Asylbewerberleistungsgesetz, welches nach § 4 eine Behandlung nur bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen einschließlich der Versorgung mit Arznei- und Verbandmitteln sowie sonstiger zur Genesung, zur Besserung oder zur Linderung von Krankheiten oder Krankheitsfolgen erforderlichen Leistungen vorsieht.
  • Um o.g. Versorgung in Anspruch nehmen zu können, muss der Asylsuchende zunächst bei der zuständigen Aufnahmebehörde am Wohnort einen Antrag stellen. Mit dem sodann ausgestellten "Versorgungsschein" kann der Besuch bei einem Arzt erfolgen.
  • Die Kosten nach der Verteilung auf die Kreise werden zu 30 % von den Kommunen und zu 70 % über das Land Schleswig-Holstein getragen.

Tipps für die Behandlung von Asylbewerbern

Nachstehend finden Sie einige Informationen für die Untersuchung und Behandlung von Asylsuchenden in Ihrer Praxis:
(Der Aufenthalt in einer Erstaufnahmestelle wird zu 100 % über das Land Schleswig-Holstein finanziert, anschließend gilt das Asylbewerberleistungsgesetz)

  • Folgende Untersuchungen sind bei einer Erstuntersuchung enthalten:
    • Allgemeine, orientierende körperliche Untersuchung (einschließlich Untersuchung auf
      Krätzemilben und Läuse).
    • Röntgen-Untersuchung auf behandlungsbedürftige Tuberkulose der Atmungsorgane.
      Bei Kindern < 15 Jahren Tuberkulintest oder anderer immunologischer Test, Testung
      vorrangig im Fall einer Exposition oder bei klinischer Symptomatik.
    • Serologische Untersuchung auf Masern, sofern nicht bei Aufnahme eine Impfung
      gegen Masern-Mumps-Röteln erfolgt, oder eine Masern-Immunität gesichert ist.
    • Serologische Untersuchung auf Varizellen bei Frauen im gebärfähigen Alter und bei
      Kindern, sofern nicht bei Aufnahme eine Impfung gegen Varizellen erfolgt, oder eine
      Varizellen-Immunität gesichert ist.
      Bei negativer Masern-Serologie soll eine MMR-Impfung angeboten werden.
      Frauen im gebärfähigen Alter mit negativer Varizellen-Serologie und Kindern soll eine
      Varizellen-Impfung angeboten werden.
      [...]
    • ...
    • Eine genaue Beschreibung der Untersuchungen finden Sie hier.
      Am Ende erhält der Asylbewerber in der Regel eine Bescheinigung über die Ergebnisse der Untersuchung.
  • Der Asylsuchende erhält einen Arztbrief des Ärztlichen Dienstes und hat ggf. Unterlagen/Bescheinigungen aus seinem Heimatland bei sich, wenn er eine weitere Untersuchung in den Kommunen benötigt.
  • Sollte ein Asylsuchender stationär aufgenommen werden müssen, ist ein Antrag auf Kostenübernahme möglichst zeitnah beim Landesamt für Ausländerangelegenheiten (Fax: 04321 974 103, Telefon: Frau Fregien (-106), Frau Krebs (-105) und Herr Tag (-117))
    • Zur Identifizierung gibt es neben der Asylixnummer (Individualprogramm des LfA) auch eine Buchstabenkennung
    • Notwendige Medikamente nach der Entlassung sollten voranigig als Privatrezept rezeptiert werden (Mitteilung des LfA).
    • Nach der Entlassung veranlasst der Sozialdienst der Kliniken Fahrten zurück in die Landesunterkunft. Entweder, soweit vorhanden über Taxigutscheine zu Lasten des LfA oder durch vorherige Verauslagung und Inrechnungstellung.
  • Informationen zu Verordnungen sowie zur Abrechnung finden Sie auf der Seite der Kassenärztlichen Versorgung Schleswig-Holstein.
  • Anamnesebögen in verschiedenen Sprache finden Sie hier (Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein) oder auf der Internetseite des Setzer Verlages.
  • Die App "Google-Übersetzer", welche kostenfrei auf einem Mobilgerät installiert werden kann, hat in der täglichen Arbeit KollegInnen bereits bei Kommunikationsproblemen geholfen. Bei diesem Anbieter können Sie den gewünschten Satz per Lautsprecher einsprechen und dieser wird übersetzt wieder ausgegeben.
  • Hier finden Sie einen Dolmetscher-Dienst, der kurzfristig kontaktiert werden kann (nicht kostenfrei).
  • Das Deutsche Ärzteblatt verweist auf den Dolmetscher-Dienst www.arztkonsultation.de, der kostenfrei zur Verfügung stehen soll.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat jüngst einen Ratgeber Gesundheit für Asylsuchende in Deutschland veröffentlicht. Er richtet sich in erster Linie an die Asylsuchenden selbst, indem er sie über die Gesundheitsversorgung in Deutschland informiert und Hinweise über die Erstuntersuchung und das Verhalten im Falle einer Erkrankung gibt. Behörden und medizinischem Personal soll er ebenfalls als Hilfestellung dienen. Er enthält zudem einen Impfausweis.

Persönliche Gesundheitsakte für Flüchtlinge

KOM und IMO haben eine Persönliche Gesundheitsakte (englisch und arabisch) für Flüchtlinge erarbeitet. Sie an den sogenannten „Hotspots“, d. h. Registrierungszentren für Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen, ausgegeben werden die Krankengeschichte der Flüchtlinge rekonstruier und ihre medizinischen Bedürfnisse ermittel.

Als Handreichung zu der Gesundheitsakte hat die KOM ein Handbuch für den Gesundheitsbereich (deutsch) veröffentlicht, das Hinweise zur Untersuchung und Feststellung des Gesundheitszustands der Flüchtlinge enthält.

Ihre Mithilfe - Patenschaften - Med. Personal unter den Flüchtlingen

Die Ärztekammer hat eine E-Mail-Adresse eingerichtet, über die Sie sich melden können, wenn Sie bei steigendem Bedarf ggf. ärztlich mithelfen wollen. Auch wären Patenschaften für Angehörige medizinischer Berufe unter den Migranten zu einem späteren Zeitpunkt denkbar, sofern wir denn Informationen über ihre Berufsqualifikationen überhaupt erhalten können. Bitte melden Sie sich vorsorglich gerne unter fluechtlingshilfe@aeksh.de, wir halten Sie über die Entwicklungen auf dem Laufenden bzw. kommen auf Sie zu. Sofern Sie telefonisch mit uns in Kontakt treten möchten,erreichen Sie uns über das Sekretariat unter 04551 803 206.

Sofern Sie Kontakt zu Ärzten oder Pflegekräften aus dem Irak oder Syrien haben, freuen wir uns über Nennung der Ihnen zur Verfügung stehenden Informationen (Name, Vorname, Geb.datum, ggfls. Nr.  des Hausausweises (EASY-Verfahren)) – natürlich nur mit dem Einverständnis der betreffenden Person –  und die gegenwärtige Erstaufnahmeeinrichtung. Wir werden diese Information sodann an das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung weitergeben, die über die Leitung der entsprechenden Erstaufnahme-Einrichtung Kontakt zur genannten Person aufnehmen, um den Vorgang der Berufserlaubnis bzw. der Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung zu beschleunigen.

Der Landesverband Schleswig-Holstein des DRK bietet unter dem Titel "Team Schleswig-Holstein" ebenfalls eine Möglichkeit, sich für Mithilfe zu registrieren.

Hier finden Sie zudem eine Stellenausschreibung  der ife Gesundheits-AG, die derzeit auf der Suche nach Übersetzer/Innen arabisch/deutsch ist.

Hygienehinweise/Schwangerschaft/Impfen/Ausgewählten Krankheiten

Hygienemaßnahmen

Schwangerschaft

Schwangere Frauen der Erstaufnahmeeinrichtung unterliegen dem § 4 des Asylbewerberleistungsgesetzes:

  • Leistungen bei Krankheit, Schwangerschaft und Geburt
  1. Zur Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände sind die erforderliche ärztliche und zahnärztliche Behandlung einschließlich der Versorgung mit Arznei- und Verbandmitteln sowie sonstiger zur Genesung, zur Besserung oder zur Linderung von Krankheiten oder Krankheitsfolgen erforderlichen Leistungen zu gewähren. Eine Versorgung mit Zahnersatz erfolgt nur, soweit dies im Einzelfall aus medizinischen Gründen unaufschiebbar ist.
  2. Werdenden Müttern und Wöchnerinnen sind ärztliche und pflegerische Hilfe und Betreuung, Hebammenhilfe, Arznei-, Verband- und Heilmittel zu gewähren.
  3. Die zuständige Behörde stellt die ärztliche und zahnärztliche Versorgung einschließlich der amtlich empfohlenen Schutzimpfungen und medizinisch gebotenen Vorsorgeuntersuchungen sicher. Soweit die Leistungen durch niedergelassene Ärzte oder Zahnärzte erfolgen, richtet sich die Vergütung nach den am Ort der Niederlassung des Arztes oder Zahnarztes geltenden Verträgen nach § 72 Abs. 2 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch. Die zuständige Behörde bestimmt, welcher Vertrag Anwendung findet.

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung empfiehlt, dass die schwangeren Frauen der Erstaufnahmeeinrichtungen/ Landesunterkünfte von den Einrichtungen/ Leistungsanbietern versorgt werden, in denen die Frauen letztendlich auch entbinden werden, da damit gewährleistet ist, dass die Frauen gemäß § 4 Asylbewerberleistungsgesetz

  1. die erforderliche vorgeburtliche Betreuung und Untersuchungen  
  2. rechtzeitige Hebammenhilfe
  3. erforderliche Hebammen-, Arznei- und Hilfsmittelt und
  4. ärztliche Betreuung während der gesamten Schwangerschaft incl. Geburt erhalten.

Impfen

  • Kompakte Informationen zum Thema Impfen finden Sie auf der Homepage der Landesregierung.
  • Brief des MSGWG: MMR-Impfangebot für Kinder und Jugendliche in EAE
  • Mail des MSGWG zum Thema Impfungen in EAE
  • STIKO-Empfehlung 2015
  • Konzept zur Umsetzung frühzeitiger Impfungen bei Asylsuchenden nach Ankunft in Deutschland
  • Wesentliche Informationen zum Thema Impfen in verschiedenen Sprachen finden Sie hier (Robert-Koch-Institut).
  • Sollte eine Person nicht über das Asylbewerberleistungsgesetz versichert sein, können diese auf Kosten des Ministeriums für Soziales, Gesundheits, Wissenschaft und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein von Beauftragten des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) geipmft werden (der ÖGD beschafft aber keine Impfstoffe für niedergelassene Ärzte, diese Impfungen können nur vom ÖGD durchgeführt werden).
  • Das Ministerium bittet darum, Ihre Impfaktivitäten in den Erstaufnahmeeinrichtungen zur Grippeschutzimpfung zu starten. Es steht laut heutiger Nachfrage beim Paul-Ehrlich-Institut genügend Grippe-Impfstoff zur Verfügung. Für die Kinder der Altersgruppe 2 – 6 Jahre bemüht Sich das Sozialministerium sich gerade, einen nasalen Grippe-Impfstoff zu beschaffen, da der nasale Impfstoff in dieser Altersgruppe eine deutlich überlegene Wirksamkeit zeigt und zudem die Akzeptanz bei den Kleinkindern deutlich besser ist. Der nasale Impfstoff soll dann ausschließlich in dieser Altersgruppe eingesetzt werden. Das Sozialministerium wird zeitnah informieren, wenn sie den nasalen Impfstoff erhalten haben.
  • Informationen zu Herstellerabschlägen finden Sie hier.

Tuberkulose

  • Untersuchungen:
    • Jeder Flüchtling, der in eine Gemeinschaftsunterkunft aufgenommen wird, ist zu röntgen, Ausnahme: Kinder < 15 Jahre und Schwangere
    • bei Untersuchungs-Engpässen im Röntgen wird nach folgender Priorität entschieden
      • Klinisch auffällige/ symptomatische Personen zuerst,
      • Klinisch unauffällige/ asymptomatische Personen zu einem späteren Zeitpunkt
    • Tbc-Screening mittel THT (oder IGRA) findet bei Kindern < 15 Jahren nur statt, wenn für diese bei einem positivem Befund eine präventive Behandlung erfolgt (Grundsatz „intention to test is intention to treat“).
      Hinweis: Bei der Suche nach latenten Infektionen wird der Test auch von den Kollegen aus Borstel als sinnvolles Instrument angesehen. Allerdings müssen aus dieser Untersuchung auch Konsequenzen folgen, d.h. eine präventive Behandlung. Daher die o.g. Einschränkung.
    • Tbc-Screening mittels THT (oder IGRA) findet bei Schwangeren nicht statt, da diese nicht präventiv behandelt würden,
      bei klinisch auffälligen Schwangeren ist eine Sputum-Untersuchung (PCR) zu veranlassen
  • Die App "Explain TB", welche kostenfrei auf einem Mobilgerät installiert werden kann, bietet mit u.a. 16 Audioversionen auf 28 verschiedenen Sprachen, die Möglichkeit, über Tuberkulose zu informieren. Hier finden Sie neben der App auch zahlreiche weitere Informationen rund um das Thema Tuberkulose.
  • Ein Artikel zum Thema "Neue Gefahr durch Tuberkulose" der Ärztezeitung finden Sie hier.
  • Den Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland für 2014 finden Sie hier.

Skabies

das Bundesministerium für Gesundheit hat in seiner Bekanntmachung nach § 79 Abs. 5 AMG vom 2. September 2015 festgestellt, dass zur Therapie der Skabies mit oral applizierbaren Arzneimitteln in Deutschland kein zugelassenes Arzneimittel zur Verfügung steht. Insoweit wurde ein Mangel nach § 79 Abs. 5 Arzneimittelgesetz (AMG) festgestellt.

Mit unten stehendem Schreiben informiert Sie das Landesamt für soziale Dienste Schleswig-Holstein (LAsD)-Arzneimittelüberwachung – darüber, wie in Erstaufnahmeeinrichtungen die Versorgung von Patienten unter Anwendung des § 79 Abs. 6 AMG  stattfinden kann.

Zur gefälligen Verwendung finden Sie auch ein Formular, mit dem der Arzt beim LAsD die Beschaffung der erforderlichen Arzneimittel bei einer von ihm bestimmten Apotheke anmelden kann. Das LAsD wird dann der benannten Apotheke die Beschaffung gemäß § 79 Abs. 6 AMG gestatten.

 

Dem Robert Koch-Institut übermittelte meldepflichtige Infektionskrankheiten bei Asylsuchenden in Deutschland finden Sie in regelmäßigen Berichten hier.

Themenbezogene Veranstaltungen

Fortbildungsreihe
„Flüchtlingshilfe – Hintergründe und Hilfreiches zur Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen“


Die Fortbildung richtet sich an professionelle und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer in der Flüchtlingsversorgung. Die Inhalte und Termine der jeweiligen Veranstaltungen entnehmen Sie bitte dem Anhang. Ebenso finden Sie dort Informationen zum Anmeldeprocedere sowie einen Lageplan der Klinik.

Basis-Notfallfortbildung für Sicherheitspersonal in Flüchtlingseinrichtungen

Von Seiten des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein wird folgende Fortbildung für die Zielgruppe Sicherheitspersonal in Flüchtlingseinrichtungen angeboten, um die Unsicherheiten und evtl. Haftungsrisiken zu minimieren.

  • 4  Zeitstunden Basis-Notfallfortbildung für Sicherheitspersonal in Flüchtlingseinrichtungen
  • Inhalt:  
    • Allgemeines Vorgehen im Notfall
    • Notrufwege
    • Erkennen lebensbedrohlicher Situationen
    • Basismaßnahmen Wiederbelebung
    • Einfache Erste-Hilfe-Maßnahmen (Ruhigstellungsmaßnahmen, Verbrennungsversorgung, etc.)

Es werden aktuell hierfür 2 Kurse á 4 Stunden pro Monat im Institut für Rettungs- und Notfallmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein angeboten. Die Mindestteilnehmerzahl beträgt 10 Personen, die Höchstteilnehmerzahl 20 pro Kurs.

Die Kosten liegen bei 140.- € pro Teilnehmer inklusive Unterlagen und Verpflegung.

Weitere Informationen erhalten Sie unter fluechtlingshilfe@uksh.de.

Online-Aussprachetrainer für syrische Deutschlerner

Prof. Dr. Jürgen Handke, Professor für Linguistik und Sprachtechnologie an der Philipps-Universität Marburg und sein Team haben in Kooperation mit der FH Lübeck, oncampus und dem Virtual Linguistics Campus ein maßgeschneidertes Angebot geschaffen: Jeder einzelne Laut der deutschen Sprache wird mit Instruktions- und Übungsvideos thematisiert und so die korrekte Aussprache geübt. Die Lehramtsstudentin und gebürtige Syrerin Enaam Eliya führt gemeinsam mit Professor Handke durch den Kurs.

Nähere Informationen finden Sie hier.

Trainingspakete für Gesundheitspersonal

Zur Verfügung stehen auch Trainingspakete für Gesundheitspersonal (u. a. deutsch) und zur Verbesserung des Zugangs und der Qualität für Gesundheitsdienstleistungen für Migranten und ethnische Minderheiten. Sie stammen aus dem Projekt "Training  packages for health professionals to improve access and quality of health services for migrants and ethnic minorities, including the Roma (MEM-TP)", das die EU im Rahmen ihres Gesundheitsprogramms im Zeitraum 2008-2013 unterstützt hatte.

Approbation und Berufserlaubnis für Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland

Alle Ärzte, die in der Bundesrepublik Deutschland den ärztlichen Beruf ausüben möchten, benötigen dazu eine Approbation oder Berufserlaubnis gemäß Bundesärzteordnung (BÄO).
Zunächst sollten die Dokumente (Studium der Medizin, Abschluss, Zulassung als Arzt) von einem amtlich anerkannten Übersetzer ins Deutsche übersetzt werden.
Die entsprechenden Anträge können für Schleswig-Holstein beim

Landesamt für soziale Dienste Schleswig-Holstein  
Abt. 3 Gesundheitsschutz
Adolf-Westphal-Straße 4, 24143 Kiel
Telefon 0431 988 5572 oder-5565
E-Mail: Corinna.Heim@lasd.landsh.de oder Andreas.Myska@lasd.landsh.de

gestellt werden.  

Danach empfiehlt sich, die Dokumente zur Facharztweiterbildung (Spezialisierung) ebenfalls von einem amtlichen Übersetzer übersetzen zu lassen.
Diese Unterlagen können dann an die

Ärztekammer Schleswig-Holstein
Ärztliche Weiterbildung
Bismarckallee 8-12
23795 Bad Segeberg
Telefon 04551 803 328
weiterbildung@aeksh.de

geschickt werden. Wir werden überprüfen, in wie weit eine Facharztqualifikation mit den deutschen Regelwerken übereinstimmen. Sollten diese nicht gleichwertig erscheinen, muss eventuell noch eine Prüfung abgelegt werden. Die Kolleginnen der Abteilung Ärztliche Weiterbildung beraten gern individuell.

Meldepflicht nach Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Bei Auftreten meldepflichtiger Erkrankungen nach IfSG ist das örtlich zuständige Gesundheitsamt unverzüglich zu informieren. Das Gesundheitsamt ist bei der Entscheidung über zu veranlassende Maßnahmen federführend.

ACHTUNG: Pilzvergiftungen in Unterkünften

Ärzte warnen vor gefährlichem Knollenblätterpilz / Flüchtlinge und Ayslsuchende besonders betroffenen

In Niedersachsen mussten vor kurzem einige Flüchtlinge, meist aus Syrien, wegen einer Pilzvergiftung behandelt werden.

Das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wirtschaft und Gleichstellung des Landes SH informiert:
Der Knollenblätterpilz (Amanita spec.) ist einer der giftigsten Pilze in Deutschland und für 90 Prozent aller tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Der Pilz ist sehr gefährlich, da sein Gift erst mehrere Stunden nach dem Verzehr wirkt und dann bereits im ganzen Körper aufgenommen ist. Zunächst treten Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf – ähnlich einer Magen-Darm-Infektion, nach ein bis zwei Tagen kommt es zur Schädigung der Leber, die von Blutgerinnungs- und Nierenfunktionsstörungen begleitet werden kann. Im schlimmsten Fall stellt die Leber ihre Funktion ein, so dass nur noch eine Lebertransplantation das Leben des Patienten retten kann. Bei einem Verdacht auf eine Pilzvergiftung sollte der Notarzt verständigt werden.

Gerne können Sie nachfolgende Plakate für die Information der Patienten in Ihrer Einrichtung aufhängen:

ACHTUNG: Windpocken-Erkrankungsfälle in Einrichtungen

Es sind aktuell 4 Windpocken-Erkrankungsfälle in der Erstaufnahmeeinrichtung in Lübeck, Volksfestplatz, gemeldet (Stand: 3. Februar 2016). Das Gesundheitsamt ist eingeschaltet.

Angeordnete Maßnahmen werden umgehend umgesetzt, dazu gehören:  

  • Aufnahmestopp für Schwangere (hohes Risiko)
  • Aufnahmestopp für Kinder < 6 Jahren (es ist davon auszugehen, dass diese überwiegend nicht geimpft bzw. nicht immun sind)
  • Alle aufgenommenen Frauen im gebärfähigen Alter erhalten bei Aufnahme einen Schwangerschaftstest und werden bei Feststellung der Schwangerschaft sofort separiert oder in eine andere Einrichtung bzw. in die Kommune verlegt.
  • Alle seronegativen Frauen in der Einrichtung werden möglichst ebenfalls verlegt (Alternative: Isolierung)

Folgende Informationen der Notarztbörse geben weitere Informationen: