Elektronische Gesundheitskarte: Bartmann zeigt Verständnis für Testeinschränkung in Flensburg
Pressemitteilung der Ärztekammer Schleswig-Holstein vom 17.04.2008
Bad Segeberg, 17.April 2008 - Mit Verständnis hat der Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein auf das Aussetzen der weiteren Tests im Hinblick auf die freiwilligen Anwendungen durch die beteiligten Flensburger Ärzte reagiert. „Dass sich das Eingeben der sechsstelligen PIN-Codes als Hürde bei der Inanspruchnahme der Verfahren gerade bei den Patienten erwiesen hat, die andererseits am meisten davon profitieren könnten, zeigt, dass diese Tests sinnvoll, notwendig und ergebnisoffen sind“, sagte Dr. Franz Joseph Bartmann in seiner Funktion als Telematikbeauftragter der Bundesärztekammer heute in Bad Segeberg.
Testverfahren machen nur Sinn, wenn es auch zu Konsequenzen komme, so Bartmann weiter. Es sei richtig, dass man in Flensburg nun auf die Erfahrungen aus anderen Testregionen warte, um dann daraus das weitere Vorgehen in diesem Punkt zu bestimmen und wenn nötig zu ändern.
Der Präsident erinnerte daran, dass der nun diskutierte Vorschlag, die PIN durch den Arzt einzugeben oder abschalten zu lassen, bereits im Anfangskonzept der gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte) vorgesehen war. „Die Politik hat auf Intervention der Datenschützer in diesem Punkt eingegriffen und diese Möglichkeit im derzeitigen Konzept ausgeschlossen“, sagte Bartmann weiter.
Der nahe liegende Einsatz biometrischer Daten zur sicheren Identifikation scheitert derzeit ebenfalls am Veto der Datenschützer, stellte Bartmann fest und meinte: „Der Hinweis, dass damit Manipulationen gerade bei nicht bewusstseinsklaren Patienten nicht ausgeschlossen sind, wird eindrucksvoll unterstützt durch den gegenwärtig im Internet kursierenden Fingerabdruck von Bundesinnenminister Schäuble.“ Der Konflikt zwischen größtmöglicher Sicherheit und bestmöglicher Handhabung sei eben noch nicht gelöst.
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