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EHEC-Infektionen: Mehr als 200 Verdachtsfälle im Land

(24.05.2011)

KIEL. Das Gesundheitsministerium hat heute (24.5.) im Rahmen eines Pressegespräches über das EHEC-Infektionsgeschehen in Schleswig-Holstein informiert. Ansprechpartner waren Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg, Prof. Solbach, Mikrobiologe UKSH Lübeck, Prof. Rautenberg Infektionsmedizin UKSH und Frau Dr. Marcic, Infektionsschutz des Gesundheitsministeriums.

Derzeit (Stand 24.5., 8 Uhr) sind mehr als 200 Verdachtsfälle von blutigen Durchfallerkrankung aus verschiedenen Kreisen und kreisfreien Städten bekannt, die mit enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) in Verbindung gebracht werden. Die Meldungen erfolgen über das Kompetenzzentrum für das Meldewesen Schleswig-Holstein am Institut für Infektionsmedizin am UKSH. In Schleswig-Holstein werden derzeit mehrere Maßnahmen verfolgt, um der Infektion entgegen zu wirken:

  • Information Betroffener: Arzt aufsuchen. Hygienemaßnahmen beachten.
  • Information Angehöriger über Gesundheitsämter: Direkten Kontakt mit Betroffenen vermeiden, Hygienemaßnahmen beachten. Auch in häuslicher Gemeinschaft lebende sollen nicht Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas oder nur in Ausnahmefällen die Schule besuchen. Einzelheiten regeln die Gesundheitsämter in ihrem Zuständigkeitsbereich.
  • Ärztinnen und Ärzte: Labore und Ärzte sind nach Infektionsschutzgesetz verpflichtet sowohl mikrobiologisch nachgewiesene EHEC-Infektionen, als auch das Krankheitsbild des HUS (auch bereits bei Krankheitsverdacht) unverzüglich an das örtliche Gesundheitsamt zu melden. Die Meldungen werden über die Landesmeldestelle (Kompetenzzentrum) beim Robert Koch-Institut (RKI) zusammengeführt.
  • Krankenhäuser: Abstimmung über Auslastung erfolgt unter den Krankenhäusern, sofern notwendig. Darüber hinaus hat das Land im Gesundheitsministerium eine Koordinierungstelle eingerichtet, um die Auslastungen der Krankenhäuser untereinander abzugleichen und Planungshilfe, gegebenenfalls auch länderübergreifend, zu geben.
  • Forschung nach Infektionsquelle: Basierend auf Befragung der Betroffenen werden die Information durch die Gesundheitsämter an das RKI übermittelt. Beteiligt ist seitens des Landes auch die Lebensmittelkontrolle.

Hintergrund

Die derzeitige Ausbreitung ist alarmierend, weil die Erkrankung auffällig häufig einen schweren Verlauf mit Nierenversagen (hämolytisch-urämisches Syndrom = HUS) nimmt. Zur Einordnung: Im Jahr 2010 wurden 24 bestätigte Fälle einer EHEC-Infektion, davon 6 HUS-Fälle in Schleswig-Holstein entsprechend der Referenzdefinition des RKI gemeldet.

Auffällig ist, dass – im Gegensatz zu sonstigen HUS-Ausbrüchen in der Vergangenheit -überwiegend Erwachsene betroffen sind. Ernst zu nehmen sind die Erkrankungen derzeit vor allem, weil der Anteil von schweren Krankheitsverläufen ungewöhnlich hoch ist.

(Pressemitteilung des Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit vom 24.05.2011)

Lesen sie auch "Fragen und Antworten" zum Thema EHEC-Infektionen in der Pressemitteilung des Geundheitsministeriums vom 23.05.2011

 

Update aus Kiel: Erster Todesfall im Zusammenhang mit EHEC?

KIEL. Das Gesundheitsministerium wurde heute (24.5.) über einen Todesfall informiert, der mit dem EHEC-Erreger in Zusammenhang stehen kann. Der Kreis Stormarn teilte mit, dass am 22.5.2011 eine Frau verstorben ist, die mit EHEC infiziert war. Ob die EHEC-Infektion Todesursache war, steht nicht fest. Die Frau war über 80 Jahre und verstarb in einem Krankenhaus, in dem sie wegen einer Operation war. Das Gesundheitsamt und die Beteiligten untersuchen zurzeit die Umstände.

(Pressemitteilung des Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit vom 24.05.2011)