Landesregierung holt Dr. Cordelia Andreßen ins Ministerium
(27.11.2009)
Folgender Beitrag wird hier aus aktuellem Anlass vor Erscheinen des Ärzteblattes 11/2009 veröffentlicht (Download nebenstehend):
"Als die neue Landesregierung am 27. Oktober vereidigt wurde, befand sich auch die Hauptgeschäftsführerin der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Dr. Cordelia Andreßen, in der Riege der neuen Minister und Staatssekretäre. Andreßen war vom neuen Wissenschaftsminister Jost de Jager, der zuvor Staatssekretär in diesem Ministerium war, gebeten worden, seine Nachfolge anzutreten.
Für die Ernennung Andreßens spielte eine wichtige Rolle, dass sie vor ihrer 6 1/2 jährigen Tätigkeit als Hauptgeschäftsführerin der Ärztekammer langjährige Erfahrung als Beamtin im Kieler Sozialministerium sammeln konnte. Im Sozialministerium war sie als stellvertretende Leiterin in der Gesundheitsabteilung für das Krankenhauswesen zuständig. „Ich freue mich auf die neue, herausfordernde Aufgabe, gehe aber auch mit einem weinenden Auge“, sagte die scheidende Hauptgeschäftsführerin im Gespräch mit dem Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt. Denn die Ärztin und Volkswirtin hat eine Phase des Übergangs in der Ärztekammer mitgeprägt, in der viele Weichen für die künftige Arbeit der Körperschaft gestellt wurden. Sie hätte gerne dazu beigetragen, diese Entwicklung fortzusetzen. Zugleich bittet sie um Verständnis für ihren Wechsel in ihren Wohnort Kiel: „Solch eine Aufgabe lehnt man nicht ab.“
Als Hauptgeschäftsführerin hatte Andreßen neben ihrer Tätigkeit nach innen auch der Kammer nach außen „ein Gesicht gegeben“. Denn Andreßen war in zahlreichen Gremien und auf vielen Terminen auf Landesebene präsent und trug damit entscheidend dazu bei, den Kontakt zwischen der Körperschaft, der Politik, anderen Heilberufen und vielen Verbänden erheblich zu verbessern. Das liegt nicht zuletzt an ihren kommunikativen Fähigkeiten, die von ihr auch im Wissenschaftsministerium gefragt sein werden.
„Menschen zusammenbringen“ wird sie auch in ihrer neuen Rolle, insbesondere zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Diese Schnittstelle ist der entscheidende Reiz für die parteilose Andreßen, sich der neuen Herausforderung in der Politik zu stellen. Denn das finanziell nicht auf Rosen gebettete Land wird keine Mittel mit dem Füllhorn ausschütten können, sondern darauf angewiesen sein, dass die richtigen Ansprechpartner zwischen Wirtschaft und Wissenschaft zusammenfinden. Als Staatssekretärin im Wissenschaftsressort wird sie auch Aufsichtsratsvorsitzende des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UK S-H). Andreßen ist überzeugt, dass nach der erfolgten personellen Weichenstellung im Vorstand das UK S-H seine schon begonnene erfolgreiche Arbeit noch verstärken kann. Sie erwartet, dort auf eine Aufbruchstimmung zu treffen, die eine noch bessere Abstimmung zwischen den beiden Standorten Kiel und Lübeck ermöglichen wird. Überzeugt ist die neue Staatssekretärin, dass der Forschungsstandort Schleswig-Holstein mit seinen schon bekannten Initiativen auch künftig bundesweit auf Anerkennung stoßen wird. Andreßen, die auch Amtschefin im Ministerium wird, freut sich in ihrer neuen Rolle auf viele bekannte Gesichter. Neben dem Minister, den sie aus gemeinsamer Vorstandsarbeit in der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft kennt, wird Andreßen im neuen Amt auf zahlreiche Bekannte aus der hochschulpolitischen Szene treffen Zugleich kann sie auf einen umfangreichen Erfahrungsschatz aus ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn zurückgreifen. Nicht zuletzt deshalb sagt sie: „Ich traue mir das zu, weil ich das Terrain gut kenne.“ Im Gegensatz zur parteilosen Staatssekretärin ist der neue Minister schon in jungen Jahren ein Vollblutpolitiker gewesen. Jost de Jager wird seit geraumer Zeit für höhere Ämter gehandelt. Der gebürtige Rendsburger hat unmittelbar nach seinem Studium (Geschichte, Englisch und Politik an der Kieler Universität) und einem Volontariat beim Evangelischen Pressedienst in Kiel seine politische Karriere begonnen. Mit 31 Jahren zog er 1996 erstmals in den Landtag ein. Seit 2002 beschäftigte sich der CDU-Politiker mit Hochschulpolitik, wurde stellvertretender Fraktionsvorsitzender seiner Partei (2002 bis 2005). Seit dem 27. April 2005 war de Jager Staatssekretär im Wissenschaftsministerium. Als solcher arbeitete er mit drei Ministern zusammen und hat zugleich als Aufsichtsratschef des UK S-H die gesamte öffentliche Diskussion um die Neuorganisation und die Privatisierung des UK S-H in vorderster Front mit erlebt und geprägt. Der neue Minister ist neben seiner Regierungstätigkeit Vorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU Schleswig-Holstein und Mitglied der Synode der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche.
Das Gesundheitsministerium wird künftig nicht nur auf Bundesebene, sondern auch in Schleswig-Holstein von der FDP verantwortet. Mit Dr. Heiner Garg übernimmt ein ausgewiesener Kenner das Ressort. Neben seiner Vorgängerin Dr. Gitta Trauernicht (SPD) ist er der bekannteste Gesundheitspolitiker im Norden. Garg kennen und schätzen viele Ärzte in Schleswig-Holstein, weil er sich in der Vergangenheit stets persönlich vor Ort mit den Problemen im Gesundheitswesen auseinandergesetzt hat. Standespolitiker bescheinigen ihm, sich detailliert mit den Problemen der niedergelassenen Ärzte auszukennen. In vielen Fragen teilt er auch deren Auffassungen. So gilt Garg etwa als entschiedener Gegner von Medizinischen Versorgungszentren, die von Kapitalgesellschaften geführt werden und damit selbstständig tätigen Ärzten die Existenz erschweren. In der Diskussion um die ärztlichen Honorare hatte Garg den Ärzten im Norden als einer der wenigen Politiker öffentlich den Rücken gestärkt und war von Beginn an für mehr regionale Spielräume bei der Honorargestaltung eingetreten.
Der 43-jährige kam nach Studium und Promotion in seinem Heimatort Freiburg in den Norden. 1995 begann er als wissenschaftlicher Assistent der FDP-Landtagsfraktion, sich in der Gesundheitspolitik zu engagieren. Der ledige Politiker gibt Spanien, Papageien und Ski alpin als Hobbys an. Seine Staatssekretärin wird Birgit Bonde aus Itzehoe, die zuletzt Büroleiterin des neuen Bundeswirtschaftsministers Rainer Brüderle war." Dirk Schnack




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