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Ärztepräsident warnt vor Pflegenotstand

Presseinformation

14.10.2008

Bad Segeberg, 14.10.2008 - Nach der Berichterstattung über die mangelhafte pflegerische Versorgung eines Patienten der Uniklinik Kiel, hat der Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein, Dr. Franz Bartmann, vor einem Auseinanderdriften zwischen Pflegebedarf in einer alternden Gesellschaft und den dafür verfügbaren Ressourcen gewarnt: "Mit der Entwicklung des Grundverständnisses des Krankenhauses von einer caritativen Einrichtung der Daseinsvorsorge zu einem im Wettbewerb stehenden Wirtschaftsunternehmen werden Patienten außerhalb abrechenbarer Prozeduren nicht mehr als notwendige Größe in der Personal- und Verfahrensplanung ausreichend berücksichtigt."

Dies müsste laut Bartmann wieder stärker in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit rücken. Innerhalb der Ärzteschaft scheint das Bewusstsein hierfür zu wachsen. Das zeigt allein die außerordentliche Resonanz auf eine Veranstaltung der Akademie für medizinische Fort- und Weiterbildung der Ärztekammer Schleswig-Holstein Anfang September. Mehr als 300 Teilnehmer informierten sich über die interdisziplinären Herausforderungen der Demenzerkrankung im Alter.
 
Bartmann fordert eine stärkere Berücksichtigung in politischen Versorgungskonzepten. „Dieser Patient ist ganz offensichtlich ein Opfer mangelhafter Kommunikations- und Versorgungsstrategien gewesen. Eine personal- und zeitintensive pflegerische Versorgung demenzkranker Patienten ist heute nicht mehr jederzeit und an jedem Ort im Krankenhaus darstellbar.“
 
In diesem Zusammenhang bewertet Bartmann die von Ministerin Schmidt anvisierten 21.000 neuen Pflegekräfte als einen ersten Schritt auf einem richtigen und notwendigen Weg. Ob allein dieser allerdings realisierbar ist, darf bezweifelt werden. „Der Markt für Pflegekräfte ist derzeit genauso leer gefegt wie der für nachwachsende Mediziner.“

Ansprechpartner

Katja Willers
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