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Konsens zu den Konsequenzen der Gesundheitsreform 2007

Bündnis Gesundheit Schleswig-Holstein

09.05.2007

Auf seiner gemeinsamen Sitzung im März 2007 hat das Bündnis Gesundheit Schleswig-Holstein folgende Bewertung des GKV-WSG konsentiert:

Konsequenzen zum GKV-WSG

Die aktuelle Gesundheitsreform erfüllt ihre Versprechen nicht.

Patientinnen und Patienten haben den (verständlichen) Wunsch - und auch das Recht - auf Behandlung und Versorgung gemäß dem aktuellen Stand der Wissenschaft.

Schon vor dem GKV-WSG (Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung) waren die Auswirkungen der sogenannten Budgetierung spürbar. Patientinnen und Patienten mussten die Frage "Zahlt das meine Krankenkasse noch?" immer häufiger mit Leistungserbringern in den Praxen diskutieren. Zukünftig wird die Notwendigkeit der Selektion und Rationierung über die Leistungserbringer in der medizinischen Versorgung sich verstärken.

Patientinnen und Patienten werden, um eine dem jeweils aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechende Versorgung zu erhalten, Leistungen zukünftig in allen Bereichen verstärkt selbst bezahlen oder zuzahlen müssen.

Sonderverträge müssen sich an der Versorgung kranker Menschen orientieren. Sie entlasten finanziell den gesunden, jungen Versicherten, dürfen aber der Versichertengemeinschaft dabei aber dringend benötigte Geldmittel nicht entziehen.

Die Leistungserbringer in der medizinischen Versorgung unserer Bevölkerung fühlen sich gleichwohl ethisch verpflichtet, im Krankheitsfall eine fachlichen, wissenschaftlich begründeten Standards entsprechende Therapieleistung zu erbringen. Dieses Recht der Patienten ist unsere gemeinsame Verpflichtung.

Der Gesetzgeber glaubt, vermehrte Leistungen zu gleichen Kosten durch Wettbewerb erreichen zu können. Das aber führt in einem gedeckelten Kostensystem lediglich zu Verschiebungen von Geldmitteln zu Lasten anderer Partner und zu entsprechenden Verwerfungen. Die Partner des Bündnis Gesundheit wollen eine derartige Spaltung verhindern und zu diesem Zwecke besser miteinander kommunizieren.

Die Partner des Bündnis Gesundheit in Schleswig-Holstein werden die mit dieser Gesundheitsreform ausgelösten Nachteile für Patientinnen und Patienten in Form von Rationierung und Zuteilungsmedizin dokumentieren und den durch staatlichen Dirigismus ausgelösten Abbau der Gesundheitsversorgung öffentlich machen.

Alle Bündnis-Partner sind aufgerufen, konkrete Nachteile und Veränderungen über das Bündnis Gesundheit Schleswig-Holstein zu dokumentieren. Bitte senden an
E-Mail: Buendnis-gesundheit@aeksh.org
(wer betroffen/anonym, was sollte, was kann nur, welche Konsequenzen, ...)

Das Bündnis Gesundheit Schleswig-Holstein wird den politisch Verantwortlichen in Bund und Land die Konsequenzen des GKV-WSG plastisch vor Augen führen.

Was ist das Bündnis Gesundheit Schleswig-Holstein?
Die Gründung des Bündnisses Gesundheit Schleswig-Holstein ist ein Novum in der Geschichte des Schleswig-Holsteinischen Gesundheitswesens. An der Gründungsveranstaltung 1998 der (damals noch Bündnisses Gesundheit 2000 Schleswig-Holstein genannten) Aktionsgruppe beteiligten sich bereits 23 Organisationen und Verbände der Pflegeberufe, der Physio-, Ergotherapeuten, der Logopäden, Krankengymnasten, Orthoptistinnen, Diätassistenten, Ärzte, Apotheker und Zahnärzte sowie der Krankenhäuser. Die Vertreter der Gesundheitsberufe einte die Sorge um den Erhalt eines leistungsfähigen Gesundheitswesens und die Befürchtung, dass das derzeit noch hohe Niveau der Patientenversorgung auch in unserem Lande gefährdet sei, auch wenn zu einzelnen Fragestellungen möglicherweise unterschiedliche Auffassungen bestanden.
Mit dem Bündnis Gesundheit Schleswig-Holstein wurde und wird aktiv das Bündnis Gesundheit auf der Bundesebene unterstützt, in dem sich praktisch zeitgleich die entsprechenden Bundesorganisationen unter der Federführung der Bundesärztekammer zusammengeschlossen haben.

Kontakt zum Bündnis Gesundheit

Wenn sie sich als Verband an den Diskussionen und Aktivitäten der Bündnispartner in Schleswig-Holstein beteiligen möchten, wenden Sie sich bitte an die Ärztekammer Schleswig-Holstein, die organisatorisch das Bündnis Gesundheit Schleswig-Holstein begleitet.
Ansprechpartnerin:
Dr. Edda Oppermann 04551-803132, E-Mail: Buendnis-gesundheit@aeksh.org .