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Leserbrief
von Dr. Ulrich Drerup zum Artikel Die Depression ist in der Mitte
der Gesellschaft - Interview mit Prof. Dr. Fritz Hohagen, SHÄ
1/2009, S. 17 ff.
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| Dr.
Drerup |
Den Ausführungen
von Prof. Hohagen ist weitgehend zuzustimmen und dass die Akademie für
medizinische Fort- und Weiterbildung sich zum 2. Mal in Jahresfrist einer
psychiatrischen Volkskrankheit auf einer Jahrestagung widmet,
ist sicher zu begrüßen.
Allerdings lassen die Ausführungen zum geplanten Inhalt der Tagung
befürchten, dass Redundanzen zu den Themen Gesundheitspolitik (Epidemiologie),
Neurobiologie und Therapie (Pharmakologie und Psychotherapie) behandelt
werden. Haus- wie Fachärzte werden bekanntlich mit Fortbildungen
zum Thema Depression überhäuft. Überzeugende Ergebnisse
bzgl. einer Besserung epidemiologischer Daten sind trotz enormer finanzieller
Anstrengungen spärlich.
Ein Problem stellt bei zunehmender Alterung der Bevölkerung die Multimorbidität
einschließlich Polypharmazie bei mangelnder Kenntnis von Medikamentennebenwirkungen
und - interaktionen dar mit der Folge einer deutlichen Zunahme medikamenteninduzierter
depressiver Syndrome - wie die Praxis zeigt! Eine bessere psychotherapeutische
Versorgung, wie sie auch von Fachverbänden zur Bekämpfung der
Volkskrankheit Depression gefordert wird, kann hier nicht
weiterhelfen.
Daher wünsche ich mir - und sicherlich auch viele Fachkollegen, aber
auch Hausärzte - eine verstärkte Berücksichtigung der o.
g. Aspekte.
Dr. Ulrich Drerup
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 3/2009
S. 43
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