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Landesförderzentrum
Sehen, Schleswig
Eingliederung von jungen Menschen mit Sehbehinderung
Ute Hölscher
Kinder im Vorschulalter (Früh- und Elementarbereich) und Schüler(innen)
mit Blindheit oder Sehbehinderung besuchen in Schleswig-Holstein bis zum
Ende der Ausbildung wohnortnahe Bildungseinrichtungen. Sie, ihre Eltern
und andere Bezugspersonen des sozialen Umfeldes, ihre Frühförderinnen,
Erzieher(innen), Lehr- und Ausbildungskräfte werden vom Landesförderzentrum
Sehen, Schleswig sonderpädagogisch unterstützt und beraten.
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| Hilfsmittelerprobung
im Audimax: die Nutzung eines Monokulars (Fotos: Ute Hölscher) |
Das Landesförderzentrum
Sehen, Schleswig ist ein für ganz Schleswig-Holstein zuständiges
sonderpädagogisches Förderzentrum für junge Menschen mit
Sehbehinderung und Blindheit. Seine Unterstützung erfolgt vor Ort
und wird durch fachliche Angebote im Schleswiger Zentrum ergänzt.
Dabei ist es Ziel, den Kindern und Jugendlichen mit Sehschädigung
und den Personen ihres Umfeldes Perspektiven und die Fähigkeit zu
selbst verantwortetem Handeln zu eröffnen, um die schulische, soziale
und berufliche Eingliederung zu ermöglichen.
Derzeit werden rund 860 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in ihrem
jeweiligen vorschulischen, schulischen, betrieblichen, häuslichen
und sonstigem sozialen Umfeld vor Ort von 80 Mitarbeitern unterstützt
und beraten. Begleitende und ergänzende zusätzliche Angebote
dazu sind:
- Kurse für
Kinder im Vorschulalter, für Schüler(innen), für Eltern
und für Familien,
- Seminare für
Pädagogen(innen) der Bildungseinrichtungen vor Ort sowie für
Ausbilder(innen) und weiteres Personal, das mit sehgeschädigten
Menschen arbeitet.
Es ist das Ziel, dass
alle Personen, die pädagogisch vor Ort mit den Kindern, Jugendlichen
und jungen Erwachsenen arbeiten, mittel- und langfristig weitgehend selbstständig
das Leben eines Menschen mit Sehschädigung begleiten und sein Lernen
fördern. Dafür müssen sehgeschädigtenspezifische mit
allgemein-pädagogischen Maßnahmen verbunden werden.
Das Landesförderzentrum Sehen, Schleswig arbeitet in staatlichem
Auftrag, unterliegt der Schulaufsicht des Bildungsministeriums und befindet
sich in der Trägerschaft des Sozialministeriums. Für die betroffenen
jungen Menschen und ihre Familien sind die Leistungen kostenfrei. Sie
erfolgen im Rahmen der gegebenen personellen, sächlichen und organisatorischen
Voraussetzungen. Auch wenn es um die Finanzierung und Beschaffung von
Hilfen und Hilfsmitteln geht, bietet das Landesförderzentrum Sehen,
Schleswig eine Beratung an.
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| Einführung
in arbeitspraktische Fertigkeiten im Ausbildungsbereich: Löten
mit vergrößernden Hilfen |
Das sehgeschädigtenspezifische
Angebot des Landesförderzentrums Sehen, Schleswig stützt sich
auf verschiedene Arbeitsbereiche:
Unterstützung und Beratung, die von Kollegen(innen) von fünf
fachlich spezialisierten Teams angeboten werden, haben das Ziel, die konkreten
Bedingungen des Lernens vor Ort nachhaltig zu beeinflussen: Die spezifischen
und individuellen Bedürfnisse der Kinder, Jugendlichen und jungen
Erwachsenen sollen wahrgenommen und angemessen berücksichtigt werden.
Nachteile und Erschwernisse, die aus der Sehschädigung entstehen
können, sollen frühzeitig erkannt, überwunden oder zumindest
abgeschwächt werden.
Kurse und Familienwochenenden werden für Kinder, Jugendliche und
junge Erwachsene mit Sehschädigung sowie für deren Familien
angeboten, um vorhandene Kompetenzen zu stärken, spezielle Techniken
und Fertigkeiten einzuführen und besondere Kenntnisse zu vermitteln.
Besonders wichtig und notwendig sind die Kurse für die Auseinandersetzung
der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit ihrer Sehschädigung.
Hier können sie sich als Mitglieder einer Gruppe von Menschen mit
einer Sehschädigung erleben und untereinander austauschen.
Seminare für das Personal der Einrichtungen, die beim Bildungs- und
Ausbildungsprozess von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit
Sehschädigung mit dem Landesförderzentrum Sehen, Schleswig kooperieren,
sollen für die besonderen Bedürfnisse der jungen Menschen mit
Sehschädigung sensibilisieren und nachhaltig Kompetenzen vermitteln,
die zur Bewältigung des Bildungs- und Ausbildungsalltages vor Ort
notwendig sind.
Durch spezifische Angebote ergänzen Mitarbeiter(innen), die über
entsprechende Qualifikationen verfügen, je nach Fragestellung und
Notwendigkeit die Arbeit in der Unterstützung und Beratung vor Ort,
in den Kursen und den Seminaren: Fachleute für die Beurteilung des
funktionalen Sehens, sehgeschädigtenspezifische EDV, Orientierung
& Mobilität, lebenspraktische Fertigkeiten, psychologische Beratung,
Bewegungsförderung und Musiktherapie.
Ein Medienzentrum ist für die Lehr-, Lern- und Hilfsmittelverwaltung
zuständig.
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| Schreiben
unter dem Bildschirmlesegerät in einer Grundschule: Anwendung
im pädagogischen Alltag |
Schulverwaltung und
-leitung sind verantwortlich für die Logistik und die Gesamtkoordination
der Unterstützung und Beratung von Kindern, Jugendlichen und jungen
Erwachsenen mit Sehbehinderung und Blindheit in Schleswig-Holstein.
Das Landesförderzentrum ist Ausbildungsschule. Mitglieder des Kollegiums
engagieren sich darüber hinaus auf Landes- und Bundesebene an der
Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften im Bereich der Blinden-
und Sehbehindertenpädagogik.
Das Landesförderzentrum Sehen, Schleswig, ehemals Staatliche Schule
für Sehgeschädigte Schleswig, feiert im Schuljahr 2008/09 sein
25-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass findet am Samstag, 21.03.2009,
von 10:00-16:00 Uhr, ein Tag der offenen Tür statt. Es wird über
die Arbeit des Landesförderzentrums berichtet, Hilfsmittelfirmen
werden spezifische Hilfen für sehgeschädigte Menschen vorstellen
und verschiedene unterhaltende Aktionen werden angeboten. Interessierte
sind herzlich eingeladen.
Die Kontaktadresse lautet:
Landesförderzentrum Sehen, Schleswig, Schulleiter Josef Adrian, Lutherstraße
14, 24837 Schleswig
Tel. 04621/807-400, Fax 04621/807-405, E-Mail mail@lfs-schleswig.de
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.lfs-schleswig.de
Ute Hölscher, 2. stellv. Schulleiterin, Landesförderzentrum
Sehen, Schleswig, Lutherstraße 14, 24837 Schleswig
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Schleswig-Holsteinisches
Ärzteblatt 2/2009
S. 37-39
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